Ursula Andress
: Das erste Bondgirl wird 90

Zum 90. Geburtstag von Ursula Andress lohnt sich ein Blick auf das Leben der Schauspielerin, die mit einer einzigen Szene Filmgeschichte schrieb.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Sean Connery und Ursula Andress waren 1962 gemeinsam in "James Bond - 007 jagt Dr. No" zu sehen.

Sean Connery und Ursula Andress waren 1962 gemeinsam in "James Bond - 007 jagt Dr. No" zu sehen.

IMAGO/Capital Pictures

Ursula Andress feiert heute ihren 90. Geburtstag. Die Schweizer Schauspielerin ist untrennbar mit einer Szene verbunden, die bis heute zu den bekanntesten Momenten der Filmgeschichte zählt: ihr Auftritt im weißen Bikini in „James Bond – 007 jagt Dr. No“ (1962).

Mit diesem einen Moment wurde sie weltberühmt – und zum ersten offiziellen Bondgirl der Kinoreihe.

Der Durchbruch aus dem Nichts

Geboren am 19. März 1936 in der Nähe von Bern, verlief Andress’ Weg nach Hollywood alles andere als geradlinig. Sie verließ die Schule früh, ging nach Paris, später nach Rom und arbeitete dort unter anderem als Model.

1955 zog sie nach Hollywood. Der Start verlief holprig: Trotz Studiovertrag bekam sie zunächst kaum Rollen. Erst Jahre später kam der entscheidende Durchbruch – mit einer Rolle, die Filmgeschichte schrieb.

Der Bikini, der alles veränderte

Als Honey Ryder in „Dr. No“ steigt Ursula Andress aus dem Meer – in einem weißen Bikini, mit Messer am Gürtel. Die Szene wurde zum Symbol für das James-Bond-Franchise und machte sie über Nacht zum Weltstar.

Sie selbst sagte später, dieser Bikini habe ihr Leben verändert. Der Erfolg brachte ihr nicht nur internationale Bekanntheit, sondern auch finanzielle Unabhängigkeit und freie Rollenwahl.

1964 wurde sie dafür mit dem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.

Er spielte das James-Bond-Thema: Gitarrist Vic Flick ist tot: ARCHIV - 31.05.1962, ---: Die Schauspielerin Ursula Andress betrachtet im Juni 1962 während der Dreharbeiten zu dem Thriller «James Bond - 007 jagt Dr. No» (Szenenfoto) eine Muschel. In dem Film war erstmals das berühmte James-Bond-Thema zu hören, bei dem Vic Flick die Leadgitarre spielt. Jetzt ist der Gitarrist gestorben. (zu dpa: «Er spielte das James-Bond-Thema: Gitarrist Vic Flick ist tot») Foto: UPI/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

1962 gelang Ursula Andress im ikonischen Bikini der Durchbruch.

UPI/dpa

Zwischen Kultstatus und Klischee

In den 1960er- und 70er-Jahren gehörte Andress zu den gefragtesten Schauspielerinnen im internationalen Kino. Sie spielte an der Seite von Größen wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Marcello Mastroianni.

Gleichzeitig wurde ihr Image stark auf ihr Aussehen reduziert. Kritiker nannten sie spöttisch „Ursula Undress“ – ein Spitzname, der ihre häufig freizügigen Rollen kommentierte.

Trotzdem blieb sie ein prägender Teil der Popkultur – nicht zuletzt, weil sie das Bild des Bondgirls nachhaltig definierte.

Rückzug aus der Öffentlichkeit

In den späteren Jahren zog sich Andress zunehmend aus dem Rampenlicht zurück. Nach ihrem letzten Filmprojekt Mitte der 2000er-Jahre wurde es ruhig um sie.

Heute lebt sie zurückgezogen in Rom und meidet öffentliche Auftritte weitgehend. Einer ihrer letzten bekannten Auftritte war 2019 bei einer Kunstausstellung in Bern.

Die Schweizer Filmlegende Ursula Andress grüßt die Fans auf dem roten Teppich an der Wahlnacht zur Miss Schweiz 2014 auf dem Bundesplatz.

Die Schweizer Filmlegende Ursula Andress grüßt die Fans auf dem roten Teppich an der Wahlnacht zur Miss Schweiz 2014 auf dem Bundesplatz.

picture alliance/dpa/Keystone/epa

Mehr als nur ein Bondgirl

Auch wenn sie oft auf ihre Rolle in „Dr. No“ reduziert wird: Ursula Andress war eine der ersten europäischen Schauspielerinnen, die in Hollywood und international erfolgreich waren und dabei mehrere Filmindustrien miteinander verbanden.

Ihr Einfluss reicht bis heute: Kaum ein Bondgirl wird nicht an ihr gemessen.

Ein Geburtstag mit Symbolkraft

Mit 90 Jahren steht Ursula Andress für eine Ära des Kinos, in der einzelne Szenen Ikonen schufen – und Karrieren mit einem Moment entschieden wurden.

Ihr Auftritt im weißen Bikini ist längst mehr als nur Filmgeschichte. Er ist ein Stück Popkultur, das bis heute nachwirkt.