Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus. Weltweit gibt es nun mehr als drei Millionen Infizierte. Kontaktbeschränkungen, Mundschutzpflicht und Abstandsregeln sollen dafür sorgen, dass sich immer weniger Menschen mit dem Virus infizieren. Doch einigen Menschen scheint das nicht Schutz genug zu sein. Zumindest wenn man einigen Beiträgen auf sozialen Netzwerken glauben schenkt. In den vergangenen Tagen gab es vermehrt Berichte darüber, dass Tierbesitzer aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona ihre Haustiere in Tierheime geben. Doch was ist dran an den Gerüchten?

Landestierschutzverband: Kein massiver Anstieg von Abgabetieren wegen Corona

In einem emotionalen Twitter-Beitrag äußert sich ein User über Tierbesitzer, die vermeintlich aus Angst vor einer Infektion mit Corona das eigene Haustier ins Tierheim abgeben.
Auf Nachfrage gibt der Landestierschutzverband Baden-Württemberg glücklicherweise Entwarnung. Der weitaus größte Anteil der Tierbesitzer sei hierzulande gut informiert und wisse, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Übertragungsgefahr vom Haustier auf den Menschen besteht. „Dementsprechend verzeichnen Tierheime keinen massiven Anstieg an Abgabetieren von besorgten Tierbesitzern aus Angst, sie könnten sich infizieren,“ heißt es in der Antwort des Landestierschutzverbandes.

So ist die Lage der Tierheime in der Corona-Krise

Viele Tierheime stehen wegen der aktuellen Corona-Krise trotzdem vor großen Problemen. „Da die Tiervermittlung in den Tierheimen nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich ist, nimmt der Tierbestand in vielen Tierheimen stetig zu. Dies bringt einige Tierheime an ihre Aufnahmekapazitätsgrenze,“ so der Landestierschutzverband.
Auch finanziell wrid es eng für die Tierheime. Denn da weniger Tiere vermittelt werden können, fehlen verlässliche Einnahmen. Auch Veranstaltungen wie das Osterfest oder Tierheimflohmärkte können nicht mehr stattfinden.
„Demgegenüber müssen aber weiterhin das Personal entlohnt, Tierarztkosten gezahlt und die normalen täglichen Betriebskosten beglichen werden. Das kann auf Dauer so nicht gehen. Vor allem nicht, wenn Spendengelder wegbrechen,“ erklärt die Organisation.

Coronavirus und Tierheime: Tiere in Tierheimen nicht gefährdet

Der Landestierschutzverband stellt aber auch fest: „Glücklicherweise hat die Landesregierung auch Tierärzte und Tierpfleger in Tierheimen als systemrelevant eingestuft. Dadurch können sie weiterhin arbeiten.“
Eine gesundheitliche Gefährdung der Tiere bestehe nicht, da auch im Tierheim Hygienemaßnahmen eingehalten werden und der Normalbetrieb weitgehend aufrechterhalten bleibt. Falls Mitarbeiter erkranken sollten, gebe es Notfallpläne.