True Crime Hessen: Der Mord an Walter Lübcke

Walter Lübcke hinterlässt zwei erwachsene Kinder und seine Ehefrau. Er starb durch einen gezielten Schuss in die Schläfe.
Swen Pförtner/dpa- Walter Lübcke, Regierungspräsident von Kassel, wurde am 02. Juni 2019 ermordet.
- Täter Stefan E. erschoss ihn aus rechtsextremistischen Motiven.
- Lübcke setzte sich 2015 für Geflüchtete ein, was Hass bei Extremisten schürte.
- Stefan E. wurde 2021 zu lebenslanger Haft verurteilt.
- Der Mord wirft Fragen zur rechten Radikalisierung und Extremismus in Deutschland auf.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde in der Nacht zum 02. Juni 2019 in seinem eigenen Haus ermordet. Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt und wirft Fragen zur rechten Radikalisierung und dem Umgang mit extremistischen Motiven auf.
Was ist passiert?
Am Abend des 1. Juni 2019 möchte der langjährige CDU-Politiker Walter Lübcke den Abend entspannt ausklingen lassen und genießt die sommerliche Ruhe in seinem Garten. Er sitzt alleine auf der Terrasse, kurz zuvor, hatte seine Ehefrau den gemeinsamen Enkel zu Bett gebracht.
Gegen 22:00 Uhr schleicht ein Mann unbemerkt auf das Grundstück des Ehepaars, das er schon seit einiger Zeit beobachtet hat. Als der Täter sich der Terrasse nähert, bemerkt Lübcke den Unbekannten und es kommt zu einem Wortwechsel. Kurz darauf drückt der Täter Lübcke auf den Stuhl zurück und feuert gezielt einen Schuss auf seine Schläfe ab. Forensische Spuren werden später Hautschuppen auf der Hand des 65-Jährigen finden, die auf den Täter hindeuten.
Die genauen Umstände des Hergangs bleiben jedoch umstritten, da verschiedene Versionen der Tat geschildert wurden.
Wieso musste Walter Lübcke sterben?
Der Täter war überzeugt, dass Lübcke und andere PolitikerInnen für die vermeintliche Bedrohung durch MigrantInnen und Geflüchtete verantwortlich waren. Besonders die öffentlichen Äußerungen von Lübcke im Jahr 2015, als dieser sich für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzt, wurde von Rechtsextremisten als Angriff auf die deutsche Identität interpretiert und führte schließlich zur Ermordung des Politikers.
Wer ermordete Walter Lübcke?
Der rechtsextremistische Täter, Stefan E., war tief in Hass und Verschwörungstheorien verstrickt. Seine Radikalisierung hatte sich über Jahre entwickelt, beginnend in seiner Jugend, als er von seinem Vater mit ausländerfeindlichen Ideen beeinflusst wurde. Diese Ideologie verstärkte sich durch die Teilahme an rechtsextremen Veranstaltungen und seine Beschäftigung mit Verschwörungstheorien, die den sogenannten „Bevölkerungsaustausch“ oder "Umvolkung" propagierten.
Am 28. Januar 2021 verurteilte das Oberlandesgericht Frankfurt Stefan E. zu lebenslanger Freiheitsstrafe für den Mord an Walter Lübcke. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Was sind die weiteren Hintergründe der Tat? Welche Ereignisse führten zur Tat im Juni 2019?
Mehr dazu in Folge 120: „Ein Angriff auf die Demokratie“ des Podcasts „Mordlust“.
True Crime: Mordlust – Der Podcast
Der True-Crime-Podcast „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ wird von den Journalistinnen Paulina Krasa und Laura Wohlers moderiert. Wöchentlich erzählen sie ihren ZuhörerInnen einen wahren Kriminalfall aus Deutschland. Dabei ordnen sie das Geschehen ein und diskutieren die juristischen, psychologischen und gesellschaftlichen Aspekte. Die beiden suchen nach Erklärungen und sprechen auch mit ExpertInnen über die Taten.