Vergiftung in Istanbul: Urteil erwartet im Prozess um vergiftete Hamburger Familie

Die Hinterbliebenen der in Istanbul verstorbenen Familie aus Hamburg, Mutter Cemile Yilmaz (r), Vater Yilmaz Böcek (l) und Bruder Mustafa Böcek (2.v.r.) kommen mit Anwalt Yasar Balci zum Prozess um den Tod einer vierköpfigen Familie. Yilmaz' Sohn hatte für seine Frau und die beiden Kinder einen Urlaub in der türkischen Metropole organisiert. Alle vier starben an einer Vergiftung durch ein im Hotel verwendetes Insektizid.
dpa- Prozess in Istanbul geht am Freitag weiter – Anwalt erwartet mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Urteil.
- Vierköpfige Familie aus Hamburg starb laut Gutachten an im Hotel eingesetztem Insektizid.
- Sechs Angeklagte vor Gericht: Hotelinhaber, zwei Rezeptionisten, Schädlingsbekämpfer mit Sohn und Mitarbeiter.
- Staatsanwaltschaft wirft „bewusste fahrlässige Tötung“ vor und fordert mehrjährige Haftstrafen.
- Familienanwalt spricht von „vorsätzlichem Handeln“ und verlangt härtere Strafen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Prozess gegen sechs Beschuldigte nach dem Tod einer vierköpfigen Familie aus Hamburg geht am Freitag in die Endphase. Der Anwalt der Familie, Yasar Balci, erwartet „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Urteil, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Eltern und ihre beiden Kleinkinder waren vergangenes Jahr zum Urlaub in die Türkei gereist, in ihrer Unterkunft erlitten sie laut einem medizinischen Gutachten Vergiftungen durch Insektizide. Alle vier Familienmitglieder starben kurz nacheinander. Der Prozess wird um 10.30 Uhr Ortszeit im Istanbuler Justizpalast Caglayan fortgesetzt.
Mehrere Menschen angeklagt
Vor Gericht in Istanbul stehen sechs Angeklagte: Der Hotelinhaber, zwei Rezeptionisten, der Eigentümer einer Schädlingsbekämpfungsfirma und dessen Sohn, sowie deren Mitarbeiter, der die Behandlung mit dem Insektizid durchgeführt haben soll. Vier von ihnen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten „bewusste fahrlässige Tötung“ vor und fordert der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zwischen zwei Jahren und acht Monaten bis zu 22 Jahren und fünf Monaten Haft. Der Anwalt der Familie wirft ihnen „vorsätzliches Handeln“ vor und fordert höhere Strafen.
