Trockenheit in Kolumbien: El Niño – Bogotá beschränkt Wasserverbrauch für Einwohner

Kolumbien, La Calera: Der San Rafael-Stausee, ein Trinkwasser-Reservoir für Bogota, hat aufgrund des El-Niño-Wetterphänomens in La Calera, am Stadtrand von Bogota, einen niedrigen Stand.
Ivan Valencia/dpaAngesichts der alarmierend knappen Wasserreserven wegen anhaltender Trockenheit hat die Stadtverwaltung von Bogotá laut dpa den Trinkwasserverbrauch für seine Einwohner eingeschränkt.
Kolumbien: Bogotá schränkt Wasserverbrauch der Bürger ein
Der Bürgermeister der kolumbianischen Hauptstadt, Carlos Fernando Galán, sagte am Montag vor Journalisten, dass der Wasserstand von zwei für die Versorgung der Stadt wichtigen Stauseen „besorgniserregend“ niedrig sei. Der Verbrauch werde daher von 17 Kubikmetern pro Sekunde auf 15 gesenkt. Die Einschränkungen gelten demnach ab Donnerstag.
Dafür wurde die Acht-Millionen-Einwohner-Stadt demnach in neun Bereiche aufgeteilt. In jedem von ihnen werde alle zehn Tage das Wasser abgestellt, so dass die Menschen jeweils an einem bestimmten Tag für 24 Stunden ohne Wasser auskommen müssten, führte der Bürgermeister aus. Für Krankenhäuser und Schulen gebe es Notfallpläne. Alle zwei Wochen werde die Lage neu bewertet.
Bürgermeister: Klimawandel ist „eine Realität“
Ziel der „vorübergehenden“ Regelung sei es, den Verbrauch der Haushalte um elf Prozent zu senken, sagte der Bürgermeister. Die Einschränkungen würden so lange gelten, bis sich die Wasserreservoirs wieder gefüllt hätten. Zwar werde Regen die Lage wieder entschärfen, sagte Galán. Dennoch sei der Klimawandel „eine Realität, die wir nicht ignorieren können“, warnte er.
El Niño sorgt für Hitze und Trockenheit in Kolumbien
Aufgrund der Trockenheit wegen des Wetterphänomens El Nino leidet Kolumbien seit Jahresbeginn unter sengender Hitze und hunderten Waldbränden, die auch in den Bergen über Bogotá wüteten. Nach Angaben der Behörden werden fast 70 Prozent des Hauptstadt-Bedarfs mit Wasser aus dem nahegelegenen Naturschutzgebiet Chingaza abgedeckt. Der Pegelstand der beiden dort befindlichen Stauseen Chuza und San Rafael ist aber so niedrig wie seit 40 Jahren nicht mehr.