Unterhalt für Kinder
: Wer muss ihn bezahlen?

Mit der Trennung stellt sich auch die Frage, wie das Kind in Zukunft finanziell unterstützt wird. Die Regelungen für den Unterhalt gibt es hier zusammengefasst.
Von
David Hahn
Berlin
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Ein Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht einen Zuschuss für Familien in Form einer Einmalzahlung von 150 Euro vor. Wann bekommen Eltern diesen Kindergeld-Bonus ausbezahlt?

ILLUSTRATION - Wer Kinder alleine großzieht, kann einen steuerlichen Freibetrag in Anspruch nehmen. Der ist jetzt dauerhaft angehoben worden. Foto: Christin Klose/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Wer muss für den Unterhalt der Kinder aufkommen?

Christin Klose/dpa

Trennungen können kompliziert sein. Wenn man als Paar bereits Kinder hat, stellt sich auch die Frage, wer zu welchem Anteil für die Finanzierung des Nachwuchses aufkommt. Wer muss Unterhalt bezahlen und wie hoch fällt dieser aus?

Wer hat Anspruch auf Kindesunterhalt?

Falls das Kind bedürftig ist, das heißt beispielsweise noch keine Ausbildung abgeschlossen hat, besteht für Kinder prinzipiell ein Anspruch auf Unterhalt. Auch volljährige Kinder gelten als bedürftig, solange sie einer Ausbildung zielstrebig nachgehen.

Wer muss Kindesunterhalt bezahlen?

Bei Kindern sind im Grundsatz beide Eltern anteilig für den Unterhalt zuständig (§ 1606 Absatz 3 Satz 1 BGB). Wenn das Kind bei beiden Elternteilen lebt, wird auch von beiden der Unterhalt durch Pflege, Erziehung und Geld erfüllt. Falls die Eltern getrennt leben und für die Betreuung des Kindes vor allem eine Person aufkommt, muss in der Regel alleine der andere Elternteil finanziellen Unterhalt zahlen (§ 1606 Absatz 3 Satz 2 BGB). Dem betreuenden Elternteil wird nach dem Gesetz der Anteil in Form des sog. Naturalunterhalts (Kleidung, Essen und Taschengeld) angerechnet. Während der betreuende Elternteil auch die Pflege und Erziehung übernimmt, muss der andere Elternteil seinen Beitrag meist dadurch leisten, dass er regelmäßig mit Geld unterstützt (sogenannter „Barunterhalt“). Als Stiefmutter oder Stiefvater ist man nicht zu Unterhalt für das Stiefkind verpflichtet.

Höhe: Wie viel Kindesunterhalt muss gezahlt werden?

Der zu zahlende Unterhalt ist abhängig vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils, dem Alter und der Anzahl der Kinder. Er kann sich von Fall zu Fall unterscheiden, gesetzlich festgelegt ist lediglich der Mindestbedarf des Kindes (§ 1612a BGB). Nach diesem richtet sich auch die Düsseldorfer Tabelle, welche von Gerichten in ganz Deutschland für die Bestimmung von Unterhaltszahlungen herangezogen wird. Zwar ist sie rechtlich nicht bindend und es kann unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls von ihr abgewichen werden. Sie gibt jedoch Richtwerte für die Unterhaltszahlungen vor, an denen sich auch Unterhaltspflichtige und Unterhaltsberechtigte orientieren können.

Wenn eine unterhaltspflichtige Person den Unterhalt nicht bezahlt oder bezahlen kann, greift der Staat ein und kann zumindest einen Teil des fehlenden Unterhalts mit einem Unterhaltsvorschuss ausgleichen. Zudem kann unter Umständen BAföG oder Bürgergeld beantragt werden.

Quellen:

  • Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Unterhalt
  • Interessenverband Unterhalt und Familienrecht - ISUV e.V.: Kindesunterhalt