Flugzeugunglück in Indien
: Ein Überlebender nach Absturz, Suche nach Ursache läuft

Eine Boeing 787 der Airline Air India ist kurz nach dem Start in der westindischen Stadt Ahmedabad abgestürzt. 241 Menschen an Bord kommen ums Leben. Einer der beiden Flugschreiber wurde inzwischen gefunden.
Von
Amelie Schröer,
Daniel Wydra
Neu-Delhi
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Debris of Air India flight 171 is pictured after it crashed in a residential area near the airport in Ahmedabad on June 13, 2025. Rescue teams with sniffer dogs combed the crash site on June 13 of a London-bound passenger jet which ploughed into a residential area of India's Ahmedabad city, killing at least 265 people on board and on the ground. (Photo by Punit PARANJPE / AFP)

Die Air India Maschine nach dem Absturz in Westindien. 241 Insassen kommen ums Leben.

PUNIT PARANJPE/AFP
  • Ein Flugzeug der Air India stürzte kurz nach dem Start in Ahmedabad ab, alle 242 Insassen sind wohl tot.
  • Das Boeing 787 Flugzeug befand sich auf dem Weg nach London und stürzte in ein Wohngebiet.
  • Es gibt weitere Todesopfer am Boden, genaue Opferzahlen sind noch nicht bekannt.
  • Rettungskräfte, einschließlich Feuerwehr, sind vor Ort im Einsatz.
  • Der Flughafen Ahmedabad ist vorübergehend geschlossen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem verheerenden Flugzeugabsturz in Indien mit über 240 Toten läuft die Suche nach der Ursache für das Unglück. Die Maschine der Gesellschaft Air India war am Donnerstag kurz nach dem Start in ein Wohngebiet nahe dem Flughafen der Großstadt Ahmedabad gestürzt. Die Boeing 787-8 war auf dem Weg nach London.

Unbestätigten Berichten zufolge kam kurz vor dem Unglück ein „Mayday“-Ruf aus dem Cockpit. Einer von zwei Flugschreibern sei gefunden worden, berichtete die Zeitung „Hindustan Times“. Die britische Flugunfallbehörde AAIB kündigte an, ein eigenes Team nach Indien zu schicken, um die dortigen Ermittlungen zu unterstützen. Auch US-Präsident Donald Trump bot Hilfe an. Der Flugzeughersteller Boeing erklärte sich ebenfalls bereit, die Ermittlungen zu unterstützen.

Die Boeing 787 stürzte nach Informationen der Press Trust of India kurz nach dem Start in der nordwestindischen Stadt Ahmedabad ab und landete in einem Wohnheim für Doktoren, wie ein Polizist Medien vor Ort sagte. Es steht am Rand einer Klinikanlage, auf der unter anderem ein Forschungsinstitut sowie eine medizinische Hochschule stehen. Dazu, wie viele Menschen sich zu dem Unfallzeitpunkt im Gebäude befanden und ob es Tote am Boden gibt, gab es bislang keine offiziellen Angaben.

Ein Flugschreiber gefunden

Einer der beiden Flugschreiber ist inzwischen gefunden worden. Einsatzkräfte der zivilen Luftfahrtbehörde hätten „eine Black Box am Ort der Katastrophe“ entdeckt, sagte am Freitag ein Polizeivertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Flugschreiber sind zur Aufklärung der Absturzursache von zentraler Bedeutung. Der Stimmenrecorder zeichnet die Kommunikation zwischen den Piloten und den Fluglotsen auf, der Flugdatenschreiber speichert Daten wie Flughöhe, Geschwindigkeit und Kurs der Maschine.

Nur ein Passagier überlebt das Unglück

Bei dem Unglück kamen 241 Menschen an Bord ums Leben, wie die Fluggesellschaft Air India auf der Nachrichtenplattform X mitteilte. Ein Passagier habe das Unglück überlebt und werde in einem Krankenhaus behandelt. Der Mann saß auf dem Platz 11A und entkam Medienberichten zufolge durch einen Notausgang.

This screengrab of video footage taken and released by the Narendra Modi Youtube Channel on June 13, 2025 shows India's Prime Minister Narendra Modi (L) meeting with Vishwash Kumar Ramesh, sole survivor of the Air India flight 171 crash, at a hospital in Ahmedabad. Rescue teams with sniffer dogs combed the crash site on June 13 of the London-bound passenger jet which ploughed into a residential area of India's Ahmedabad city, killing at least 265 people on board and on the ground. (Photo by NARENDRA MODI YOUTUBE CHANNEL / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Narendra Modi Youtube Channel " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Indiens Premierminister Narendra Modi besucht den einzigen überlebenden Passagier des Flugzeugabsturzes im Krankenhaus.

-/AFP

Wie viele Menschen bei dem Absturz der Maschine in ein Wohngebiet am Boden getötet wurden, war zunächst unklar. Insgesamt seien mindestens 265 Menschen getötet worden, berichtete die indische Nachrichtenagentur PTI unter Berufung auf die stellvertretende Polizeichefin von Ahmedabad, Kanan Desai. Die Leichen seien in das Zivilkrankenhaus der Stadt gebracht worden. Die Polizei sprach von Dutzenden Verletzten.

Ein von der indischen Behörde für Industriesicherheit auf X veröffentlichtes Foto zeigt, wie das Heck des Flugzeugs waagerecht aus einem Gebäude herausragt. Weitere Fotos zeigen verbrannte Trümmerteile und Löscharbeiten vor dem Gebäude.

