Hochwasser in BW aktuell: Welche Regionen sind betroffen?

Baden-Württemberg ist zurzeit von schweren Überschwemmungen betroffen.
Andreas Rosar/dpaTeile von Baden-Württemberg wurden in den letzten Tagen regelrecht weggeschwemmt. Zwar bekommen die Rettungskräfte die Lage wieder in den Griff, doch für mindestens zwei Menschen kommt jede Hilfe zu spät. In welchen Regionen in Baden-Württemberg drohen jetzt Unwetter und Hochwasser?
Hochwasser Karte: Welche Regionen und Städte in BW sind betroffen?
Nach tagelangen schweren Regenfällen und Überflutungen hatte die Hochwasserlage auch am Montag zunächst noch weite Teile der Region rund um Stuttgart sowie in Oberschwaben und im Allgäu fest im Griff. Vor allem an Rems und Murr sowie im Ostalbkreis verschärfte sich die Lage, bis die Behörden im Laufe des Tages Entwarnung gaben.
In Schorndorf im Rems-Murr-Kreis wurden bei Abpumparbeiten in einem Haus zwei Leichen entdeckt. Zuvor waren auch bereits in Bayern zwei Tote geborgen worden. Trotz der beiden Toten - laut Polizeipräsidium Aalen ein Mann und eine Frau - gab es unter anderem im Rems-Murr-Kreis viele Entwarnungen.
Auch für die zuvor besonders stark vom Hochwasser gebeutelte Gemeinde Rudersberg gab es Entwarnung. Dort hatte der Starkregen Schäden angerichtet. Auf Fotos waren Schlammmassen, verzweifelte Anwohner in Gummistiefeln und tonnenschwere Autos zu sehen, die wie leichtes Spielzeug weggetrieben wurden.

Baden-Württemberg, Rudersberg: Blick auf ein durch Hochwasser zerstörtes Gebäude. Seit Tagen kämpfen die Helfer in Bayern und Baden-Württemberg gegen die Flut und ihre Folgen.
Alexander Wolf/onw-images/dpaIn der Stadt Ebersbach an der Fils (Kreis Göppingen) südöstlich von Stuttgart wurden Anwohnerinnen und Anwohner einiger Straßenzüge evakuiert. Die Überflutungen betrafen ein Wohngebiet, wie das Landratsamt Göppingen am Morgen mitteilte. Unklar war noch, wie viele Menschen betroffen waren.
Auch im Ostalbkreis spitzte sich die Hochwasserlage am Morgen zunächst zu. Wegen vorhergesagter Überflutungen wurden in der Nacht vorsorglich Menschen in Teilen der Gemeinden Leinzell, Heuchlingen und Göggingen aus ihren Häusern gebracht, wie eine Sprecherin des Krisenstabs mitteilte. Die Gemeinde Täferrot wurde zeitweise ebenfalls evakuiert. Später stufte der Krisenstab die Hochwasserlage von einem sogenannten Extremhochwasser- zu einem Jahrhunderthochwasser-Ereignis zurück. Ein Großteil der Menschen konnte in die Häuser zurückkehren. Entwarnung gebe es zwar nicht. „Aber es ist ein deutliches Signal der Verbesserung“, sagte die Sprecherin.
Ähnlich klang es im benachbarten Landkreis Ludwigsburg, wo die Behörden anfangs noch einen weiteren Anstieg des Wasserstands von Rems und Murr erwartet hatten.
In Esslingen am Neckar sollte ein provisorischer Damm eine vorhergesagte Überflutung von Teilen der historischen Altstadt verhindern.
Die schweren Regenfälle haben auch Folgen im Schwarzwald: Im Schwarzwald-Baar-Kreis lösten sie mehrere Erdrutsche aus. Bei dem zu Villingen-Schwenningen gehörenden Ort Mühlhausen gerieten entlang einer Land- und einer Kreisstraße Erdmassen in Bewegung, die Straßen mussten nach Worten einer Polizeisprecherin gesperrt werden. Im Ort selbst seien mehrere Menschen mit Schlauchbooten in Sicherheit gebracht worden, nachdem das Wasser in einer Straße dort bis zu 1,80 Meter hoch stand.
Auf der Karte der Unwetterzentrale und des Deutschen Wetterdienstes können Sie die aktuellen Gefahrenmeldungen nachlesen.
Die aktuellen Pegelstände in Baden-Württemberg
Aktuell sind die Wasserstände an den meisten Gewässern laut der Website der Hochwasservorhersagezentrale BW des Landes wieder fallend. Lediglich an der Donau ab dem Pegel Beuron, am Bodensee und Hochrhein sowie am Oberrhein am Pegel Mannheim sind noch steigende Tendenzen zu verzeichnen:
- Aufgrund von extremen Starkregen haben sich vereinzelt über 100-jährliche Hochwasser ausgebildet. Dies betrifft u.a.: den Neckarzufluss Prim am Pegel Göllsdorf, den Remszufluss Wieslauf am Pegel Haubersbronn und den Murrzufluss Buchenbach am Pegel Leutenbach
- Für den weiteren Tagesverlauf bis Montag 18 Uhr besteht eine Warnung des DWD vor Dauerregen zwischen 30-40 mm für den Bereich Oberschwaben und Allgäu
- Aufgrund der im Allgäu an der Grenze zu Bayern noch erwarteten Dauerniederschläge können sich in den östlichen Bodenseezuflüssen z.B. der Argen erneute Wasserstandsanstiege ergeben. In einzelnen Fällen könnten sich lokale Überflutungen in bebauten Gebieten und Ortslagen entwickeln.
- Am Neckarpegel Gundelsheim ist aktuell ein etwa 15-jährliches Hochwasser erreicht, am Neckarpegel Heidelberg ein knapp 10-jährliches Hochwasser.
- Im Oberrhein am Pegel Maxau wurde am Sonntag-Nachmittag der Scheitelwert mit einem Wasserstand von 8,29 m im Bereich eines 5-jährlichen Ereignisses erreicht. Für den Oberrhein am Pegel Worms wird für Dienstag ein Anstieg der Wasserstände im Bereich eines etwa 10-jährlichen Hochwassers erwartet.
- Am Pegel Berg/ Donau wird der Hochwasserscheitel im Bereich eines 2-jährlichen Ereignisses am Dienstag vorhergesagt.
Wie sind die Wetteraussichten für Baden-Württemberg?
Und noch ein kleiner Hoffnungsschimmer: Während die Meteorologen vor allem in Oberschwaben weiter längere Regenfälle und im Allgäu Unwetter oder Gewitter erwarten, setzt sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in den übrigen Regionen Baden-Württembergs zunehmend auch mal die Sonne durch. „Es bleibt sonst meist trocken, im Tagesverlauf auch mit Sonne“, sagte ein DWD-Experte am Montagmorgen. Das gelte auch für die zuletzt vom Hochwasser besonders stark betroffenen Regionen rund um die Landeshauptstadt Stuttgart.
Quellen:
- unwetterzentrale.de: Baden-Württemberg
- dwd.de: Warnungen Baden-Württemberg
- hvz-baden-uerttemberg.de: Pegelstände