True Crime aus Baden-Württemberg
: Die schlimmste Brandkatastrophe in Stuttgart

Sieben Tote, 16 Schwerverletzte: 1994 legt ein notorischer Brandstifter ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Stuttgart. Was sind die Hintergründe dieser Tat?
Von
Rose Abbas Mohammad
Stuttgart
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Sieben Menschen kamen 1994 bei einer Brandstiftung in der Geißstraße in Stuttgart ums Leben. Die Katastrophe jährt sich nun zum 30. Mal.

Sieben Menschen kamen 1994 bei einer Brandstiftung in der Geißstraße in Stuttgart ums Leben. Die Katastrophe jährte sich im März 2024 zum 30. Mal.

dpa

Im Jahr 1994 ereignet sich in Stuttgart in der Geißstraße 7 die schwerwiegendste Brand-Tragödie seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein 23-jähriger Mann wurde für den Brand verantwortlich gemacht, bei dem sieben Menschen starben und 16 schwer verletzt wurden.

Was ist passiert?

Am 16. März 1994 bricht in der Geißstraße 7 in Stuttgart ein verheerendes Feuer aus. In dem Gebäude leben überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete. Das Feuer wird am Hauseingang gelegt und breitet sich schnell aus. Die ErmittlerInnen rekonstruieren, dass der Brandstifter eine kleine Holzkiste angezündet hat, woraufhin sich das Feuer schnell auf andere Abfälle ausbreiten konnte.

Die BewohnerInnen versuchen, sich aus den Flammen zu retten und wollen unter anderem mit Laken aus den Fenstern klettern. Tragischerweise kommen insgesamt sieben Menschen, darunter zwei Kinder und eine hochschwangere Frau durch die Brandstiftung ums Leben. Weitere 16 BewohnerInnen werden teils schwer verletzt.

Wer ist der Täter?

Hinter dem Brand steckt ein zum Tatzeitpunkt 23-jähriger Mann, der bereits zuvor durch zahlreiche Brandstiftungen auffiel. Er hat eine krankhafte Faszination für Feuer und nimmt den Tod von Menschen dabei bewusst in Kauf. Kurz nach der Festnahme gesteht er die Tat, zieht dieses Geständnis jedoch später zurück. Aufgrund belastender Aussagen wird der Täter trotzdem wegen siebenfaches Mordes sowie wegen versuchten Mordes in 86 Fällen verurteilt. Das Landgericht Stuttgart erkennt das Mordmerkmal der Heimtücke und den Einsatz von gemeingefährlichen Mitteln an und sieht einen bedingten Tötungsvorsatz. Zudem ordnet das Gericht eine Unterbringung des Täters in Sicherheitsverwahrung an. Am Ende stellt sich die Frage: Was war das Motiv des Täters? Wieso mussten diese Menschen sterben?

Mehr dazu in der Folge: „Tödliches Inferno: Die Brandstiftung in der Stuttgarter Geißstraße“ des Podcasts: „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“,

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Der True-Crime-Podcast „Akte Südwest – Der Kriminalpodcast der Südwest Presse“ wird einmal pro Monat veröffentlicht und berichtet über wahre Verbrechen in Baden-Württemberg.