Unwetter Bulgarien aktuell
: Nach Überschwemmungen mit vier Todesopfern – Lage in Bulgarien entspannt sich

Bulgarien war zuletzt von schweren Unwettern betroffen. Dabei sind vier Menschen gestorben, Hunderte Urlauber mussten in Sicherheit gebracht werden. Jetzt scheint sich die Situation allerdings zu entspannen.
Von
Philipp Staedele
Sofia
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Wie hier in Griechenland mussten auch in Bulgarien viele Menschen evakuiert werden. Langsam entspannt sich die Situation allerdings.

Vaggelis Kousioras/dpa

Die Lage an der bulgarischen Schwarzmeerküste hat sich nach den verheerenden Überschwemmungen vom Dienstag verbessert. Regierungschef Nikolaj Denkow äußerte sich am Donnerstag nach einer Besprechung mit dem Krisenstab in der Schwarzmeerstadt Zarewo optimistisch: „Die Situation in der von Überschwemmungen getroffenen Region normalisiert sich“. Gemäß Angaben des Innenministeriums vom Donnerstagmorgen gibt es keine Berichte über Menschen in Not oder neue Todesopfer. In der betroffenen Region hat es seit Mittwoch nicht mehr geregnet.

Wie ist die Lage in Bulgarien aktuell?

In Bulgarien gingen völlig ungewöhnliche Wassermassen nieder, die vielerorts zu Überschwemmungen führten. Nach Angaben eines Sprechers der Rettungskräfte fiel innerhalb von 24 Stunden soviel Niederschlag wie sonst innerhalb mehrerer Monate. Derartige Regenfälle habe es zuletzt 1994 gegeben. Die heftigen Unwetter haben bislang mindestens vier Tote gefordert.

Infolge des Starkregens verloren am Dienstag vier Menschen ihr Leben, darunter eine Mutter und ihre Tochter sowie zwei Männer. Die Wasserfluten hatten südlich der Hafenstadt Burgas Landstraßen und Brücken schwer beschädigt. Aufgrund des kompletten Einsturzes einiger Brücken mussten an vielen Stellen Umleitungswege für den Verkehr eingerichtet werden.

Regierungschef Denkow teilte mit, dass Urlauber nun mit Unterstützung der Verkehrspolizei sicher zurückkehren können. Das Leitungswasser wurde wiederhergestellt, kann jedoch vorerst nur für den häuslichen Gebrauch verwendet werden.

Feuerwehr-Chef Aleksandar Dschartow erklärte dem bulgarischen Staatsradio, dass bislang alle Gebäude, für die es Hinweise gab, entwässert wurden. Am Donnerstag werden Hotels und Garagen behandelt. Der Wasserstand in den Stauseen wird gesenkt, um Überflutungen zu verhindern.

Schätzungen beziffern Schaden in Millionenhöhe

Das Ausmaß aller Schäden konnte noch nicht beziffert werden. Einer ersten Schätzung von Regierungschef Denkow vom Mittwoch zufolge werden Schäden von mehr als zehn Millionen Lewa (rund fünf Millionen Euro) erwartet. Sozialarbeiter prüften am Donnerstag den Zustand der beschädigten Gebäude. Die Menschen sollen vom Staat finanziell unterstützt werden.

Trauertag für Todesopfer am Mittwoch

In der südöstlichen Gemeinde Zarewo wurde am Mittwoch ein Gedenktag für die Opfer des Hochwassers ausgerufen. In verschiedenen anderen bulgarischen Städten wurden aus Solidarität zahlreiche Veranstaltungen abgesagt, die im Rahmen des landesweiten Feiertags am Mittwoch zur Feier der Wiedervereinigung Bulgariens geplant waren.

Klimawandel und schlechte Infrastruktur

Überschwemmungen waren an der Schwarzmeerküste bisher selten. Für die immer häufigeren Unwetterkatastrophen in Bulgarien machen Experten den Klimawandel und den schlechten Zustand der Infrastruktur verantwortlichen.

Informationen rund um das Thema Klimawandel und die Folgen gibt es auf unserer Klimawandel-Themenseite.

(mit Material von dpa und afp)