Urlaub in Gefahr?: Neue Karte zeigt, wo Reisen jetzt riskanter wird

Die neue Reise-Risikokarte für 2026. Farbliche Einstufungen zeigen, welche Länder aktuell als sicher gelten und wo Risiken bestehen.
A3M Global MonitoringDie Sicherheitslage in vielen Teilen der Welt hat sich zuletzt spürbar verändert. Während einige Urlaubsländer stabil bleiben, gilt das für andere Regionen nicht mehr. Eine außerplanmäßig aktualisierte Risiko-Karte des Hamburger Krisenexperten A3M zeigt, welche Reiseziele 2026 als sicher gelten und wo Risiken zugenommen haben.
Warum die Risk Map 2026 jetzt aktualisiert wurde
Das auf Frühwarnungen spezialisierte Unternehmen A3M hat seine „Risk Map 2026“ kurzfristig überarbeitet. Anlass sind primär jüngste geopolitische Entwicklungen, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, aber auch zunehmende politische Spannungen in anderen Weltregionen.
Die Karte dient Reiseveranstaltern, Unternehmen und Individualreisenden als Orientierungshilfe. Hier gibt es sie in höherer Auflösung und zum Download. Sie bewertet Länder und Regionen anhand von fünf Risikostufen und zeigt, wie stark Sicherheitsrisiken das Reisen beeinflussen können:
- Sehr geringes Risiko (dunkelgrün): Reisen sind grundsätzlich mit sehr geringen Risiken verbunden. Das Land, die Region kann ohne Einschränkungen bereist werden.
- Geringes Risiko (hellgrün): Reisen sind mit geringen Risiken verbunden. Das Land, die Region kann mit wenigen Einschränkungen bereist werden.
- Erhöhtes Risiko (gelb): Reisen sind mit erhöhten Risiken verbunden. Das Land, die Region kann jedoch ohne weitreichende Vorkehrungen bereist werden.
- Risiko (orange): Reisen sind mit hohen Risiken verbunden. Das Land, die Region kann nur mit größeren Einschränkungen bereist werden.
- Sehr hohes Risiko (rot): Reisen sind mit sehr hohen Risiken verbunden. Das Land, die Region kann nur mit erheblichen Einschränkungen oder gar nicht bereist werden. Vor der Reise müssen umfassende Vorkehrungen getroffen werden (z.B. Sicherheitskonzept für die Reise).
Hier werden die Einstufungen ausführlich erklärt.
Naher Osten: Sicherheitslage deutlich verschärft
Die größten Veränderungen betreffen den Nahen Osten. Nach militärischen Eskalationen, darunter israelische Angriffe auf Ziele im Iran, hat sich die Sicherheitslage in mehreren Ländern der Region deutlich verschlechtert. Selbst dort, wo Angriffe abgewehrt werden, bleibt die Gefahr bestehen. „Viele Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran werden zwar abgefangen, doch auch Trümmerteile können Schäden und Opfer verursachen“, erklärt Marcel Conrad, Deputy Chief Content Officer bei A3M Global Monitoring. Hinzu kommen Risiken auf See: „Schiffe im Persischen Golf und im Golf von Oman sind ebenfalls Angriffen ausgesetzt.“
Israel wurde von einem erhöhten Risiko (Gelb) auf ein hohes Risiko (Orange) hochgestuft. Auch Jordanien gilt inzwischen als riskanter, nachdem dort wiederholt Drohnen und Raketen abgefangen wurden und militärische Einrichtungen ins Visier geraten sind.
Weiterhin wurden mehrere Staaten der Golfregion neu bewertet. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und Kuwait kam es zu gezielten Angriffen auf sicherheitsrelevante Infrastruktur wie Flughäfen, Militärstützpunkte und Energieanlagen. Auch beliebte Reiseziele wie Dubai stehen verstärkt im Fokus. Die betroffenen Länder wurden auf die Risikostufe „hoch“ (Orange) angehoben.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in Saudi-Arabien und Oman. Während sich Angriffe in Saudi-Arabien unter anderem auf die Hauptstadt Riad sowie auf Öl- und Militäranlagen konzentrieren, kommt es in Oman vermehrt zu Vorfällen entlang wichtiger Hafenrouten und rund um die Straße von Hormus. Beide Länder gelten nun ebenfalls als deutlich riskanter. In Saudi-Arabien wurden die betroffenen Regionen auf ein hohes Risiko (Orange) hochgestuft, Oman wurde landesweit auf hohes Risiko (Orange) hochgestuft.
Der Iran bleibt unverändert auf der höchsten Risikostufe (Rot). Auch im Irak ist die Lage weiterhin äußerst angespannt, insbesondere in bestimmten Regionen und im Umfeld militärischer Einrichtungen.
Anpassungen auch in anderen Regionen
Neben dem Nahen Osten hat A3M auch in anderen Teilen der Welt Veränderungen festgestellt. Auf Zypern hat sich die Sicherheitslage im Zuge der regionalen Spannungen verschlechtert. Die Insel wurde von einem geringen auf ein erhöhtes Risiko hochgestuft. Auch Kuba wird nun kritischer bewertet. Hintergrund sind verschärfte wirtschaftliche Probleme infolge der US-Sanktionen sowie zunehmende Versorgungsengpässe und erste Proteste im Land. Grönland wurde erstmals neu eingestuft. Geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit territorialen Interessen haben zu einer leichten Herabstufung geführt. Insgesamt gilt die Lage dort jedoch weiterhin als stabil.
Urlaub 2026 planen: Das sollten Reisende jetzt wissen
Bei der Vorbereitung einer Reise in betroffene Regionen sollte man informiert bleiben. „Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sind ein guter Ausgangspunkt“, sagt Marcel Conrad. Ergänzend empfiehlt er aktuelle Nachrichtenquellen wie „Newsticker großer Medien wie BBC oder Al Jazeera“.
Auch die Art der Buchung spielt eine entscheidende Rolle. „Bei einer unklaren Sicherheitslage oder um grundsätzlich gegenüber Risiken besser abgesichert zu sein, empfiehlt sich die Buchung einer Pauschalreise“, so Conrad. Denn: „Pauschalreisen in Länder mit aktueller Reisewarnung können kostenlos storniert oder umgebucht werden.“
Für Individualreisende gilt das nicht. Deshalb rät Conrad zur Vorsicht: „Bei privat gebuchten Reisen ist es sinnvoll, die Reisewarnungen regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls selbst zu stornieren.“ „Wer unsicher ist, sollte Flexoptionen buchen, um kurzfristig umbuchen zu können.“ Zudem sollten sich Reisende „in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen“.
Für Fernreisen gilt laut Conrad: „Fernreisen Richtung Westen sind unkritisch, Richtung Südostasien sollte man auf Direktflüge setzen. Nicht jede Fernreise ist derzeit unvernünftig – aber Umsteigeverbindungen über die Golf-Hubs sind momentan klar störanfälliger als üblich.“
