Video aus Neuseeland
: Krake reitet auf Hai – Forscher staunen über „Sharktopus“

Durch Zufall machten Forscher in Neuseeland eine Beobachtung, die sie verblüffte: Ein Oktopus reitet auf einem Hai. Das Video begeistert nun das Netz.
Von
Barbara Barkhausen
Auckland
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Sharktopus Screenshot Krake reitet auf Hai

Ein Screenshot aus dem Video, in dem die Forscher das ungewöhnliche Duo festhielten.

University of Auckland
  • Forscher in Neuseeland filmen Oktopus auf Hai, genannt "Sharktopus".
  • Ereignis fand im Hauraki-Golf im Dezember 2023 statt.
  • Maori-Oktopus auf Kurzflossen-Mako, Geschwindigkeit bis zu 50 km/h.
  • Forscher wissen nicht, warum Oktopus das macht.
  • Internet begeistert; Kommentare wie "Uber-Hai" und Disney-Film erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Forschenden sind verblüfft, das Internet ist begeistert: Derzeit gehen Aufnahmen eines Oktopus durchs Netz, der es sich in den Gewässern vor Neuseeland auf einem Hai gemütlich gemacht hat. Die Wissenschaftler haben das Duo aus reitendem Oktopus und Hai kurzerhand „Sharktopus“ getauft, wie Rochelle Constantine, eine Professorin an der Fakultät für Biowissenschaften an der University of Auckland, in einem Beitrag über den spannenden Fund auf der Website der neuseeländischen Universität schrieb.

Video zeigt rasanten Ritt

„Es war im Dezember 2023“, erinnerte sie sich. Ihr Forschungsteam habe auf dem Schiff der Universität Auckland im Hauraki-Golf vor der Nordküste Neuseelands nach Fressorgien unter Meeresbewohnern gesucht. Da habe eine große metallisch graue Rückenflosse einen großen Hai signalisiert, einen sogenannten Kurzflossen-Mako. „Aber Moment mal, was war das für ein orangefarbener Fleck auf seinem Kopf? Eine Boje? Eine Verletzung?“, fragte sich Constantine.

Da sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht wirklich sicher waren, starteten sie eine Drohne, legten die GoPro ins Wasser und sahen – wie Constantine schrieb – „etwas Unvergessliches“: einen orangefarbenen Oktopus, der auf dem Kopf des Hais thronte und sich mit seinen Tentakeln festklammerte. Hier können Sie sich das Video anschauen:

Zehn Minuten hätten sie damit verbracht, das ungewöhnliche Schauspiel zu beobachten, bevor sie weitergefahren seien, meinte die neuseeländische Forscherin. Wie die Geschichte ausging, das wissen die Forschenden demnach also nicht. „Dem Kraken dürfte allerdings ein ziemliches Erlebnis bevorgestanden haben, denn die schnellste Haiart der Welt kann auf bis zu 50 km/h beschleunigen“, so Constantine. Auch warum der Oktopus sich so verhalten hat – ob aus Spaß, aus Selbstschutz oder um eine größere Distanz zurückzulegen – können die Wissenschaftler nicht sagen.​

Kraken sind jedoch hochintelligente und ausgezeichnete Raubtiere mit gutem Sehvermögen. Sie tricksen Krebs- und Weichtiere beispielsweise aus, indem sie vortäuschen, die Spitzen ihrer zappelnden Tentakeln seien essbare Würmer. Auf diese Weise fangen sie ihre Beute dann mit ihren mit winzigen Saugnäpfen versehenen Tentakeln ein. Es ist auch bekannt, dass sie andere Kraken angreifen und fressen.

Kraken gehören zur Familie der Kopffüßer, zu der auch Kalmare, Sepien und Nautilus gehören. Sie haben einen weichen Körper, ihre Mundwerkzeuge sind jedoch hart und besitzen zwei Hornplatten. Die Platten laufen am Mund zu einem scharfen, harten Schnabel zusammen, ähnlich dem eines Papageis.

Größer Oktopus der südlichen Hemisphäre

Bei dem Kraken auf dem Hai handelte es sich um einen sogenannten Maori-Oktopus, der größte Oktopus der südlichen Hemisphäre, der eine Armspannweite von bis zu drei Metern erreichen kann. Das Duo war in der Tat ein mysteriöser Fund, denn während Kurzflossen-Makohaie nicht wirklich tief tauchen, halten sich Kraken meist am Meeresboden auf. Sie bewohnen freiliegende Sandböden und Seegraswiesen sowie flache Felsriffe und Kelpwälder in bis zu 550 Metern Tiefe.

Laut der Forscherin Constantine ist die ungewöhnliche Begegnung ein weiteres Beispiel dafür, wie viel über den Ozean und das Meeresleben noch unbekannt ist, einschließlich der wichtigen und vielfältigen Rolle, die Haie im marinen Ökosystem spielen. „Die Begegnung mit dem ‚Sharktopus‘ erinnert uns an die Wunder des Ozeans“, schrieb sie. „Das Beste daran, Meereswissenschaftler zu sein, ist, dass man nie weiß, was man als Nächstes im Meer sehen könnte.“ Indem der Mensch Naturschutzinitiativen unterstütze, könnte er dazu beitragen, dass solche außergewöhnlichen Momente auch weiterhin möglich sind.​

Begeisterung im Netz

Das Internet reagierte auf alle Fälle mit Begeisterung auf die erstaunlichen Aufnahmen der Forschenden. Eine Instagram-Nutzerin bezeichnete den Hai scherzhaft als „Uber-Hai“, eine andere schrieb: „Ich warte schon auf den Disney-Film-Release.“  Und eine dritte Internetnutzerin kommentierte: „Erst trugen die Orcas Lachshüte, jetzt tragen die Haie Oktopusse. Mode ist in den Ozeanen derzeit im Trend!“