Unwetter mit Starkregen haben in Südfrankreich am Dienstag, 14.09.2021, für Überschwemmungen und Hochwasser gesorgt.
Etliche Straßen waren nicht mehr befahrbar und Ortskerne von Wasser überflutet. Die Autobahn A9 zwischen Nîmes und Montpellier war blockiert. Am Dienstagabend gab es einen Vermissten und ein von einem Blitzschlag getroffener Arbeiter wurde leicht verletzt. Für Mittwoch, 15.09.2021, war bereits weiterer Regen angekündigt. Auch für Donnerstag (16.09.) sind vom Wetterportal meteoalarm.org mehr als 40 Unwetterwarnungen herausgegeben.

Insgesamt 44 Unwetterwarnungen für Frankreich am 16.09.2021

Update: 16.09.2021, 17 Uhr

Mindestens neun Menschen sind durch das Unwetter in Südfrankreich ums Leben gekommen. Nach Angaben des britischen TV-Senders Sky News sind die neun Toten beim Schwimmen im Meer ertrunken. Der Bürgermeister der Gemeinde Vias sagte nach Angaben des Senders: „Ich kann nicht verstehen, wie die Menschen bei den stürmischen Bedingungen ins Wasser gekommen sind. Das ist ein dramatischer Tag für unsere Region.“
Das Wetter sollte am Donnerstag und Freitag weiterhin stürmisch bleiben. In Teilen Südfrankreichs war innerhalb weniger Stunden so viel Wasser gefallen wie sonst in zwei Monaten.

Update: 16.09.2021, 9:40 Uhr

Auch am Donnerstag, den 16. September sind noch Teile Südfrankreichs von Unwettern und den Folgen betroffen. Aktuell sind insgesamt 44 einzelne Unwetterwarnungen vor Gewitter, Überschwemmung und Hochwasser sowie Starkregen herausgegeben. Auch eine Tornado-Gefahr besteht aktuell laut Wetter.de - wenn auch gering.

Unwetterwarnung für 13 Departements

Nach dem Unwetter vom Dienstag wurde in den betroffenen Gebieten bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. Allerdings werden in für Mittwoch, 15.09.2021, erneut große Regenmassen in Südfrankreich erwartet. Es wurde eine Unwetterwarnung der zweithöchsten Stufe Orange für 13 Departements ausgesprochen.

Autobahn und Bahngleise blockiert: Reparaturen dauern bis zum Wochenende an

Räum- und Reinigungsfahrzeuge waren bis in die Nacht auf der Autobahn A9 zwischen Nîmes und Montpellier im Einsatz, um die von Geröll und Wassermassen zeitweise blockierte Verbindung wieder befahrbar zu machen. Der aufgestaute Verkehr fuhr zunächst auf einer Spur ab. Die Reparaturarbeiten an Bahngleisen werden nach Angaben des Betreibers SNCF teilweise nicht vor dem Wochenende beendet sein.

Unwetter in Frankreich: Schulen am Mittwoch geschlossen

Alle Schulen im Departement sollten am Mittwoch geschlossen bleiben. Unterdessen traf Innenminister Gérald Darmanin am Abend in der betroffenen Region ein.
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Innenminister Darmanin: Katastrophenfall soll festgestellt werden

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hatte die betroffene Region am Abend aufgesucht und Unterstützung zugesichert. Der Katastrophenfall soll zeitnah festgestellt werden, dies helfe den Betroffenen unter anderem bei der Abwicklung von Schäden über die Versicherung. „Ich sichere den Bewohnern, die von dem Unwetter betroffen sind, alle meine Unterstützung zu und rufe in den nächsten Tagen zu größter Vorsicht auf“, sagte der Minister.

Unwetter in Frankreich: Vermisste Personen lebend gefunden

Zwei zunächst vermisste Menschen tauchten wohlbehalten wieder auf, teilte das Departement Gard mit. Wie der Sender BFMTV meldete, musste ein Campingplatz mit 60 Menschen evakuiert werden. Das Wasser habe den Platz sehr schnell geflutet. Anwohner berichteten von Wassermassen, wie sie sie seit Jahrzehnten nicht gesehen hätten. Der Zivilschutz berichtete von 687 Einsätzen in der Region.