US-Zölle ab 1. August
: Diese Aufschläge gelten für Deutschland, EU und weltweit

Zum 1. August 2025 gelten neue US-Zölle für die EU, Japan und weitere zentrale Handelspartner weltweit. Die Richtlinien in der Übersicht.
Von
Florian Huth
Berlin
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US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump mit seiner Zollpolitik zufrieden.

Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Ab 1. August 2025 verhängen die USA neue Zölle für EU, Japan und weitere Handelspartner.
  • EU-Importe, etwa Autos, mit 15 % belegt; hohe US-Investitionen und Energieimporte gefordert.
  • Brasilien trifft 50 %-Zoll – Präsident Lula kritisiert „Erpressung“ und setzt auf US-Verbraucher.
  • Indien mit 25 %-Zöllen belegt, weitere Sanktionen wegen Russland-Beziehungen möglich.
  • Sonderzölle auf Metalle wie Kupfer (50 %) und Aluminium bleiben bestehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ab Freitag, dem 1. August 2025, treten für die Europäische Union, Japan und weitere wichtige US-Handelspartner weltweit neue US-Zölle in Kraft. Donald Trump spricht von einem „großen Tag für Amerika.“ Diese Zölle gelten für US-Handelspartner:

Diese US-Zölle gelten für die Europäische Union

Die USA erheben künftig Zölle von 15 Prozent auf die meisten Produkte aus der Europäischen Union, darunter auch Autos. Darauf haben sich der frühere US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verständigt. Nach Angaben Trumps sollen europäische Staaten zudem US-Energie im Umfang von 750 Milliarden Dollar (etwa 650 Milliarden Euro) importieren und Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten tätigen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnt vor möglichen negativen Folgen für die deutsche Wirtschaft und sieht das Risiko einer Verlagerung von Arbeitsplätzen in die USA.

Diese US-Zölle gelten für Japan und Südkorea

Japan und Südkorea haben ähnlich wie die Europäische Union Vereinbarungen mit den USA getroffen, um höhere Zölle zu vermeiden. Auf die meisten ihrer Exporte in die Vereinigten Staaten wird künftig ein Einfuhrzoll von 15 Prozent erhoben. Nach Angaben von Donald Trump plant Japan, seinen Markt für US-Autos, Lastwagen und Reis zollfrei zu öffnen und Investitionen in Höhe von 550 Milliarden Dollar in den USA zu tätigen. Südkorea habe Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Dollar zugesagt und wolle darüber hinaus US-Flüssigerdgas im Wert von 100 Milliarden Dollar importieren.

Diese US-Zölle gelten für Brasilien

Gegen Brasilien haben die USA einen der höchsten angekündigten Zollaufschläge verhängt: 50 Prozent. Die Maßnahme soll voraussichtlich am 6. August in Kraft treten. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnet die Entscheidung als „Erpressung“. Hintergrund ist ein laufendes Verfahren vor dem brasilianischen Obersten Gerichtshof: Ex-Präsident Jair Bolsonaro, ein politischer Verbündeter von Donald Trump, sieht sich dem Vorwurf eines versuchten Staatsstreichs nach seiner Abwahl im Jahr 2022 ausgesetzt. Beobachter werten die US-Zölle als möglichen Versuch, Einfluss auf das Verfahren zu nehmen. Lula will hart bleiben. Er setzt darauf, dass US-Verbraucher die Zölle durch höhere Preise zu spüren bekommen und sich gegen Trump wenden. Die USA importieren aus Brasilien unter anderem Kaffee oder Rindfleisch.

Diese US-Zölle gelten für Indien

Für Importe aus Indien sollen ab Freitag US-Zölle in Höhe von 25 Prozent gelten. Das kündigte der frühere US-Präsident Donald Trump an. Darüber hinaus droht er Indien mit weiteren Maßnahmen, da das Land trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin Öl, Gas und Rüstungsgüter aus Russland bezieht. Im Raum stehen zusätzliche Zölle von bis zu 100 Prozent, die nach derzeitigen Plänen ab Ende der kommenden Woche in Kraft treten könnten. Auch andere Länder mit engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland – darunter China und Brasilien – könnten von solchen sogenannten Sekundärsanktionen betroffen sein.

Diese US-Zölle gelten für Indonesien und Vietnam

Indonesien und Vietnam haben im Rahmen neuer Handelsvereinbarungen hohe US-Zölle akzeptiert – 19 Prozent für Indonesien und 20 Prozent für Vietnam. Nach Angaben von Donald Trump hat sich Indonesien darüber hinaus verpflichtet, 50 Flugzeuge des US-Herstellers Boeing zu kaufen. Zudem soll das Land US-Energie im Wert von 15 Milliarden Dollar importieren sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse im Umfang von 4,5 Milliarden Dollar abnehmen.

Diese US-Zölle gelten für Kanada und Mexiko

Ab Freitag drohen Kanada US-Zölle in Höhe von 35 Prozent, Mexiko könnten Aufschläge von 30 Prozent treffen. Die Gespräche zwischen den USA und ihren beiden Nachbarländern verliefen zuletzt stockend. Donald Trump macht insbesondere Mexiko mitverantwortlich für die Verbreitung des Opioids Fentanyl in den Vereinigten Staaten. Während seiner ersten Amtszeit (2017–2021) hatte Trump ein neues Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko geschlossen, das er nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar jedoch wieder aufkündigte.

Diese US-Zölle gelten für China, Malaysa und Andere

China und die USA haben bislang keine Einigung erzielt, zeigten sich in dieser Woche jedoch grundsätzlich gesprächsbereit. Andere Staaten müssen hingegen bereits ab Freitag mit deutlich erhöhten US-Zöllen rechnen. Betroffen sind unter anderem Malaysia (25 Prozent), Südafrika (30 Prozent), Taiwan (32 Prozent), Thailand (36 Prozent) sowie Laos und Myanmar mit jeweils 40 Prozent.

Sonderregelungen für Metalle

Ab Freitag gelten für US-Importe von verarbeitetem Kupfer Zölle von 50 Prozent, wie ein neues Dekret von Donald Trump vorsieht. Der Präsident begründet die Maßnahme mit der strategischen Bedeutung des Metalls, das unter anderem bei der Produktion von Halbleitern, Flugzeugen und Munition eine wichtige Rolle spielt. Auch die Sonderzölle von 50 Prozent auf Stahl und Aluminium bleiben trotz der neuen Zollvereinbarungen weiterhin in Kraft.

Mit Material von dpa