Unwetter in Italien
: Alarmstufe rot - Zyklon sorgt für Hochwasser und Erdrutsche

Statt frühlingshafter Feiertage herrscht in Italien Ausnahmezustand. Unwetter bringen heftigen Regen, Sturm und Hochwasser. Wo es am gefährlichsten ist und was Urlauber beachten sollten.
Von
Doreen Matschuk
Turin
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Unwetter in Toskana

Ausnahmezustand in Italien: Statt frühlingshafter Feiertage herrscht hier Unwetter. Ein Zyklon bringt heftige Regenfälle und Sturm, was zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt.

Giuseppe Cabras/IPA via ZUMA Press/dpa

Unwetter in Italien: Seit Dienstag (15. April) sorgen massives Unwetter für Chaos in Norditalien. Straßen und Zuglinien mussten gesperrt werden. Ein Ort wurde sogar durch eine Schlammlawine geteilt. Welche Regionen Urlauber meiden sollten und worauf sie achten sollten.

Unwetter über Ostern: Heftiger Starkregen trifft Norditalien

Besonders betroffen sind die Regionen im Norden Italiens, darunter Südtirol, Piemont, Lombardei sowie Teile der Emilia-Romagna. Die Kombination aus Starkregen, Sturmböen und Gewittern führt zu Überschwemmungen, Erdrutschen und massiven Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Überschwemmungen sorgen für Straßen- und Brückensperrungen

Die italienischen Behörden haben sicherheitshalber zahlreiche Straßen gesperrt – darunter auch eine wichtige Autobahnverbindung. In der Region um Pinerolo nahe Turin wurden zwei Brücken geschlossen, da ein übertretender Fluss die Infrastruktur gefährdet. Die Gemeindeverwaltung rät den Einwohnern, möglichst zu Hause zu bleiben.

Erdrutsch in Modena: Ort Boccasuolo von Schlammlawine geteilt

In der Provinz Modena ereignete sich ein besonders dramatischer Vorfall: Infolge der anhaltenden Regenfälle kam es zu einem Erdrutsch, der den kleinen Ort Boccasuolo durch eine Schlammlawine entzweit hat. Die Bewohner wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Rettungskräfte sind im Dauereinsatz.

Zugverbindungen unterbrochen – auch internationale Strecken betroffen

Auch der Bahnverkehr ist erheblich eingeschränkt. Auf der Simplon-Linie – einer zentralen Verbindung zwischen Italien und der Schweiz – wurde der Zugverkehr vollständig eingestellt, da Gleise überflutet wurden. Weitere Streckensperrungen in Norditalien könnten folgen.

Alarmstufe rot: 3 Meter Wellen an Küste erwartet

Das nationale Amt für Zivilschutz hat die Alarmstufen in vielen Regionen auf Gelb und Orange erhöht. In Turin und im Piemont herrscht mittlerweile Alarmstufe rot. Vor allem im Norden, aber auch im Süden – etwa in der Region Apulien – wird weiterhin mit heftigem Niederschlag und Gewittern gerechnet. Besonders an den Küsten droht gefährliche Brandung mit Wellenhöhen von bis zu drei Metern.

Wetterprognose: weitere Gewitter und viel Regen in Aussicht

Laut aktuellen Prognosen bleibt die Lage in Norditalien auch in den kommenden Tagen angespannt.  Es kann weiterhin vielerorts zu Gewittern kommen. Auch in der südlichen Region Apulien soll es viel Niederschlag geben. Touristen und Einheimische müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen und sollten die betroffenen Regionen am besten meiden.