True Crime aus Baden-Württemberg: Tödlicher Irrtum in Hechingen – Wieso musste Umut K. sterben?

Der Tod an Umut K. erschütterte die gesamte Region. Was waren die Hintergründe dieser brutalen Tat?
Hardy KromerIm Dezember 2016 wird der 22-jährige Umut K. in Hechingen Opfer eines tödlichen Anschlags, bei dem er versehentlich ins Fadenkreuz gerät. Der Mord, der ursprünglich mit Drogengeschäften in Verbindung steht, löst Fassungslosigkeit in der gesamten Region aus.
Was ist passiert?
Am 01.12.2016 trifft sich Umut K., ein junger Deutsch-Kurde, mit einem Freund vor einem Casino in der Unteren Mühlstraße in Hechingen. Umut hatte erst kürzlich sein Abitur bestanden und ist in der Region gut bekannt. Gegen 18 Uhr rast ein roter Fiat Punto an den zwei Männern vorbei, und ein Schuss wird aus dem Fahrzeug abgefeuert. Dieser trifft Umut mitten ins Herz, woraufhin er noch am Tatort verstirbt. Das rote Auto fährt anschließend davon. Nicht einmal 24 Stunden nach der Tat stellt die Kripo Rottweil eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe zusammen, die sehr zügig vier Verdächtige festnehmen kann, darunter der 25-jährige Freund aus Mössingen, der sich zuvor mit dem 22-Jährigen verabredet hatte. Die Ermittlungen führen anschließend zur Festnahme einer Gruppe junger Italiener.
Es stellte sich heraus, dass der Mord mit einem Drogengeschäft in Verbindung stand. Die Ermittlungen ergeben, dass Umut K. jedoch nicht das eigentliche Ziel des Anschlags war, sondern einfach zur falschen Zeit am falschen Ort stand.
Wer sind die Täter?
Den Tätern wird versuchter Mord in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung vorgeworfen. Der Hauptangeklagte, ein 21-jähriger Mann, der in Berlin geboren wurde und größtenteils in Italien aufwuchs, soll den tödlichen Schuss aus dem Beifahrerfenster abgegeben haben. Neben ihm war ein 29-jähriger Mann, der als Fahrer des Fiat Punto fungierte. Er arbeitete zuvor in einem Zimmermannsbetrieb auf der Schwäbischen Alb. Ein dritter Angeklagter, ein 37-jähriger Olivenhändler, soll die Drahtzieherrolle im Hintergrund übernommen haben und war in den Drogenhandel verwickelt. Es bleibt unklar, ob er den Tätern die Tatwaffe zur Verfügung gestellt hatte.
Der Blutracheprozess
Umuts jüngerer Bruder und ein weiterer Bekannte machten nach dem Prozess auf sich aufmerksam, weil sie laut Angaben der Staatsanwaltschaft planten, mit Selbstjustiz gegen die Angeklagten vorzugehen. Ihnen wurde die Verabredung zum Mord und der Versuch, Kriegswaffen zu erwerben, vorgeworfen. Die Tat sollte als Rache an Umuts Mördern und deren Verwandten verübt werden.
Mehr dazu in der Folge: „Ein Schuss ins Herz: Der Mord an Umut K.“ des Podcasts: „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“,
True Crime: Akte Südwest Podcast
Der True-Crime-Podcast „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“ wird einmal pro Monat veröffentlicht und berichtet über wahre Verbrechen in Baden-Württemberg.