Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 89 Jahre alten Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung, Straßenverkehrsgefährdung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Der Mann hatte am Donnerstagvormittag, 29.12.2022, im Landkreis Lindau (Bodensee) drei Menschen umgefahren. Er erfasste mit seinem Wagen Großmutter, Mutter und Enkel im Kinderwagen. Eine 64 Jahre alte Frau starb, ihre 31 Jahre alte Tochter und deren Baby wurden mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mitteilte.

Mit Auto auf den Gehweg: 64-Jährige stirbt – Baby und Frau verletzt

Nach derzeitigen Erkenntnissen geriet der 89-Jährige nach dem Ortseingang Scheidegg in einer Rechtskurve aus noch ungeklärter Ursache mit seinem Wagen nach links auf den Gehweg. Dort erfasste er zunächst die 31-jährige Fußgängerin. Sie wurde durch die Wucht des Aufpralls auf eine Wiese geschleudert. Danach rammte der Senior mit seinem Auto auf dem Gehweg die 64-Jährige mit dem Kinderwagen. Die Frau wurde durch den Aufprall getötet, das Baby wurde leicht verletzt.

Drei Menschen angefahren: 89-Jähriger flieht vom Unfallort

Nach dem Unfall fuhr der 89-Jährige zunächst weiter, ohne anzuhalten. In der Ortsmitte von Scheidegg verursachte er einen weiteren Verkehrsunfall mit Sachschaden: Er krachte gegen ein geparktes Auto. Der Mann wurde Medien zufolge in einem Geschäft in der Nähe des Unfallortes gefunden. Sein Führerschein wurde sichergestellt.

Grund für tödliches Unglück in Scheidegg rätselhaft

Der Grund für das tödliche Unglück ist nach wie vor rätselhaft. Nach Angaben der Allgäuer Zeitung war der Senior aus dem Landkreis Lindau bei der bayerischen Polizei nicht durch Verkehrsdelikte in der Vergangenheit aufgefallen gewesen. Er selbst wurde bei dem Unfall nicht verletzt.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Gegen den Senior wird nun wegen fahrlässiger Tötung bei einem Verkehrsunfall, Straßenverkehrsgefährdung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Kempten ordnete eine Blutprobe an und beauftragte einen Sachverständigen, der den Hergang des Unglücks untersuchen soll. Der Mann habe nicht unter Alkoholeinfluss gestanden, hieß es bei der Polizei, eine Alkoholüberprüfung mit einem Vortestgerät ergab einen Wert von 0,0 Promille.

Polizei gibt weitere Details zu tödlichem Unfall unbekannt

Wie die Allgäuer Zeitung berichtet, wurde der 89-Jährige nach Angaben der Polizei in der Nähe des Unfallortes aufgefunden. "Es bestand zu keiner Zeit Zweifel daran, dass er nicht der Fahrer war", sagt ein Sprecher gegenüber der Zeitung. Er selbst wurde bei dem Unfall nicht verletzt. Der Senior wurde von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt, einen Aufenthalt in einer Klinik oder Psychiatrie war nicht notwendig, sagte ein Polizeisprecher. Weiter hieß es, dass der Senior den Unfall nicht mutwillig begangen hat. Das Unfallgutachten wird noch einige Monate andauern. Weitere Angaben, was die Vernehmung und den Zustand des 89-Jährigen angeht, machte die Polizei nicht.

Ähnlicher Fall: Verwirrter Mann baut Unfälle

Einen ähnlichen Fall meldet die Polizei aus Hohenstadt im Kreis Göppingen, bei dem zum Glück kein Mensch zu Schaden kam: Ein offensichtlich verwirrter Senior hat am Donnerstag auf einer Irrfahrt in seinem Auto mehrere Unfälle und einen Schaden von 20.000 Euro verursacht.
Aufgefallen war der Mann gegen 16.15 Uhr in der Nähe von Hohenstadt, weil er Schlangenlinien fuhr und dabei immer wieder den Gegenverkehr gefährdete, ehe er auf unbefestigte Feldwege abbog, so ein Polizeisprecher am Freitag.
Ein Zeuge alarmierte die Polizei, nachdem er in dem Waldstück Überbleibsel eines frischen Unfalls an einem Baum fand. Da sei der Senior aber längst weitergefahren und habe zwei leichte Unfälle mit anderen Autofahrern verursacht - ohne danach anzuhalten. An einem Ortseingang, nach dem Überqueren einer Wiese, habe der Mann sein Auto auf einem Parkplatz geparkt, wo die Polizei ihn auffand und die Irrfahrt beenden konnte. Der verwirrte Senior, der sich an nichts erinnern konnte, wurde laut Polizei in die Obhut seiner Angehörigen übergeben.