Verheerende Brände
: Spanien kämpft gegen schlimmste Feuer seit 20 Jahren

Heftige Brände verwüsten weite Teile Spaniens. Bereits mehr als 3.400 Quadratkilometer Natur sind zerstört. Die Lage im Norden und Westen des Landes spitzt sich zu, Tausende Menschen mussten fliehen.
Von
dpa, swp
Madrid
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Waldbrände in Spanien

Spanien erlebt die schlimmsten Wald- und Vegetationsbrände seit zwei Jahrzehnten.

Lalo R. Villar/AP/dpa
  • Schwere Brände verwüsten Spanien – 3.440 km² Natur zerstört, schlimmste Feuer seit 20 Jahren.
  • Bisher vier Tote, Tausende Menschen evakuiert, besonders betroffen: Norden und Westen.
  • Deutsche Feuerwehr unterstützt Spanien mit 67 Kräften und über 20 Fahrzeugen.
  • Hitzewelle mit über 40 °C, Trockenheit und starke Winde erschweren Löscharbeiten.
  • Auch Portugal kämpft mit Bränden – 3.800 Feuerwehrleute im Einsatz, ein Toter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Spanien erlebt das schlimmste Waldbrandjahr seit zwei Jahrzehnten. In den ersten acht Monaten haben nach vorläufigen EFFIS-Schätzungen mehr als 220 größere Brände bereits rund 3440 Quadratkilometer Natur vernichtet – eine Fläche, deutlich größer als das Saarland. Mit 3060 Quadratkilometern verbrannter Fläche galt 2022 bislang als Rekordjahr der seit 2006 geführten Statistik. Historische Daten der spanischen Regierung gehen weiter zurück und zeichnen ein anderes Bild: Zwischen 1978 und 1994 wurden in mehreren Jahren sogar mehr als 4000, in Einzelfällen fast 5000 Quadratkilometer Natur durch Flammen vernichtet.

Die größte Zerstörung haben in diesem Jahr schwere Wald- und Vegetationsbrände angerichtet, die seit zwei Wochen im Norden und Westen des beliebten Urlaubslandes wüten. Bis zum 5. August hatten verschiedene Feuer nach den Messungen des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus nämlich nur 450 Quadratkilometer Natur in Mitleidenschaft gezogen – gerade mal 13 Prozent des inzwischen registrierten Wertes.

Die Brände forderten bereits vier Menschenleben

Derzeit gebe es in den sogenannten Autonomen Gemeinschaften Kastilien und León, Galicien, Asturien und Extremadura 23 größere Brände, die sich in Einsatzstufe zwei befinden, erklärte die Generaldirektorin des Zivilschutzes, Virginia Barcones, im TV-Sender RTVE. Über diese höchste regionale Einsatzstufe hinaus könnte nur noch die Ausrufung des nationalen Notstandes durch die Zentralregierung erfolgen – was aber nicht erwogen wird.

Waldbrände in Spanien

Viele Menschen mussten vor den Feuern flüchten.

Elena Fernandez/ZUMA Press Wire/dpa

Die Brände forderten bereits vier Menschenleben. Ein Feuerwehrmann starb in der Nacht auf Montag, als das Löschfahrzeug, in dem er in der Provinz León unterwegs war, eine Böschung hinunterstürzte. Zuvor waren bereits drei Männer – darunter zwei freiwillige Helfer – ihren Verbrennungen erlegen.

Hilfe aus Deutschland

Bisher wurden vor allem dünn besiedelte Gebiete in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem mussten bereits Tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Die Feuer zerstörten unter anderem auch Teile von Naturschutzgebieten. Am Montag waren insgesamt 16 vorwiegend kleinere Landstraßen gesperrt. Der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Galicien blieb am fünften Tag in Folge eingestellt.

Tausende Mitarbeiter der Feuerwehr, militärischer Nothilfeeinheit UME, Zivilschutz und Polizei bekämpfen derweil auch am Montag unermüdlich gegen die Flammen. Ein Hilfskonvoi aus Bonn mit 67 Feuerwehrleuten und mehr als 20 Fahrzeugen will die spanischen Einsatzkräfte diese Woche unterstützen.

Hitzewelle erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte

Die andauernde Trockenheit, zum Teil sehr starke Winde, schwer zugängliche Gebiete und eine langanhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte. Laut der Wetterbehörde Aemet besteht fast im gesamten Land höchstes Brandrisiko. Bereits am Dienstag sollen aber die Temperaturen vielerorts wieder sinken.

Waldbrände in Spanien

Tausende Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.

Carlos Castro/EUROPA PRESS/dpa

Auch im Nachbarland Portugal brennt es seit Tagen. Dort kam ein Feuerwehrmann am Sonntag während des Einsatzes bei einem Unfall ums Leben. Am Montag waren im beliebten Urlaubsland fünf größere Feuer aktiv. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden diese und kleinere Brände insgesamt von mehr als 3.800 Feuerwehrleuten bekämpft. Betroffen sind vor allem dünn besiedelte Gebiete im Zentrum des Landes.