Tiergarten Nürnberg
: Auch in Zukunft werden gesunde Paviane getötet

Die Tötung von zwölf Pavianen im Nürnberger Tiergarten löst Proteste aus. Darum bezeichnet der Tiergarten die Maßnahme als alternativlos.
Von
Florian Huth
Nürnberg
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Guinea-Paviane im Tiergarten Nürnberg: ARCHIV - 07.07.2025, Bayern, Nürnberg: Paviane sitzen in ihrem Gehege im Tiergarten Nürnberg. (zu dpa: «Wieso tötete Nürnberger Tiergarten gesunde Paviane?») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Guinea-Paviane im Tiergarten Nürnberg: Zwölf von ihnen wurden erschossen.

Daniel Karmann/dpa
  • Tiergarten Nürnberg erschießt 12 Paviane zur Kontrolle der Gruppengröße.
  • Wissenschaftliche Proben entnommen, Tierkörper als Futter für Raubtiere verwendet.
  • Aktuell 26 Paviane im Gehege – mehr als die Anlage verkraften kann.
  • Abgabe, Auswilderung und Geburtenkontrolle waren keine umsetzbaren Optionen.
  • Auch künftig Tötungen geplant, jedoch in geringerem Umfang.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Laut Angaben des Nürnberger Tiergartens wird die Tötung von Pavianen keine einmalige Maßnahme bleiben. Auch in den kommenden Jahren müsse der Zoo Paviane zur Populationskontrolle töten.

Zwölf Paviane im Tiergarten Nürnberg erschossen

Nach Angaben des Tiergartens wurden die Paviane einzeln in Transportkisten mit einem gezielten Kugelschuss getötet. Zuvor seien die weiblichen Tiere unter Narkose untersucht worden, um eine mögliche Trächtigkeit festzustellen. Dabei starben zwei Weibchen, die ohnehin hätten getötet werden sollen, wie Zoodirektor Dag Encke erklärte. Die Ursache dafür soll nun untersucht werden.

Paviane werden an Raubtiere verfüttert

Am 29.07.2025 hatte der städtische Zoo in Nürnberg zwölf Guinea-Paviane erschossen, da die Gruppe für die Anlage zu groß geworden war.

Im Anschluss an die Tötungen entnahm der Tiergarten wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke. Die Tierkörper sollen anschließend als Futter für Raubtiere verwendet werden. Auch künftig plant der Zoo, Paviane zur Regulierung der Gruppengröße zu töten. Allerdings nicht in dem aktuellen Umfang, erklärte Direktor Dag Encke.

Tiergarten Nürnberg - Direktor Dag Encke: ARCHIV - 07.07.2025, Bayern, Nürnberg: Dag Encke, Direktor des Tiergarten Nürnberg, steht an der Außenanlage der Paviane. (zu dpa: «Wieso tötete Nürnberger Tiergarten gesunde Paviane?») Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dag Encke, Direktor des Tiergarten Nürnberg, steht an der Außenanlage der Paviane.

Daniel Karmann/dpa

Immer noch zu viele Affen im Nürnberger Gehege

Laut Zoodirektor Encke leben nun 26 erwachsene Paviane in der Gruppe – drei mehr, als die Anlage eigentlich verkraften kann. Diese Überschreitung habe man bewusst in Kauf genommen, erklärte er. Andernfalls hätte der Tiergarten deutlich mehr Jungtiere töten müssen. Man sei sich jedoch darüber im Klaren, dass das Gehege so schneller wieder an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Warum wurden die Paviane getötet?

Die Entscheidung, die Paviane zu töten, sei das Ergebnis jahrelanger sorgfältiger Abwägungen gewesen, betonte Zoodirektor Encke. Eine Abgabe oder Auswilderung der Tiere sei nicht umsetzbar gewesen, und auch Maßnahmen zur Geburtenkontrolle hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Letztlich sei die Gruppe so groß geworden, dass eine tiergerechte Haltung im bestehenden Gehege nicht mehr möglich gewesen sei. Der Zoo habe daher zwischen dem Schutz einzelner Tiere und dem Wohl der gesamten Gruppe abwägen müssen.