Traditionen zum Weihnachtsfest: Alte Bräuche an Weihnachten

An Weihnachten gibt es viele Bräuche. Was hat man früher an Weihnachten gemacht?
Fabian Strauch/dpaIn jeder Kultur gibt es Traditionen und Bräuche, die sich stetig verändern. Besonders zur Weihnachtszeit sind diese besonders etabliert und werden jedes Jahr zelebriert. Doch es gibt auch solche, welche nicht länger praktiziert werden. Welche neuen und alten Traditionen sowie Bräuche es gibt, erfahrt ihr im Folgenden:
Alte Traditionen an Weihnachten
Traditionen können je nach Ausführung nicht mehr zeitgemäß sein, wodurch sie von Jahr zu Jahr weniger zelebriert werden. Wir haben für euch einige Rituale gefunden, die nicht mehr überall aufrechterhalten werden:
Das Ritual unter dem Mistelzweig
Wer unter einem Mistelzweig steht, darf geküsst werden. So lautet eine allseits bekannte Regel, die gerne von vielen befolgt wird. Doch war das schon immer so?
Während der altgermanischen Wintersonnenwende hatte Mistel die Funktion böse Geister zu vertreiben und sorgte für den Schutz der Dorfbewohner. Da sie im Mittelalter auch als heilendes Mittel eingesetzt wurde, galt sie nicht mehr länger als Hexenkraut, oder Druidenfuß. Erst seit dieser positiven Entwicklung wurde Mistel die Funktion des Glücksbringers zugeschrieben.
Neunerlei als Weihnachtsessen
Der Neunerlei–Brauch kommt aus dem Erzgebirge und wird zu Heiligabend zelebriert. Es wird auch liebevoll „Neinerlaa“ genannt, bei dem es neun kleine Speisen beinhaltet. Alle neun Gerichte haben ihre eigene Bedeutung, die je nach Gebiet variieren. Sie werden dabei auf einem speziellen Teller mit neun abgetrennten Bereichen serviert.
Bedeutungen der Speisen:
- Bei den Linsen oder Erbsen soll das Kleingeld nicht ausgehen
- Die Bratwurst soll die Kraft und Herzlichkeit bewahren
- Sauerkraut oder Rotkraut: das Sauerkraut steht für die Gesundheit, eine gute Ernte und, dass ein Leben nicht „sauer“ werden soll. Das Rotkraut soll Schönheit garantieren
- "grüne Klöße" aus rohen und gekochten Kartoffeln bestehend, versprechen Wohlstand und, dass das "große Geld" nicht ausgehen soll
- Gans–, Schweine– oder Kaninchenbraten soll Glück bringen
- Das Kompott aus Backpflaumen oder Bratäpfeln soll Freude am Leben bringen
- Die Butter– und Semmelmilch, die oft mit gehackten Nüssen oder Mandeln serviert werden, soll für schöne Haut, Gesundheit und einen guten Lebensalltag sorgen
- Der Neunerlei Sellerie soll Fruchtbarkeit garantieren
- Pilze und Rote Beete sollen Glück und Freude bringen
Die Mettenwürste
Die offizielle Fastenzeit endete mit dem Heiligabend. Denn: Weihnachtszeit ist gleich Fastenzeit. Es war Brauch, dass die gesamte Familie zur Mitternachtsmesse (Christmesse), also vom 24. auf den 25. Dezember, in die Kirche ging und anschließend die Mettenwurst aß. Es gab Regionen, in denen auch die Mettensuppe mit Würstchen serviert wurde.
Das Christkind
Das Christkind wurde im 16. Jahrhundert durch Martin Luther eingeführt und ist heute eher im Süden Deutschlands vertreten. In den USA zum Beispiel ist ausschließlich der Weihnachtsmann, alias Santa Claus bekannt und nicht etwa das Christkind.
Martin Luther soll bei der Einführung der Weihnachtsfigur das Jesuskind im Sinne gehabt haben, da Weihnachten ein christliches Fest sei und Gott huldigen sollte. Heute stellen wir uns allerdings meist eine Person mit Flügel, goldenen Locken, Heiligenschein und einem weißen Kleid vor, wie der Eröffnungsprolog des Nürnberger Christkindlesmarktes zeigt.
Somit ist lediglich das ursprüngliche Aussehen des Christkindes und nicht die Funktion per se bei vielen in Vergessenheit geraten.
Lieder an Heiligabend singen und Gedichte vortragen
Bevor die Geschenke ausgepackt wurden, mussten die jüngsten Mitglieder der Familie Weihnachtslieder vorsingen oder auf einem Instrument spielen. Ebenso war es Tradition, ein Gedicht im Weihnachtsstil vorzutragen. Dies ist zwar in einigen Haushalten immer noch präsent, jedoch wird das lange nicht mehr in allen Häusern und Wohnungen durchgeführt.
