Tarifverhandlungen mit GDL: Deutsche Bahn schlägt Schlichtungs-Gespräch mit Friedenspflicht vor

Kurz vor dem Start der Tarifverhandlungen mit der GDL hat die Deutsche Bahn eine Schlichtung vorgeschlagen.
Christian Charisius/dpaDie Deutsche Bahn hat zwei Wochen vor dem Start der Tarifgespräche mit der Lokführergewerkschaft GDL eine externe Moderation vorgeschlagen. Das Unternehmen wolle „von Anfang an mit Konfliktberatung im Stile einer Art Schlichtung moderiert ins Gespräch gehen“, sagte Personalvorstand Martin Seiler am Freitag in Berlin. Die Forderungen der GDL für die anstehenden Tarifverhandlungen nannte Seiler „unerfüllbar“.
GDL fordert unerfüllbare Tarifänderungen
Die GDL hat bereits ihre Forderungen für die anstehenden Tarifverhandlungen vorgelegt, die von der Bahn als „unerfüllbar“ bezeichnet wurden. Die Gewerkschaft verlangt eine erhebliche Erhöhung der Gehälter, kürzere Arbeitszeiten und steuerfreie Inflationszahlungen.
Deutsche Bahn warnt vor drastischen Personalkostensteigerungen
Der Personalvorstand der Deutschen Bahn, Martin Seiler, warnt vor den Folgen der GDL-Forderungen. Er betont, dass die geforderte Erhöhung der Personalkosten um 50 Prozent nicht realisierbar sei und die Einstellung Tausender neuer Mitarbeiter notwendig machen würde.
Bahn schlägt Schlichtung und Friedenspflicht vor
Die Bahn schlägt vor, „unverzüglich“ in einem „geschützten Raum“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Verhandlungen einzutreten. Solange diese Verhandlungen liefen, solle auch die Friedenspflicht gelten, also Streiks ausgeschlossen sein. Ziel sei es, „bis nach der Weihnachtszeit“ zu Ergebnissen zu kommen. Als eine Art „Vorschuss“ biete die Bahn den GDL-Mitgliedern im Dezember eine Einmalzahlung von 1500 Euro aus der Inflationsausgleichsprämie.
Die Bahn gibt der Gewerkschaft bis zum 3. November Zeit, auf ihren Schlichtungsvorschlag zu reagieren. Schlichtungen haben in der Vergangenheit gute Ergebnisse gebracht und könnten eine vielversprechende Lösung sein, so der Manager.
GDL vertritt 10.000 Bahnmitarbeiter
Die GDL verhandelt im Namen von etwa 10,000 Mitarbeitern der Deutschen Bahn, hauptsächlich für das Zugpersonal und die Fahrzeuginstandhaltung.
Im August einigte sich die Bahn mit der viel größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf einen Tarifabschluss. Dies könnte als Präzedenzfall dienen und den Verlauf der GDL-Verhandlungen beeinflussen.
(mit Material von AFP)