Unwetter in Sachsen aktuell: In welchen Regionen ist mit Hochwasser zu rechnen?

In Sachsen sind schwere Unwetter vorhergesagt.
Sebastian Kahnert/dpaIn Sachsen müssen sich die Menschen nach Einschätzung des Landesumweltamtes auf Hochwasser am Wochenende vorbereiten. Welche Regionen in Sachsen sind jetzt bedroht?
Starkregen in Sachsen: Wann drohen Unwetter und Hochwasser?
Leichte Entwarnung für Sachsen: Das Unwetter trifft den Freistaat aktuellen Prognosen zufolge an diesem Wochenende nicht so stark wie zunächst befürchtet. Nur für Samstag gebe es ab der zweiten Tageshälfte eine Warnung vor schweren Gewittern, sagte Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag.
Bei lokal begrenzten Gewittern könnten am Samstag in Verbindung mit dem Dauerregen durchaus noch 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. „Dann kann es zu überfluteten Straßen und Unterführungen kommen sowie Keller können volllaufen“, betonte der Meteorologe. Mit einer großflächigen Unwetterlage in Sachsen sei aber nicht zu rechnen. Dort, wo starke Gewitter auftreten, besteht die Gefahr von Blitzschlag, umstürzenden Bäumen sowie Hagelschlag. Autofahrer müssten mit Aquaplaning rechnen.
Karte: Welche Regionen sind von Hochwasser bedroht?
Betroffen seien laut Nachrichtenagentur dpa vor allem der Leipziger Raum und das Vogtland. Am späten Freitagabend sollte Dauerregen einsetzen. Kommunen haben Vorkehrungen getroffen: In Chemnitz wurden mobile Hochwasserschutzwände in Stellung gebracht, in mehreren Orten stehen Sandsäcke für die Bürger bereit. Mehrere Schlösser und Parks in Sachsen bleiben am Wochenende zu.
Problematisch ist nach Angaben des Meteorologen Scholz, dass im Vogtland die Böden schon sehr gesättigt sind und kaum noch mehr Wasser aufnehmen können. Der Regen fließe dann direkt in die Flüsse zurück. Daher könnten vor allem die Pegelstände in kleineren Flüssen und Bächen weiter ansteigen.
„Aus jetziger Sicht wird das Vogtland im Oberlauf der Weißen Elster am stärksten betroffen sein“, teilte das Landeshochwasserzentrum in Dresden am Freitag mit. Im Zuge der Niederschläge werde das Wasser ab der Nacht auf Samstag deutlich ansteigen, in den Flussgebieten der Oberen Weißen Elster und Mulde vereinzelt bis zum Richtwert der Alarmstufe 2. Von Samstagmittag bis Sonntagmittag besteht den Angaben nach die Gefahr lokaler Sturzfluten und kleinräumiger Hochwasser. Ein Überschreiten der Richtwerte der höchsten Alarmstufe 4 in Sachsens Flussgebieten ist aber „aus jetziger Sicht nicht erkennbar“.
Der Deutsche Wetterdienst hat ebenfalls hat für den frühen Abend vor starkem Gewitter in den Landkreisen Görlitz, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gewarnt. Es bestehe die Gefahr von Gewittern der Stufe 2 von 4, hieß es in einer amtlichen Meldung. Gewarnt wurde unter anderem vor Blitzschlag, vereinzelt umstürzenden Bäumen, raschen Überflutungen von Straßen und Unterführungen sowie Aquaplaning und Hagel.
Auf der Karte der Unwetterzentrale und des Deutschen Wetterdienstes können Sie die aktuellen Gefahrenmeldungen nachlesen.
Behörden warnen die Bürger
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) appellierte angesichts der Prognose dringlich an die Bevölkerung, im Falle von Hochwasser und Überflutungen auf die eigene Sicherheit zu achten. Das heißt: sich von Fließgewässern fernhalten, bei Starkregen mit Wassereinbruch nicht in Keller, Tiefgaragen und Unterführungen gehen oder fahren sowie überflutete Bereiche weder zu Fuß nicht mit dem Fahrzeug durchqueren.
Wie ist die Lage in Deutschland insgesamt und in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg?
Wann wird das Wetter in Sachsen wieder besser?
Für Sonntag erwartet der DWD eine Beruhigung der Wetterlage, weil das Tief in Richtung Polen abzieht. Es bleibe wechselhaft, mit Schauern und kurzen Gewittern. Mit Unwettern sei aber nicht mehr zu rechnen, betonte Meteorologe Scholz.
Quellen:
- unwetterzentrale.de: Sachsen
- dwd.de: Warnungen Sachsen