„Vermeiden Sie nicht notwendige Reisen“
: Wintersturm legt weite Teile der USA lahm

Ein schwerer Wintersturm trifft weite Teile der USA. Das Auswärtige Amt warnt die Deutschen in den USA am 26. Januar 2026.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Eine große Welle aus dem Michigansee schickt Eisbälle in die Luft, als sie auf das South Pierhead Outer Light im Grand Haven State Park trifft. +++ dpa-Bildfunk +++

Eine große Welle aus dem Michigansee schickt am 19. Januar 2026 Eisbälle in die Luft, als sie auf das South Pierhead Outer Light im Grand Haven State Park trifft.

picture alliance/dpa/Kalamazoo Gazette/AP | Joel Bissell

Ein massiver Wintersturm hat am Wochenende große Teile der Vereinigten Staaten in einen ungewöhnlich harten Wintereinbruch gestürzt. Das großflächige Wettersystem, das sich von den Südstaaten über das Zentrum bis zur Ostküste erstreckt, bringt schwere Schneefälle, gefrierenden Regen, eisige Temperaturen und erhebliche infrastrukturelle Auswirkungen mit sich. Meteorologen bezeichnen das Ereignis als eines der bedeutendsten Winterwetterlagen der Saison, das Millionen Menschen in ihrer Mobilität und Versorgung einschränkt und die Notfallkapazitäten vieler Bundesstaaten stark beansprucht.

Schnee, Eisregen und extreme Kälte in den USA

Seit Freitag (23.1.2026) breitet sich der Sturm über eine Strecke von etwa 2000 Meilen durch die USA aus. Dabei treffen in den betroffenen Regionen schwere Schneefälle mit teils über 30 Zentimeter Neuschnee auf gefährlichen Eisregen und gefrierenden Niederschlag. Diese Kombination hat Straßen und Verkehrswege vielerorts in unpassierbare Bedingungen verwandelt. In zahlreichen Bundesstaaten von Texas und Mississippi bis zu den Metropolen der Ostküste berichteten staatliche Wetterdienste und Behörden über lebensbedrohliche Temperaturen, die verbreitet weit unter dem Gefrierpunkt liegen.

Wintersturm in den USA: Stromausfälle und Flugchaos

Die Wucht des Sturms hat zu massiven Störungen der Energie- und Verkehrsinfrastruktur geführt. Landesweit verloren am Sonntag (25.1.2026) mehr als eine Million Haushalte die Stromversorgung, besonders stark betroffen waren Tennessee, Mississippi, Louisiana und Teile des Südens. Die extremen Wetterbedingungen erschweren zugleich die Wiederherstellung der Versorgung, da vereiste Leitungen und umgestürzte Bäume Reparaturarbeiten verzögern. Auch der Flugverkehr wurde massiv beeinträchtigt. Über 10.000 Flüge wurden bereits gestrichen und Tausende weitere verzögert, was den Luftverkehr an wichtigen Flughäfen von New York bis Atlanta empfindlich trifft.

Notstand in den USA: Mehr als eine Million Haushalte

Mehrere Bundesstaaten haben vorsorglich den Notstand ausgerufen, um schneller auf die wachsenden Herausforderungen reagieren zu können. Bundes- und Landesbehörden warnen die Bevölkerung eindringlich vor nicht notwendigen Reisen und raten, Straßen und Flughäfen zu meiden, solange die Bedingungen unsicher bleiben. Einsatzkräfte von staatlichen und föderalen Stellen sind in vielen Regionen im Einsatz, um bei Stromausfällen zu helfen, abgeschlossene Fahrzeuge zu bergen und Verletzten und Gefährdeten Unterstützung zu leisten.

Wintersturm in den USA sorgt für Tote

Die lebensfeindlichen Wetterbedingungen haben bereits zu Todesfällen geführt, unter anderem durch Unterkühlung und wetterbedingte Unfälle. In New York City, Louisiana und anderen Regionen wurden mehrere Tote im Zusammenhang mit dem Wintersturm gemeldet. Viele Städte ordneten Schulschließungen und Umstellungen auf Fernunterricht an, um Schüler und Familien zu schützen, und öffneten Wärmezentren für Menschen ohne ausreichende Heizmöglichkeiten.

Meteorologen warnen, dass der Wintersturm und seine Auswirkungen in einigen Regionen noch mehrere Tage andauern könnten. Besonders die Kombination aus schwerem Schnee, Eisauflagen und anhaltender Kälte stellt weiterhin eine Gefahr für die Infrastruktur und die öffentliche Sicherheit dar. Während Einsatzkräfte und Behörden mobilisiert bleiben, hängt die kurzfristige Entspannung der Lage stark von der Entwicklung der Wetterbedingungen ab.

Warnung des Auswärtigen Amts für Deutsche in den USA

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat am 26. Januar 2026 eine offizielle Warnung zu dem Wintersturm in den USA veröffentlicht. Darin wird empfohlen, Wetterwarnungen aufmerksam zu verfolgen und nicht notwendige Reisen zu vermeiden. Auf der Webseite des Auswärtigen Amts heißt es am 26. Januar 2026 um 09 Uhr „Vermeiden Sie nicht notwendige Reisen und rechnen Sie mit starken Einschränkungen im Verkehrsbereich“. Wer unvermeidbar unterwegs ist, solle eine Winter-Notfallausrüstung mitführen und den Anweisungen lokaler Behörden Folge leisten. Es wird darauf hingewiesen, dass es zu starken Einschränkungen im Verkehrsbereich und regional zu temporären Versorgungsengpässen kommen kann.