Unwetter heute
: Wo drohen heute noch Gewitter, Sturm und Regen?

Erneut wüten in Deutschland teils schwere Unwetter, betroffen sind vor allem bevölkerungsreiche Gegenden. Wo drohen heute noch Gewitter, Sturm und Regen?
Von
Philipp Staedele
Frankfurt/Main
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15.08.2023, Bayern, Vilshofen: Bereits am Dienstag sind Gewitter über Bayern gezogen. Am Mittwoch kam es in vielen Regionen in Deutschland zu teils schweren Unwettern. Doch wie sieht es heute aus?

zema-medien/dpa

In Teilen Deutschlands führten anhaltende Regenfälle am Mittwochabend und in den frühen Stunden des Donnerstags zu diversen Problemen wie Überflutungen, überfluteten Kellern und beeinträchtigten Flugverbindungen. Besonders stark betroffen war das Rhein–Main–Gebiet rund um Frankfurt.

Frankfurter Flughafen steht nach zahlreichen Gewittern unter Wasser

Um Frankfurt wüteten heftige Gewitter, die mit einer „außerordentlich hohen Blitzfrequenz eine regelrechte Lichtshow geliefert haben“, sagte Felix Dietzsch von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag in Offenbach zu der Nachrichtenagentur dpa. Durch den U–Bahnhof Frankfurt–Süd liefen Wassermassen. Aufgrund der starken Regenfälle wurden am Frankfurter Flughafen, Deutschlands größtem Airport, Dutzende Flüge gestrichen.

Am Abend des Mittwochs hatten sich auf dem Vorfeld des Flughafens beträchtliche Wassermassen angesammelt, erklärte ein Sprecher der Flughafendienststelle. Dies führte zur Annullierung zahlreicher Flüge, Verspätungen beim Abflug und Umleitungen zu anderen Flughäfen. Vorläufige Schätzungen deuten darauf hin, dass eine vierstellige Anzahl von Passagieren von diesen Schwierigkeiten betroffen war.

In Nordrhein–Westfalen brachte ein intensives Gewitter mit starkem Regen in einigen Städten des Ruhrgebiets überflutete Straßen und vollgelaufene Keller mit sich. In Gelsenkirchen mussten Menschen aus ihren Fahrzeugen gerettet werden, da mehrere Autobahnunterführungen unter Wasser standen, so die Feuerwehr. Einige Straßen in der Stadt waren nur noch mit Schlauchbooten passierbar.

In Herne wurde durch bis zu einem Meter hohes Wasser ebenfalls zeitweise die Durchfahrt einiger Straßen blockiert, informierte die Feuerwehr. In Recklinghausen befreiten die Rettungskräfte drei Autos, die auf einer überfluteten Straße stecken geblieben waren. Auch in Städten wie Dortmund, Essen und Wuppertal wurden mehrere Rettungseinsätze verzeichnet.

16.08.2023, Frankfurt/Main: Nach starken Regenfällen läuft Wasser durch den Südbahnhof in Frankfurt-Sachsenhausen. Heftige Gewitter waren am Mittwochabend über Teile Hessens gezogen.

Marvin Filipovic/5VISION.NEWS/dpa

Schäden durch Unwetter auch in anderen Regionen Deutschlands

Unwetter traten auch in Teilen von Baden–Württemberg, Rheinland–Pfalz und Thüringen auf, doch schienen die Auswirkungen dort weniger schwerwiegend zu sein. Dennoch wurden zahlreiche Keller in der Nacht überflutet, und aufgrund der enormen Regenmengen wurden Gullydeckel angehoben. Der Starkregen führte zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen.

Die Gewitterfront hinterließ auch in Unterfranken ihre Spuren: Besonders betroffen war die Gemeinde Laufach im Landkreis Aschaffenburg, wo mehrere Bäche über die Ufer traten und Straßen, Keller und Gebäude überfluteten, berichtete die Kreisbrandinspektion Aschaffenburg. Es wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

Wo drohen heute noch Gewitter, Sturm und Regen?

Die Unwettergefahr lässt dem Deutschen Wetterdienst zufolge in den kommenden Tagen nach. „Der große Knall ist vorüber“, sagte Felix Dietzsch von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu dpa. Dennoch warnt der Wetterdienst auf seiner Website vor gebietsweise schwere Gewittern im Südwesten (Unwetter), starken Gewittern im Süden sowie in einer Linie von Bayreuth bis Dresden.

Hitzewelle verdrängt Unwetter in Deutschland

Nachdem die Unwettergefahr in den kommenden Tagen abnehmen soll, kommt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Vor allem im Süden stehe in den nächsten Tagen „eine signifikante Hitzewelle“ bevor, die für schwül–warmes Wetter und Höchstwerte von deutlich über 30 Grad sorgt, hieß es vom DWD. Auf der Webseite wird vor starker Wärmebelastung (Hitze) in der Südosthälfte mit Ausnahme des Alpenvorlandes gewarnt.

Bis in den Nordosten hinein steigen die Temperaturen am Samstag auf Werte von 32 bis 35 Grad. „Aber nicht nur die Höchstwerte sorgen für körperliche Belastung. Noch kritischer ist die fehlende nächtliche Abkühlung.“

(mit Material von dpa)