Laut der Generaldirektion für Zivilluftfahrt saßen in dem Flugzeug 230 Passagiere, zwei Piloten und zehn Crew-Mitglieder. 169 haben laut Air India die indische Staatsangehörigkeit, 53 die britische, sieben die portugiesische und eine Person die kanadische. Voll betankt hatte sich das Flugzeug kurz zuvor auf den langen Weg nach London gemacht, ehe es in ein Wohngebiet im Meghani-Gebiet abstürzte.

Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sind vor Ort. Drei Teams (90 Personen) aus Gandhinagar (nördlich von Ahmedabad) und drei weitere Teams aus Vadodara (südöstlich von Ahmedabad) sind nach Informationen der Nationalen Katastrophenschutztruppe an die Unglücksstelle gerufen worden.

Opferzahlen und Hintergründe zur Ursache sind bisher nicht bekannt. Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht. „Wir ermitteln derzeit die Details und werden weitere Informationen mitteilen“, erklärte Air India auf X. Die Fluggesellschaft teilte zunächst mit, der Flug AI171 von Ahmedabad nach London-Gatwick sei in einen „Zwischenfall“ verwickelt.

Ahmedabad liegt im Westen Indiens und ist eine der größten Städte des Landes. Bei der Volkszählung 2011 lebten dort 5,6 Millionen Menschen.

Boeing 787 stürzt aus Höhe von 625 Fuß ab

Nach Daten des Flugzeugtrackers „Flightradar24“ war für den Flug die elf Jahre alte Maschine mit der Kennzeichnung VT-ANB eingeplant. Diese sollte um 13.10 Uhr in der Millionenstadt Ahmedabad im Westen Indiens starten und um 18.25 Uhr (jeweils Ortszeit) am Flughafen Gatwick landen.

Erste Daten des sogenannten ADS-B-Systems, das im Sekundentakt Daten zu Position, Geschwindigkeit und Flughöhe liefert, zeigen laut „Flightradar24“, dass das Flugzeug bis auf 625 Fuß (etwa 200 Meter) gestiegen war – danach sei es mit einer Geschwindigkeit von rund 145 pro Minute gesunken.

This handout taken and posted on the X (formerly Twitter) account of the Central Industrial Security Force (CISF) On June 12, 2025 shows rescue officials working at the site where Air India flight 171 crashed in a residential area near the airport in Ahmedabad. The London-bound Air India flight 171 passenger plane crashed on June 12 in India's western city of Ahmedabad with 242 on board, aviation officials said in what the airline called a "tragic accident". (Photo by Handout / CENTRAL INDUSTRIAL SECURITY FORCE (CISF) / AFP) / -----EDITORS NOTE --- RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / CENTRAL INDUSTRIAL SECURITY FORCE (CISF)  " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Einsatzkräfte und Bewohner stehen zwischen den Trümmern des abgestürzten Flugzeugs.

HANDOUT/AFP

Flughafen Ahmedabad gesperrt

Sämtliche Flüge am Flughafen Sardar Vallabhbhai Patel der Millionenstadt Ahmedabad seien bis auf Weiteres ausgesetzt worden, teilte der Airport auf der Plattform X mit. Der Flughafen sei nicht betriebsbereit. Passagiere seien dazu aufgerufen, sich bei den Fluggesellschaften zu informieren.

Reaktionen auf den Flugzeugabsturz

„Mit tiefer Trauer bestätige ich, dass der Air-India-Flug 171 von Ahmedabad nach London Gatwick heute in einen tragischen Unfall verwickelt war“, erklärte Air-India-Chef Natarajan Chandrasekaran im Onlinedienst X. Über dem Flughafen von Ahmedabad stieg schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Reporter berichtete. Unter der Flugnummer AI171 ist eine Maschine vom Typ Boeing 787-8 Dreamliner eingetragen, die mehr als 200 Menschen Platz bietet.

Auch Erzrivale Pakistan drückte sein Beileid aus. „Unser tief empfundenes Beileid gilt den Familien und Angehörigen aller an Bord befindlichen Personen“, schrieb Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif auf der Online-Plattform X. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei all den Betroffenen.“

Der indische Luftfahrtminister Ram Mohan Naidu Kinjarapu reagierte „geschockt und am Boden zerstört“ auf das Unglück. „Meine Gedanken sind bei allen an Bord und ihren Familien“, erklärte er in Neu Delhi. Es würden alle nötigen Maßnahmen ergriffen, „um die medizinische Versorgung und Rettungseinsätze sicherzustellen“.

Das letzte schwere Flugzeugunglück in Indien hatte sich 2010 ereignet. Bei der missglückten Landung einer Air-India-Maschine auf dem Flughafen der südindischen Stadt Mangalore starben damals 158 Menschen, acht Insassen überlebten.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat bestürzt auf das Flugzeugunglück in Indien reagiert, bei dem sich auch mehr als 50 britische Staatsbürger an Bord der Maschine befanden. „Die Szenen, die sich beim Absturz eines nach London fliegenden Flugzeugs mit vielen britischen Staatsbürgern an Bord in der indischen Stadt Ahmedabad abspielten, sind erschütternd“, hieß es in einer am Donnerstag in London veröffentlichten Erklärung des Premiers. Seine Gedanken seien bei den Passagieren und deren Angehörigen.

„Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, ihren Angehörigen, Familien und Freunden“, so eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel. Sie sagte zudem, es lägen noch keine Einzelheiten zu diesem tragischen Unfall vor.

Flugzeugabsturz in Indien: 12.06.2025, Indien, Ahmedabad: Rettungskräfte tragen die Leiche eines Opfers eines abgestürzten Flugzeugs in der nordwestlichen Stadt Ahmedabad im indischen Bundesstaat Gujarat. Foto: Ajit Solanki/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte tragen die Leiche eines Opfers.

Ajit Solanki/AP/dpa

Mit Informationen von dpa und afp.