US-Wahl 2024: Alles was man zur Präsidentschaftswahl wissen muss

Wer regiert künftig in der USA? Am 5. November wird ein neuer Präsident gewählt. Hier gibt es alle Infos zur Wahl.
Soeren Stache/dpa- US-Präsidentschaftswahl am 5. November 2024: Wähler wählen zwischen Kamala Harris und Donald Trump.
- 538 Wahlleute entscheiden im Dezember über den Präsidenten; 270 Stimmen für den Sieg nötig.
- Swing States wie Pennsylvania und Georgia sind entscheidend, Ergebnisse könnten Tage dauern.
- Wahlbeteiligung hoch, Themen: Wirtschaft, Einwanderung, Abtreibung, Außenpolitik, Klimaschutz.
- Endergebnis und Präsidentenvereidigung am 20. Januar 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 5. November sind mehr als 200 Millionen US-Amerikaner zur Wahl ihres neuen Präsidenten aufgerufen. Kamala Harris von den Demokraten oder Donald Trump von den Republikanern - wer macht das Rennen? Hier gibt es alle Infos zu US-Wahl 2024:
Wie läuft die Wahl zum US-Präsidenten ab?
Die Wähler in den USA geben in den 50 Bundesstaaten und im Hauptstadtbezirk Washington DC ihre Stimmen für die Kandidaten Kamala Harris oder Donald Trump ab. Sie entscheiden damit zunächst über die Wahlleute, die dann im Dezember den Präsidenten wählen. Insgesamt gibt es im sogenannten Electoral College 538 Wahlleute, für einen Sieg braucht ein Kandidat oder eine Kandidatin mindestens 270. Wieviele Wahlleute ein Staat hat, hängt von seiner Bevölkerungsgröße ab. In fast allen Staaten gilt die Regel, dass der dortige Sieger alle Wahlleute zugeteilt bekommt.
Präsidentschaftswahlen in den USA
Hier gibt es weitere Texte zu den Wahlen in den USA am 5. November 2024
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Swing States - Auf welche Bundesstaaten ist besonders zu achten?
In rund zwei Drittel aller Bundesstaaten haben Trump oder Harris einen so großen Umfragevorsprung, dass der Gewinner dort so gut wie feststeht. So wird Harris zweifellos die Demokraten-Hochburgen Kalifornien, New York und Massachusetts gewinnen, Trump dagegen Republikaner-Bastionen wie Wyoming, Oklahoma und Arkansas.
Die Aufmerksamkeit konzentriert sich deswegen auf jene Staaten, in denen beide Kandidaten eine realistische Siegeschance sehen. Und innerhalb dieser Gruppe sogenannter Swing States stehen jene mit vielen Wahlleuten besonders im Fokus.
Pennsylvania im Nordosten der USA gilt mit seinen 19 Wahlleuten als ein Staat, den ein Kandidat für einen Gesamtsieg unbedingt gewinnen muss - umgekehrt bedeutet eine Niederlage dort, dass es sehr schwer wird, den Rückstand wieder aufzuholen. Die weiteren sechs wichtigen Swing States sind North Carolina (16 Wahlleute), Georgia (16), Michigan (15), Wisconsin (10) sowie im Westen Arizona (11) und Nevada (6).
Wann kommen die Ergebnisse zur US-Präsidentschaftswahl?
Ab Schließung aller Wahllokale im jeweiligen Bundesstaat veröffentlichen die großen US-Fernsehsender ihre Prognosen. Sie stützen sich dabei auf Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe, erste Stimmauszählungen in den Wahllokalen und telefonische Umfragen. Da sehr viele US-Bürger - bis zum Sonntagmorgen mehr als 75 Millionen - vorzeitig ihre Stimme abgegeben haben, sind Wählerbefragungen vor dem Wahllokal weniger aussagekräftig als früher. Zudem dauert die Auszählung von Briefwahlbögen länger als die Auszählung von im Wahllokal abgegebenen Stimmen.
2020 hatte es in Pennsylvania vier Tage gedauert, bis das Ergebnis dort ausgezählt war und Joe Biden als Wahlsieger feststand. Allerdings hatte es vor vier Jahren wegen der Corona-Pandemie auch eine Rekordzahl an Briefwahlstimmen gegeben. In diesem Jahr haben in Pennsylvania weniger Stimmberechtigte Briefwahlunterlagen beantragt - und die Wahlhelfer haben nach 2020 etwas mehr Routine. Das Ergebnis aus Pennsylvania dürfte angesichts des erwartet knappen Ausgangs also nicht unmittelbar nach Schließung der Wahllokale feststehen (20.00 Uhr Ortszeit; 02.00 Uhr MEZ), aber wohl nicht so lange auf sich warten lassen wie 2020.
