Hochwasser in Deutschland aktuell
: Welche Regionen und Städte sind bedroht?

In Deutschland bahnen sich erneut schwere Unwetter an, es droht Hochwasser in mehreren Regionen.
Von
Philipp Staedele
Berlin
Jetzt in der App anhören
Hochwasser (Symbolbild)

Deutschland drohen schwere Unwetter und Hochwasser.

Sebastian Gollnow/Archivbild/dpa

In Deutschland droht erneut Hochwasser in mehreren Regionen. Der Deutsche Wetterdienst warnt zum Wochenende vor heftigem Regen und Hochwassergefahr. Welche Regionen sind jetzt besonders bedroht?

Unwetter in Deutschland: Wann droht Hochwasser?

Angesichts der ab Freitag in weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands erwarteten extremen Starkregenfälle haben Meteorologen und Behörden ihre Unwetterwarnungen nochmals bekräftigt. Erwartet wurde in Teilen Deutschlands demnach verbreitet Niederschläge von bis zu hundert Litern pro Quadratmetern binnen 48 Stunden, örtlich sogar von bis zu 150 Litern.

Überflutete Keller in der Mitte und im Norden Deutschlands, im Osten drohen schwere Gewitter, im Süden hat ein erster Landkreis nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Freitagabend vorbereitend bereits den Katastrophenfall ausgerufen: Vor allem den Süden erwartet ein Wochenende mit erheblichem Dauerregen.

Karte: Welche Regionen sind von Hochwasser bedroht?

Für weite Teile Bayerns ist bis Sonntag Dauerregen angekündigt. Insbesondere Schwaben und Oberbayern sind betroffen. Bis Samstagnachmittag gab der DWD für diese beiden Bezirke Unwetterwarnungen heraus. Es sei mit „extrem ergiebigem Dauerregen“ der Stufe 4 (von 4) zu rechnen. Durch massive Überflutungen und hohe Pegelstände, unpassierbare oder von Wassermassen eingeschlossene Gebiete bestehe „große Gefahr für Leib und Leben“. Auch in Franken und weiten Teilen der Oberpfalz sei mit Starkregen und am Samstag auch mit Gewitter zu rechnen, so der DWD. Günzburg hat am Freitagabend bereits vorbereitend den Katastrophenfall ausgerufen. Das Günzburger Landratsamt teilte mit Blick auf den Katastrophenfall mit, es gehe darum, die potenziell betroffenen Städte und Gemeinden besser unterstützen zu können.

In Teilen Baden-Württembergs wurde ebenfalls die höchste Warnstufe ausgerufen. „Da fällt quasi eine Monatsmenge Regen innerhalb von zwei Tagen“, sagte ein DWD-Meteorologe am Freitagnachmittag. „Es ist vergleichbar mit den Regenmengen, die vor Kurzem im Saarland herunterkamen.“ Wie sich diese Regenmengen auswirken, könne man noch nicht sagen. Es komme etwa darauf an, was Flüsse verkrafteten, ob es Ausweichwiesen gebe und welche Hochwassermaßnahmen getroffen würden.

Am stärksten sind dem Meteorologen zufolge die Regionen Oberschwaben und Ostalb betroffen. So werden in Ravensburg etwa Niederschlagsmengen zwischen 60 und 100 Liter pro Quadratmeter erwartet. Im südlichen Oberschwaben sowie auf der Ostalb können demnach sogar extreme Regensummen von bis zu 150 Liter pro Quadratmeter erreicht werden.

Wetter in Bayern — Viel Regen erwartet: 31.05.2024, Bayern, München: Ein kleiner Weg ist am Ufer der Isar vom Wasser überspült. In Bayern müssen sich die Menschen in vielen Landesteilen auf Regen und Gewitter einstellen. Besonders am Wochenende rechnen die Meteorologen des Wetterdienstes im Freistaat mit viel Regen. Mit dem erwartetetn Dauerregen steigt auch die Hochwassergefahr. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bayern, München: Ein kleiner Weg ist am Ufer der Isar vom Wasser überspült. In Bayern müssen sich die Menschen in vielen Landesteilen auf Regen und Gewitter einstellen.

Sven Hoppe/dpa

Die Menschen in Sachsen-Anhalt müssen sich für das Wochenende ebenfalls teils auf viel Regen und Gewitter einstellen. Für Samstag gebe es ab der zweiten Tageshälfte eine Warnung vor schweren Gewittern, sagte Robert Scholz vom DWD. Betroffen seien vor allem einige wenige Gebiete im südlichen Sachsen-Anhalt sowie der Osten Thüringens bis in den Raum Leipzig in Sachsen. Am späten Freitagabend soll Dauerregen einsetzen - vor allem im Süden des Landes.

Die thüringischen Behörden haben insbesondere auch Erfurt im Blick - dort wird noch bis Sonntag der Katholikentag abgehalten. Die Sicherheitsbehörden beurteilten zusammen mit dem Veranstalter die Sicherheits- und Wetterlage, so Landesinnenminister Georg Maier (SPD). Die Zelte für das Gläubigentreffen seien für die Windstufen und Niederschlagsmenge vorbereitet. „Kräfte für eine Einsatzlage wurden sensibilisiert und teilweise in Rufbereitschaft versetzt.“ Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt trifft das Unwetter allerdings voraussichtlich weniger stark als zunächst befürchtet.

Auf der Karte des DWD können Sie die aktuellen Gefahrenmeldungen nachlesen.

Wetter in Deutschland: Feuerwehren warnen vor Gefahren

Der Unwetter-Fokus liegt auf dem Süden Deutschland. Dem Wetterdienst zufolge führt das Niederschlagsgebiet im Laufe des Freitags „in einem Bogen zwischen Main und Donau in Richtung Bodenseeregion“. Darin eingebettet seien einzelne Gewitter mit Starkregen. Auch abseits der am stärksten betroffenen Gebiete kann hier viel Niederschlag zusammenkommen - bis zum Samstagmorgen Mengen von 40 bis 70 Litern pro Quadratmeter in nur 24 Stunden.

Die Fachleute sagen: Sollte es derart viel regnen, sind Überflutungen wahrscheinlich. Nach Angaben des DWD kann Gefahr für Leib und Leben durch Überflutungen von Straßen, Unterführungen sowie gewässernahen Gebäuden drohen. Auch Erdrutsche seien möglich.

Auch die Feuerwehren warnten bereits vor möglichen Gefahren. „Überflutete Straßen und Wege bergen Risiken – egal, ob man mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Zweirad unterwegs ist“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hermann Schreck. „Immer wieder werden die Feuerwehren etwa zu Unterführungen alarmiert, in denen Fahrzeuge steckengeblieben sind.“ Oft sei das Wasser höher als gedacht.

Quellen: