Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder
: In diesen Bereichen drohen Warnstreiks

Im Tarifpoker des öffentlichen Dienstes der Länder rückt die voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde näher. Trotzdem könnten in den kommenden Wochen ausgeweitete Warnstreiks folgen.
Von
David Hahn
Potsdam
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Warnstreik an Uniklinik in Köln: 13.01.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Beschäftigte der Uniklinik stehen bei einen Warnstreik vor dem Haupteingang. Mit den Warnstreiks möchte Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Warnstreik an der Uniklinik in Köln am 13.01.2026. Beschäftigte der Uniklinik stehen bei einen Warnstreik vor dem Haupteingang. Mit den Warnstreiks möchte Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen.

Federico Gambarini/dpa

Eigentlich gehen bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder alle Seiten von einer Lösung am Verhandlungstisch aus. Doch die Gewerkschaften haben noch mehrere Wochen Zeit, um den Druck zu erhöhen. Welche Bereiche wären von Warnstreiks betroffen?

Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder 2026

Betroffen von den aktuellen Tarifverhandlungen sind nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) insgesamt rund 2,2 Millionen Beschäftigte, direkt verhandelt wird für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte der Länder außer Hessen. Indirekt betroffen sind auch ca. 1,3 Mio. Beamtinnen/Beamte und Versorgungsempfänger, weil das Ergebnis später übertragen werden soll.

In den Tarifverhandlungen geht es um deutliche Gehaltssteigerungen: Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld pro Monat, mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und eine Perspektive auf unbefristete Übernahme bekommen. Außerdem sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen, die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Was entgegnen die Arbeitgeber?

Die Arbeitgeberseite hält die Forderungen für zu hoch. Der Verhandlungsführer der Länder, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), verweist auf die gesunkene Inflation und die angespannte Haushaltslage in den Ländern. Gleichzeitig signalisiert er Gesprächsbereitschaft bei Themen wie Nachwuchs, Auszubildenden und besonders belasteten Bereichen, etwa im Schicht- und Wechselschichtdienst.

Welche Auswirkungen hätten Warnstreiks?

Wenn bei den Kommunen gestreikt wird, sind die Auswirkungen in der Regel spürbarer. Hier kann zum Beispiel auch die Müllabfuhr, der Nahverkehr oder in der ganzen Breite der Flächenländer auch die Kinderbetreuung bestreikt werden. Auf Landesebene sind die Möglichkeiten begrenzter. Betroffen von Warnstreiks wären aktuell unter anderem Universitätskliniken und Universitäten, aber auch angestellte Lehrkräfte, Polizeiangestellte sowie Personal, das winterliche Straßen räumt. Die vorerst letzte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar in Potsdam angesetzt.

Mit Material der dpa