Trump erhebt Ansprüche: Wem gehört der Panamakanal?

Der Panamakanal rückt nach den Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump immer mehr in den Fokus der Nachrichten.
Matias Delacroix/AP/dpa- Der Panamakanal verbindet seit 1914 den Atlantik mit dem Pazifik.
- Trump warnt vor Chinas Einfluss auf den Panamakanal.
- Panama bestreitet Chinas Kontrolle über den Kanal.
- Der Panamakanal wird von Panama verwaltet, nicht von China.
- Chinesische Firma CK Hutchison Holdings betreibt Containerterminals an den Enden des Kanals.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Panamakanal verbindet seit über einem Jahrhundert den Pazifik mit dem Atlantik und ist ein Dreh- und Angelpunkt des globalen Handelns, der bereits von vielen Nationen strategisch beansprucht wurde.
Geschichtlicher Hintergrund
Der Panamakanal wurde am 15. August 1914 nach fast 35 Jahren Bauzeit eröffnet und verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Dadurch verkürzte sich der ursprüngliche Seeweg zwischen New York und San Francisco erheblich und die gefährliche Umfahrung Südamerikas entfiel.
Der Traum eines Kanals durch die Landenge von Panama reicht Jahrhunderte zurück. Doch die Realisierung war mit großen Herausforderungen verbunden.
Die ersten Versuche unternahmen die Franzosen unter der Leitung von Ferdinand de Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals. Doch die widrigen Bedingungen – tropisches Klima, Krankheiten wie Gelbfieber und Malaria sowie technische und finanzielle Probleme, führten 1889 zum Scheitern des Projekts.
Übernahme durch die USA
Im Jahr 1902 übernahmen die USA die Kontrolle über den Bau des Panamakanals. Neben der Fertigstellung des Kanals verfolgten sie dabei geopolitische Interessen, um ihre Macht in der Region zu stärken. Mit modernen Maschinen, verbesserten Methoden und der Bekämpfung von Krankheiten schafften sie es, den Kanalbau erfolgreich zu beenden. Dennoch forderte das Projekt einen hohen Preis: Während der 25 Jahre Bauzeit starben rund 28.000 Arbeiter.
Am Tag der Eröffnung durchquerte der US-Dampfer „SS Ancon“ die 82 Kilometer lange Strecke in nur neun Stunden. Doch anstelle einer großen Feier überschattete der Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Eröffnung. Ein amerikanischer Journalist schrieb damals: „Wir eröffnen den Panamakanal, Europa eröffnet seine gewaltigste Schlacht.“ (Quelle: geo.de)
Was führte zur Rückgabe des Panamakanals?
Die Rückgabe des Panamakanals an Panama war das Ergebnis einer Kombination aus wachsendem Widerstand der panamaischen Bevölkerung und internationalen Druck auf die USA. In den 1960er Jahren kam es zu Protesten und Unruhen, weil viele Panamaer den Kanal als Symbol der kolonialen Fremdherrschaft betrachteten. (Quelle: National Archives)
Souveränität des Panamakanals
Nach mehr als sechs Jahrzehnten erfolgte die Rückgabe des Kanals am 7. September 1977 an Panama. Nachdem der US-Präsident Jimmy Carter und Panamas Staatschef Omar Torrijos den Panamakanalvertrag sowie einen Neutralitätsvertrag unterzeichnet hatten, kam es am 31. Dezember 1999 zur vollständigen Übertragung der Kontrolle an Panama.
Heute passieren etwa 14.000 Schiffe jährlich den Kanal, was rund drei bis sechs Prozent des globalen Seehandels ausmacht. Der Kanal trägt 3,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Panamas bei.
Chinas Einfluss
Am Tag seiner Antrittsrede sorgt Donald Trump mit einer provokanten Aussage über den Panamakanal für Aufsehen: „China ist der Betreiber des Panamakanals. Und wir haben ihn nicht an China gegeben. Wir haben ihn Panama gegeben.“
Die Regierung Panamas widerspricht seinen Behauptungen, wonach China die Kontrolle über den Kanal habe. Der Panamakanal, einschließlich seiner Schleusen und Stauseen, wird von der staatlichen Kanalbehörde Panamas verwaltet, die zur Neutralität verpflichtet ist.
Allerdings betreibt das in Hongkong ansässige private Unternehmen CK Hutchison Holdings eine bedeutende Rolle im Handelsverkehr der Region. Es betreibt Containerterminals an beiden Enden des Kanals: an den Häfen von Balboa und Chrsitóbal und kontrolliert damit essenzielle Zugangspunkte für die Schiffsfahrt.
Aufgrund von Wassermangel im Kanal müssen große Containerschiffe einen Teil ihrer Ladung abladen, um ihren Tiefgang zu verringern. Die Fracht wird dann per Eisenbahn auf die andere Seite des Kanals transportiert. Hutchison fungieren als Hafenbetreiber und verwalten einen Teil dieses Zugangs zur Eisenbahn.
Weitere Hafenzugänge durch Taiwan und die USA
Auf der Atlantikseite des Panamakanals betreiben sowohl ein taiwanesisches als auch ein US-amerikanisches Unternehmen Terminals mit direktem Eisenbahnanschluss. Auf der Pazifikseite hingegen liegt das einzige Terminal mit direktem Zugang zur Bahn in chinesischer Hand. Dies könnte die Befürchtung aufwerfen, dass chinesische Schiffe bevorzugt behandelt werden, was möglicherweise die Versorgung mit US-Waren beeinträchtigen würde.
In einem Interview mit der Deutschen Welle stellte Carla Martínez Machain, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität von Buffalo, jedoch klar, dass das Unternehmen Hutchison die Hafenanlagen an beiden Enden des Kanals verwaltet und nicht selbst kontrolliert. Die Entscheidung darüber, welche Gebühren erhoben werden und welche Vorschriften gelten, liegt ausschließlich bei den panamaischen Behörden – nicht bei China.
