Unwetter auf Mallorca
: Wetterprognose und was Reisende jetzt wissen müssen

Heftiger Regen, überflutete Straßen, Flugausfälle: Eine Unwetterfront hat Mallorca getroffen. Was Reisende wissen müssen.
Von
Nicole Züge
Berlin/Palma
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Menschen schauen in die Wolken am Castell de Bellver. Auch die Balearen erwarten Unwetter auf den beliebten Touristeninseln Mallorca und Menorca. Bisher gilt dort die zweithöchste Warnstufe Orange. +++ dpa-Bildfunk +++

Unwetter wüten auf Mallorca: Was Reisende wissen müssen und wie die Wetterprognose für die kommenden Tage aussieht. (Archivbild)

Clara Margais/dpa

Am Donnerstagmorgen (6. November) ist über Mallorca eine heftige Unwetterfront hinweggezogen. Besonders die Inselhauptstadt Palma wurde hart getroffen. Innerhalb weniger Stunden standen zahlreiche Straßen unter Wasser, Autos steckten fest, und der Verkehr kam in den Stoßzeiten komplett zum Stillstand. Die Feuerwehr war seit dem frühen Morgen im Dauereinsatz, um überflutete Bereiche zu sichern und Keller leerzupumpen. Auch Flüge wurden gestrichen. Wie die Wetterprognosen für die kommenden Tage aussehen, sehen Sie hier im Video, was für Reisende wichtig ist, die aktuellen Alarmstufen und wichtige Informationen zur Lage, haben wir weiter unten zusammengefasst.

Aktuelle Alarmstufen während der Unwetter auf Mallorca

Bevor die Gewitterzelle Mallorca traf, hatte sie bereits Ibiza erreicht. Der spanische Wetterdienst Aemet verschärfte daraufhin die Warnungen: Für den Südwesten und das Tramuntana-Gebirge galt Warnstufe Orange, für den Rest der Insel Gelb. Die Warnungen wurden in der Nacht zum Freitag (7. November) zunächst aufgehoben. Für das kommende Wochenende warnt Aemet allerdings erneut:

  • Für das Tramuntana-Gebirge im Nordwesten gilt am Samstag (8. November) Alarmstufe Orange, für die übrige Insel gilt die Warnstufe gelb, das bedeutet, es kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu weiteren, starken Niederschlägen.
  • Am Sonntag (9. November) gilt Alarmstufe gelb aufgrund von starkem Wind an der Nord- und Nordostküste. Auch die kleinere Nachbarinsel Menorca ist betroffen.

Flughafen Palma: Flüge gestrichen

Auch der Flughafen von Palma war am Donnerstag von den Unwettern betroffen: Mehrere Flüge mussten gestrichen werden, andere starteten mit Verspätung. Auf der Plattform X (früher Twitter) warnten die Fluglotsen vor längeren Wartezeiten und forderten Reisende zu Geduld auf. Aktuell (Stand: 7. November 2025, 10 Uhr) finden Flüge statt. Passagiere müssen sich dennoch auf Verspätungen einrichten.

Unwetter auf Mallorca: Diese Inselteile besonders betroffen

In den östlichen Stadtteilen Llevant, El Molinar und Can Pastilla fiel zeitweise der Strom aus, wie das Mallorca Magazin berichtet. Bewohner meldeten flackernde Lichter, überflutete Grundstücke und Schäden an Gebäuden. Selbst im Parkhaus am Paseo Mallorca drang Regenwasser in die unteren Ebenen.

Unwetter oft lokal

Nach Tagen mit stabilem Herbstwetter setzt auf der Baleareninsel nun ein deutlicher Temperatursturz ein: Die kommenden Tage bleiben kühl, windig und regnerisch. Auf den Balearen entwickeln sich solche Unwetter oft lokal. Während ein Ort überflutet ist, kann nur wenige Kilometer entfernt die Sonne scheinen. Seit der Katastrophe von Valencia im vergangenen Jahr reagieren die Behörden vorsorglich strenger und heben Warnstufen frühzeitig an, um die Bevölkerung besser zu schützen.

Gibt es eine Reisewarnung für Mallorca oder die Balearen?

Nein. Das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgesprochen.

Mein Urlaubsort ist überflutet, kann ich die Reise stornieren?

Bei akuten Überschwemmungen am Urlaubsort, die die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigen, besteht für Reisende die Möglichkeit, die Pauschalreise kostenfrei zu stornieren. Wichtig ist, dass die Beeinträchtigung wie auch die Reise unmittelbar bevorsteht oder bereits eingetreten ist. Eine bloße Befürchtung, der Urlaubsort könnte überflutet werden, reicht nicht aus.

Pauschalreisende sollten allerdings nie direkt stornieren. Bei Extremwetter oder anderen Katastrophen am Urlaubsort muss immer zuerst den Reiseveranstalter kontaktiert werden. Oft melden sich die Veranstalter schon vorab bei Reisenden, wenn die Zielregion durch außergewöhnliche Umstände beeinträchtigt ist. Auch wichtig: Wer in Länder reisen möchte, die häufiger von Dürre, Feuer oder auch Erdbeben betroffen sind, der sollte am besten immer eine Pauschalreise buchen. Wenn es dann zu einer Situation kommt, die eine Reiseabsage nötig macht, sind Individualtouristen meistens benachteiligt. Sie haben viel weniger Rechte auf Rückerstattung und müssen sich an mehrere Stellen wenden, beispielsweise die Airline und den Vermieter der Ferienunterkunft vor Ort. Bei Pauschalreisen gilt: Hier ist der Veranstalter in der Pflicht, das für die Urlauber zu organisieren - und auch die Kosten dafür zu tragen.