Friedensrat von Donald Trump: Welche Länder wollen beitreten und welche (eher) nicht?

Donald Trump hat viele Länder dieser Welt eingeladen, Mitglied in „seinem“ Friedensrat zu sein.
Mark Schiefelbein/AP/dpaUS-Präsident Donald Trump hat viele Länder der Welt eingeladen, seinem Friedensrat beizutreten. Der Friedensrat soll am Donnerstag, 22. Januar 2026, Gestalt annehmen. Das Gründungsdokument für das Gremium soll nach US-Plänen bei einer Zeremonie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in Trumps Anwesenheit unterzeichnet werden. Der „Friedensrat“ soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen - und zwar laut Charta ausdrücklich in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. Welche Länder haben angekündigt, dem Friedensrat beizutreten und welche zögern noch?
Friedensrat von Donald Trump - Diese Länder sind dabei
Etliche Länder dieser Welt haben über unterschiedliche Kanäle ihre Bereitschaft zum Beitritt von Donald Trumps Friedensrat angekündigt. Diese Länder wollen dabei sein:
- Ägypten
- Albanien
- Argentinien
- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Belarus
- Israel
- Kasachstan
- Usbekistan
- Kosovo
- Kuwait
- Marokko
- Paraguay
- Pakistan
- Türkei
- Saudi-Arabien
- Katar
- Jordanien
- Indonesien
- Ungarn
- Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
- Vietnam
Diese Länder sind skeptisch beim Friedensrat
Es gibt auch etliche Länder, die der Idee zu einem Friedensrat skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen. Das sind beispielsweise:
- Frankreich: Wegen der zögerlichen Haltung von Präsident Emmanuel Macron, dem „Friedensrat“ beizutreten, droht Trump mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein und Champagner.
- Norwegen: Der stellvertretende Außenminister Andreas Motzfeldt Kravik sagte der Zeitung „Aftenposten“, das Land könne dem „Friedensrat“, wie er aktuell konzipiert sei, nicht zustimmen.
- Schweden: Ministerpräsident Ulf Kristersson zufolge hat er bislang nicht formell auf die Einladung geantwortet. Nach den aktuellen Plänen werde Schweden aber nicht unterschreiben.
- Deutschland: Berlin reagiert bisher verhalten. Außenminister Johann Wadephul zufolge gebe es noch Fragen. „Wir haben einen Friedensrat und das sind die Vereinten Nationen“, sagt er am Mittwoch.
- China: Bestätigt wird von der Regierung lediglich, dass Peking eine Einladung erhalten hat. Genauere Informationen gibt es zunächst keine.
- Großbritannien: Premier Keir Starmer erklärte jüngst, er werde „mit Verbündeten über die Bedingungen des Friedensrats sprechen“.
- Italien: Die Regierung in Rom zeigt sich prinzipiell zwar offen für einen Beitritt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde nach einem Gespräch mit dem Sender Rai1 so zitiert, dass es in der Satzung allerdings einige Elemente gebe, die mit der italienischen Verfassung nicht vereinbar seien. Ihre Regierung brauche deshalb mehr Zeit. Sie halte es für unklug, wenn sich Europa aus einem „interessanten“ Gremium wie diesem heraushalte.
- Kanada: Das Land könne sich grundsätzlich eine Teilnahme vorstellen, die Details seien aber nicht endgültig geklärt, sagt Premier Mark Carney.
- Russland: Präsident Wladimir Putin hat nach Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung von Trump erhalten.
- Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Medienberichten zufolge eine Einladung von Trump erhalten. Vor Journalisten soll er gesagt haben, es sei aber „schwer vorstellbar“, in diesem Gremium neben Russland und Belarus zu sitzen: „Russland ist unser Feind, Belarus ist sein Verbündeter.“
- Vatikan: Papst Leo XIV. habe eine Einladung erhalten, erklärt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, „und wir prüfen derzeit unser weiteres Vorgehen“.
Was soll der Friedensrat von Donald Trump machen?
„Der Friedensrat ist eine internationale Organisation mit dem Ziel, in den von Konflikten betroffenen oder bedrohten Regionen Stabilität zu fördern, eine zuverlässige und legitime Regierungsführung wiederherzustellen und einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten“, heißt es in der achtseitigen Charta. Er werde „friedensstiftende Aufgaben im Einklang mit dem Völkerrecht wahrnehmen“. Der „Friedensrat“ müsse „den Mut haben, sich von Ansätzen und Institutionen zu lösen, die allzu oft gescheitert sind“, ist in der Präambel zu lesen - ein deutlicher Seitenhieb auf die UNO, die Trump immer wieder kritisiert. Das Gremium werde „agiler und effizienter“ zur „Konsolidierung des Friedens“ beitragen.
Mitglied kann nur werden, wer von Trump dazu eingeladen wird. Jeder Mitgliedstaat hat laut der Charta ein Mandat von drei Jahren, das vom US-Präsidenten verlängert werden kann. Wer jedoch im ersten Jahr nach Inkrafttreten der Charta „mehr als eine Milliarde Dollar in bar“ an den Rat zahle, könne unbefristet Mitglied bleiben. Vorsitzender des „Friedensrates“ ist Trump. Seine Befugnisse sind weitreichend: Nur er kann laut der Satzung Mitglieder einladen oder sie des Gremiums verweisen - es sei denn, „zwei Drittel der Mitgliedstaaten legen ihr Veto ein“. Trump hat praktisch ein lebenslanges Mandat.
