Jesse Jackson ist tot
: Was war die Todesursache?

Der US-Bürgerrechtler und Politiker Jesse Jackson ist im Alter von 84 Jahren gestorben – ein Leben im Kampf für Gerechtigkeit und Gleichheit endet.
Von
Judith Müller
USA
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Reverend Jesse Jackson, Bürgerrechtler aus den USA, ist mit 84 Jahren verstorben.

Reverend Jesse Jackson, Bürgerrechtler aus den USA, ist mit 84 Jahren verstorben.

picture alliance/dpa/AP, Czarek Sokolowski

Der US-amerikanische Bürgerrechtsaktivist und Politiker Jesse Jackson ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine Familie teilte mit, dass er friedlich verstorben sei, nannte jedoch bisher keine genaue Todesursache. In ihrer Erklärung würdigten sie Jacksons Lebenswerk: „Sein unerschütterlicher Glaube an Gerechtigkeit, Gleichheit und Liebe hat Millionen Menschen inspiriert.“ Mit seinem Tod verliert die amerikanische Bürgerrechtsbewegung eine der prägendsten Stimmen der vergangenen Jahrzehnte.

Wegbegleiter von Martin Luther King

Geboren 1941 in Greenville im Bundesstaat South Carolina, wuchs Jesse Jackson in einer Zeit der Rassentrennung auf. In den 1960er-Jahren engagierte er sich in der US-Bürgerrechtsbewegung und arbeitete eng mit Martin Luther King Jr. zusammen. Als Pastor und charismatischer Redner wurde er schnell zu einer bekannten Figur im Kampf gegen Diskriminierung und soziale Ungleichheit.

Nach der Ermordung Kings im Jahr 1968 führte Jackson dessen Vermächtnis weiter. Er setzte sich für wirtschaftliche Gerechtigkeit, bessere Bildungschancen und politische Teilhabe für Afroamerikaner ein. Sein Engagement machte ihn landesweit bekannt – weit über kirchliche und aktivistische Kreise hinaus.

Eigene Bürgerrechtsbewegung gegründet

1971 gründete Jackson eine eigene Organisation, um Politik und Wirtschaft unter Druck zu setzen. Durch Boykottaufrufe zwang er zahlreiche Konzerne dazu, mehr Schwarze einzustellen und ihre Führungsetagen diverser zu gestalten. Sein Ansatz verband moralischen Appell mit wirtschaftlichem Druck – eine Strategie, die in den 1970er- und 1980er-Jahren große Aufmerksamkeit erregte.

Jackson verstand es, soziale Bewegungen mit politischer Strategie zu verbinden. Er setzte auf Dialog, aber auch auf klare Forderungen. Dabei blieb er eine teils kontroverse, aber immer einflussreiche Figur im öffentlichen Diskurs der USA.

Präsidentschaftskandidat der Demokraten

In den 1980er-Jahren strebte Jesse Jackson nach der höchsten politischen Verantwortung. Zweimal bewarb er sich um die Präsidentschaftskandidatur der Democratic Party – 1984 und 1988. Zwar blieb er erfolglos, doch seine Kampagnen mobilisierten Millionen Wähler, insbesondere aus Minderheiten-Communities. Er trug dazu bei, progressive Themen wie soziale Gerechtigkeit, Antidiskriminierung und Chancengleichheit stärker ins Parteiprogramm zu verankern.

Jacksons Kandidaturen gelten als historisch: Er war einer der ersten afroamerikanischen Politiker, die ernsthaft um das höchste Amt in den USA kämpften und breite nationale Unterstützung erhielten.

Quelle: tagesschau.de