Versteckte Kamera entdeckt: Arzt wegen heimlicher Aufnahmen unter Verdacht

Versteckte Kamera bei Veranstaltung entdeckt. Ermittler durchsuchen Wohnung und Arbeitsplatz eines Arztes in Bamberg.
Daniel Karmann/dpaIns Rollen kamen die Ermittlungen durch einen Zufallsfund. Bei einer öffentlichen Veranstaltung entdeckte eine Zeugin eine offenbar heimlich platzierte Kamera. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft konnte das Gerät dem tatverdächtigen Arzt zugeordnet werden.
Durchsuchungen in Wohnung und Klinikum
Aufgrund der Vorwürfe durchsuchten Beamte der Kriminalpolizei in der vergangenen Woche die Wohnung des Beschuldigten in Bamberg. Auch sein Arbeitsplatz wurde durchsucht. An dem Einsatz war zudem ein Vertreter der Staatsanwaltschaft beteiligt.
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen soll der Arzt heimliche Bildaufnahmen von Mitarbeiterinnen angefertigt haben. Die Aufnahmen sollen sowohl in seiner Wohnung als auch am Arbeitsplatz entstanden sein. Darüber hinaus wird dem Mann vorgeworfen, bei einer öffentlichen Veranstaltung weitere Frauen ohne deren Wissen aufgenommen zu haben.
Wie die Kameras platziert worden sein sollen und welche konkreten Situationen auf den Aufnahmen zu sehen sind, teilten die Behörden zunächst nicht mit.
Zahl der möglicherweise betroffenen Frauen noch unklar
Wie viele Personen tatsächlich betroffen sein könnten, ist bislang offen. Die Ermittler prüfen derzeit das sichergestellte Material und versuchen, mögliche Geschädigte zu identifizieren.
Dem 32-Jährigen wird unter anderem die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen vorgeworfen. Dieser Straftatbestand kann insbesondere dann relevant sein, wenn Menschen in besonders geschützten oder privaten Situationen ohne ihr Wissen fotografiert oder gefilmt werden.
Die weiteren Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Bamberg in enger Abstimmung mit der Kriminalpolizei. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