Die Fernsehsender werden extrem vorsichtig sein, wann sie in einem Swing State mit engem Rennen einen Sieger ausrufen - und wann den Gesamtsieger der Präsidentschaftswahl. Nur bei einem sehr klaren Wahlausgang könnte das noch in der Wahlnacht passieren.
Wie geht es nach der US-Wahl weiter?
Zur Unsicherheit trägt die Aussicht auf eine Justizschlacht bei, bei der beide Kandidaten den Wahlausgang anfechten könnten. Schon jetzt hat das Lager der Republikaner mehr als 130 Beschwerden gegen das Wahlprozedere eingereicht. Bei der Wahl im Jahr 2000 wurde der Streit um das extrem knappe Ergebnis erst einen Monat nach der Wahl vom Obersten Gerichtshof entschieden.
Ansonsten steht der Fahrplan fest: Am 17. Dezember sollen die Wahlleute ihre Stimme abgeben. Am 6. Januar soll der US-Kongress diese Stimmen auszählen und bestätigen. Am 20. Januar soll die Wahlsiegerin oder der Wahlsieger als Präsidentin oder Präsident vereidigt werden.
Harris vs. Trump – die Kandidaten im Überblick
Am 5. November 2024 wurde in den USA gewählt. Hier gibt es alle Infos zu den Kandidaten und den Programmen.
Wieviele US-Bürger dürfen am 5. November wählen?
Nach Angaben des in Washington ansässigen Bipartisan Policy Center sind dieses Jahr 244 Millionen US-Bürger stimmberechtigt. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 und den Kongress-Zwischenwahlen in den Jahren 2018 und 2022 zählte die Wahlbeteiligung laut Pew jeweils zu den höchsten seit Jahrzehnten.
2020 lag sie demnach bei rund 66 Prozent - laut Pew die höchste Wahlbeteiligung „bei allen nationalen Wahlen seit 1900“. Laut der zuständigen US-Behörde Census Bureau waren das in absoluten Zahlen fast 155 Millionen US-Bürger, die vor vier Jahren von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten.
Welche inhaltlichen Themen bestimmten den Wahlkampf?
- Wirtschaft: Nach drei Jahren hoher Inflation ist die Kaufkraft für viele Menschen in den USA ein großes Thema. Der Republikaner Trump plant Steuersenkungen für US-Bürger, die mithilfe von Zöllen von mehr als zehn Prozent auf alle US-Importe finanziert werden sollen. Mit ihrem Versprechen einer „Chancenwirtschaft“ will die Demokratin Harris die Mittelschicht für sich gewinnen. Zudem schlägt sie leichte Steuererhöhungen für die Reichsten im Land vor.
- Einwanderung: Für Trump ist der Schutz der Außengrenzen das wichtigste Wahlkampfthema. Er kündigte an, im Falle seiner Wiederwahl die Abschiebung Millionen illegal eingewanderter Menschen anzuordnen. Harris wich etwas von ihrem früheren Kurs ab und drohte irregulär eingereisten Migranten mit „Konsequenzen“. Unter der Biden-Harris-Regierung hatte das Land einen Höchststand an illegalen Einreisen zu verzeichnen.
- Abtreibung: Der Oberste Gerichtshof hob das nationale Recht auf Abtreibung im Jahr 2022 auf. Etwa 20 Bundesstaaten führten daraufhin vollständige Abtreibungsverbote ein oder beschränkten das Abtreibungsrecht. Es wird eine hohe Wahlbeteiligung von Frauen erwartet, da am Dienstag zehn Bundesstaaten auch über ihre Abtreibungsregelungen abstimmen lassen.
- Außenpolitik: Trump verspricht, die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine schnell zu beenden - allerdings ohne zu erklären, wie er das anstellen will. Harris hat zugesagt, die Ukraine weiterhin zu unterstützen, falls sie Präsidentin werden sollte.
- Klimaschutz: Die Vereinigten Staaten haben nach China die zweithöchsten Treibhausgasemissionen der Welt. Trotzdem legte keiner der beiden Kandidaten ein umfassendes Klimaschutzprogramm vor.