True Crime aus Baden-Württemberg
: Warum mussten drei Jugendliche bei brutalem Messerangriff sterben?

Im Dezember 2003 kam es in Heidenheim vor einem Club zu einem brutalen Verbrechen, bei dem ein 17-jähriger drei Jugendliche tötete.
Von
Rose Abbas Mohammad
Heidenheim
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Jugendliche legen in Heidenheim in der Nähe des Jugendclubs K2 Blumen nieder. Der Dreifach-Totschlag eines 17-jährigen rechtsextremen Jugendlichen hat in der Stadt 2003 Entsetzen ausgelöst.

Akte Südwest Heidenheim 2003

Am 20. Dezember 2003 griff ein damals 17-jähriger drei Jugendliche an und tötete diese vor einer beliebten Diskothek in Heidenheim.

Thomas Heckmann/dpa, Bearbeitung: Raiola

Am 20.12.2003 erschütterte ein tragischer Vorfall die Stadt Heidenheim: Vor dem bekannten „Club K2“ werden die Jugendlichen Viktor H., Waldemar I. und Alexander S. mit einem Messer attackiert und getötet. Wie kam es zu diesem Verbrechen?

Was ist passiert?

Viktor H., Waldemar I. und Alexander S. wollen am 20. Dezember 2003 das beliebte „K2“ in Heidenheim besuchen. Die drei Russlanddeutschen im Alter von 15 bis 17 Jahren kennen den alternativen Club, der vor allen Dingen SchülerInnen und StudentInnen anzieht. Am Eingang des „K2“ werden die Jungs vom Türsteher aufgrund ihres Verhaltens zurückgewiesen. Daraufhin wird die Polizei alarmiert und die Jugendlichen flüchten. Wenig später wird auch der 17-jährige Leonhard S. am Eingang zurückgewiesen, da der Türsteher ihn als Neonazi vermutet. Auch hier wird die Polizei hinzugezogen, welche die Personalien von Leonhard überprüft.

Viktor, Waldemar und Alexander treffen im Laufe des Abends auf Leonhard S. und dessen Freunde, woraufhin es zu einem Streit zwischen den beiden Gruppen kommt. Plötzlich zieht Leonhard S. ein Messer und sticht unvermittelt auf die drei Jugendlichen ein. Zwei der drei Opfer erliegen noch vor Ort ihren Verletzungen, der dritte wird ins Krankenhaus gebracht, stirbt aber kurze Zeit später. Der Türsteher versuchte, einen anderen Streit unweit vom Tatort zu schlichten, als es zur Tat kam. Später schildert dieser, dass der Angriff in Sekundenbruchteilen abgelaufen sein muss und völlig unvorhersehbar eskalierte.

Wer ist der Täter?

Der zum Tatzeitpunkt 17-jährige Leonhard S. gehörte der rechtsextremen Szene an. Er war nach der Tat flüchtig, stellte sich aber einen Tag später freiwillig bei der Polizei. Der Jugendliche stammte ursprünglich aus Berlin und wurde aufgrund seiner Gesinnung von seinen Eltern nach Heidenheim zu seinem Onkel geschickt, in der Hoffnung, die rechtsextreme Ideologie des Sohnes aufzuhalten und ihn von seinen extremistischen Kreisen in Berlin zu distanzieren.

Das Landgericht verurteilte den Täter zu einer Haftstrafe von neun Jahren. Auch wenn die Staatsanwaltschaft von „einer Grenze zu Mord“ spricht, einigt sich das Gericht auf Totschlag.

Was ist das Motiv von Leonhard S.? Wieso eskalierte die Situation so plötzlich?

Mehr dazu in der Folge: „Drei Tote vor der Disco: Die Bluttat am K2 in Heidenheim“ des Podcasts: „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“.

True Crime: Akte Südwest Podcast

Der True-Crime-Podcast „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“ wird einmal pro Monat veröffentlicht und berichtet über wahre Verbrechen in Baden-Württemberg.