Unsichtbare Gefahr im Meer: Giftige Fische in der Nordsee – was Sie wissen sollten

Wussten Sie, dass einige der giftigsten Fische der Welt in der Nordsee leben? Manche landen sogar auf dem Teller! Was Urlauber wissen und beachten sollten. Auf dem Foto: Ein Baby-Rochen an der Scheibe seines "Kindergarten-Aquariums" im AquaDom & Sea Life Berlin.
Jens Kalaene / dpaOb beim Baden in der Nordsee oder beim Angeln im Mittelmeer, die Begegnung mit giftigen Fischen ist gefährlicher, als viele denken. Denn einige der giftigsten Fischarten weltweit gibt es quasi direkt vor unserer Haustür. Manche von ihnen gelten sogar als Delikatesse. Ein Überblick über sechs hochgiftige Arten und worauf Sie im Urlaub unbedingt achten sollten.
Petermännchen: Giftgefahr direkt an Nord- und Ostseeküste
Der Petermännchen (Trachinus draco) lebt in Nordsee, Atlantik und Teilen der Ostsee. Besonders tückisch ist, dass sich die Tiere tagsüber im Sand nahe dem Strand vergraben, um zu laichen. Ihre Giftdrüsen sitzen in den Stacheln der Rückenflosse und an den Kiemendeckeln. Tritt man versehentlich darauf, drohen starke Schmerzen und Schwellungen. Todesfälle sind selten, aber bei einem allergischen Schock durchaus möglich. Plastiksandalen oder Badeschuhe bieten im seichten Wasser Schutz. Gleichzeitig ist der Fisch ein geschätzter Speisefisch.

Ein Petermännchen schwimmt in einem Aquarium im "Multimar Wattforum".
Wolfgang Runge / dpaSteinfisch: Der gefährlichste Fisch der Welt
Im Indopazifik und Roten Meer ist der Steinfisch zu Hause. Mit bis zu 50 Zentimetern Länge und einer perfekten Tarnung gehört er zur Familie der Synanceiinae. Seine Rückenstacheln injizieren das stärkste Gift unter den Drachenkopfverwandten. Es verursacht extreme Schmerzen, Lähmungen und kann tödlich sein. Beim Angeln sind dicke Handschuhe dringend empfohlen.

Ein Steinfisch
Klaus/stock.adobe.comRotfeuerfisch: Invasiver Schönling mit Gift
Rotfeuerfische (Gattung Pteroinae) sind ursprünglich im Indopazifik und Roten Meer beheimatet, breiten sich aber inzwischen auch im Mittelmeer und Westatlantik aus. Ihr markantes Streifenmuster täuscht, denn ihre Rücken-, Bauch- und Afterflossen enthalten gefährliches Gift. Es führt zu Muskelzuckungen und langanhaltenden Schmerzen. Für Menschen mit Herzproblemen kann es lebensgefährlich sein. In den USA wird der Rotfeuerfisch gezielt als Speisefisch vermarktet, um seine Ausbreitung zu begrenzen.

Der exotische Rotfeuerfisch (lateinischer Name: Pterois volitans) – ein leuchtend bunter Tropenfisch mit langen Giftstacheln.
Ahmad Yusni / dpaGroßer Roter Drachenkopf: Beliebt in der Küche – gefährlich beim Fang
Dieser bis zu 50 cm lange Fisch lebt im Mittelmeer und nordöstlichen Atlantik. Besonders in der französischen Bouillabaisse ist der Scorpaena scrofa unverzichtbar. Doch Vorsicht: Seine Giftdrüsen sitzen an Rücken- und Afterflosse. Kontakt kann zu langanhaltenden Schmerzen und Kreislaufproblemen führen. Beim Angeln ist daher Schutzkleidung Pflicht.

Großer Roter Drachenkopf
Rob/stock.adobe.comStechrochen: Harpune mit Gift
Der „Gewöhnliche Stechrochen“ (Dasyatis pastinaca) schwimmt im östlichen Atlantik, Mittelmeer und auch in der Nordsee. Erst kürzlich ging vor Dithmarschen in Schleswig-Holstein Seemänner ein „Gewöhnlichen Stachelrochen“ ins Netz. Sein Schwanz trägt einen sägeartigen Giftstachel mit Widerhaken. Das Gift verursacht große Schmerzen. Die Verletzung ist durch die Form des Stachels oft besonders schwerwiegend. Auch Steve Irwin (australischer Dokumentarfilmer) starb 2006 nach einem Stich eines Stechrochens.

Ein Rochen schwimmt in einem Aquarium des Sealife in Berlin. (Symbolbild)
Soeren Stache/dpaKugelfisch: Tödlich bei falscher Zubereitung
Kugelfische (Familie Tetraodontidae) besitzen kein Stachelgift, aber hochtoxische Substanzen in Leber, Haut und Innereien. In Japan, Korea und China gilt er als Delikatesse „Fugu“. Manche nennen es auch „kalkulierter Selbstmord“. Wird er falsch zubereitet, führt das zu Atemlähmung und Herzstillstand. Die Zähne der Fische sind zu vier Platten verwachsen und sind ideal, um Krebse zu knacken. Eine Kugelform nehmen sie bei Gefahr an.

Kugelfisch (links nicht aufgeblasen, rechts aufgeblasen)
Sakis Lazarides/stock.adobe.com