Die Inzidenz in Deutschland erreicht nach knapp zwei Jahren Corona-Pandemie wieder einmal Rekordwerte. Dabei ist das nur die Zahl der bekannten Fälle - Stichwort Dunkelziffer. Einige Forschende gehen davon aus, dass derzeit etwa die Hälfte der Infektionen nicht entdeckt wird. Welche Symptome deuten also auf eine Corona-Infektion hin? Seit Beginn der Pandemie lautet die Antwort auf diese Frage für viele: Husten und Fieber. Ersteres ist mit 42 Prozent das häufigste gemeldete Symptom, das Fieber-Symptom wurde bei 26 Prozent der Fälle erfasst. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Symptome, die auf eine Covid-19-Infektion hinweisen. Aber welche Symptome zeigen Kinder, wenn sie infiziert sind? Und haben infizierte Geimpfte andere Symptome als infizierte Ungeimpfte? Welche Anzeichen lassen Long Covid vermuten? Ein Symptom-Überblick.

Corona-Symptome Robert-Koch-Institut: Das sind die Symptome von Covid-19 in Deutschland

Laut des Epidemiologischen Steckbrief zu Sars-CoV-2 und Covid-19 des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es neben Husten und Fieber folgende weitere Symptome: Schnupfen (31 Prozent) und die Störung des Geruchs und/oder des Geschmackssinns (19 Prozent). Für den (vorübergehenden) Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, der ebenfalls häufig auftritt, merkt das RKI an, dass der Wert aufgrund seiner intensiven Überprüfung dieses Symptoms verzerrt sein könnte. Ein weiteres erfasstes Symptom für Covid-19-Fälle in Deutschland ist eine sogenannte Pneumonie. Das ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des Lungengewebes.
Außerdem kann Folgendes Anzeichen für eine Corona-Infektion sein:
  • Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Konjunktivitis
  • Hautausschlag
  • Lymphknotenschwellung
  • Apathie
  • Somnolenz
Kommen bei Kindern und Geimpften andere Covid-19-Symptome häufiger vor? Unterscheiden sich die Corona-Anzeichen zu jenen von Ungeimpften?

Corona-Symptome bei Kindern: Das deutet auf eine Covid-19-Infektion hin

Bisherige Studien zeigen, so informiert die Bundesregierung auf der Website „Zusammen gegen Corona“, dass die Mehrheit der infizierten Kinder keine Symptome oder einen milden Krankheitsverlauf zeigen. Das RKI informiert im Epidemiologischen Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 unter Punkt „Kinder und Jugendliche“, dass „laut Daten der Corona-KiTa-Studie bei etwa 35% der 0- bis 5-Jährigen mit vorhandenen klinischen Informationen keine COVID-19 relevanten Symptome angegeben wurden. Bei 65% der Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren wurde mindestens ein Symptom angegeben. In einer Studie der ersten Welle in Deutschland zählten Husten, Fieber und Schnupfen zu den am häufigsten erfassten Symptome. Zudem können Halsschmerzen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen, Pneumonie, Brustschmerzen und Herzrasen auftreten. Das Symptom Magen-Darm kommt laut RKI bei Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen. Auffällig sei zudem, dass ein „erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen nur ein Symptom aufweist“.

Corona bei Geimpften: Welche Symptome sind erkennbar?

Wenn viele Menschen sich mit dem Coronavirus infizieren und dieses zudem mutiert, kann es zu Impfdurchbrüchen kommen. Bereits während der Studien zu den Impfungen war klar: Sie schützen nicht zu 100 Prozent vor einer Corona-Infektion. Die große Gefahr sind vor allem neue Varianten des Virus’. Deswegen zeigt sich aktuell: Es kommt trotz Impfung zur Infektion, also zu sogenannten Impfdurchbrüchen. Unterscheiden sich nun die Symptome von Geimpften und Ungeimpften, wenn sie mit Covid-19 infiziert sind? Ja - und zwar darin, wie ausgeprägt die bekannten Covid-19-Symptome auftreten. Laut einer Studie des britischen Gesundheitsunternehmen ZOE sind die Symptome bei Geimpften im Vergleich zu Ungeimpften milder. Geimpfte müssen laut der Studie ohne, dass eine Erkältung vorliegt, häufiger niesen. Doppelt Geimpfte haben im Vergleich zu Ungeimpften weniger häufig Fieber und weniger anhaltenden Husten.

Long Covid Syndrom: Symptome, Häufigkeit, Vorkommen trotz Impfung und bei Kindern?

Wer eine Covid-19-Infektion hatte, kann an Long-Covid, auch Post-Covid-Syndrom genannt, erkranken. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist, ist nicht klar: Expertenmeinungen gehen auseinander. Die einen sagen, 10 bis 20 Prozent aller Infizierten erkranken an Long Covid, andere beziehen ihre Schätzung auf jene Fälle, die einen besonders schweren Verlauf hatten. Dort könnten es dann zwischen 50 bis 70 Prozent der Patienten und Patientinnen sein, die Long Covid bekommen.
Was feststeht: Erwachsene erkranken häufiger am Post-Covid-Syndrom als Kinder. Das MRI Chronische Fatigue Centrum (MCFC) in München informiert jedoch: Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Infektion treffen immer häufiger Kinder und Jugendliche. Trotz einer milden oder moderaten Infektion könne ein „komplexes Beschwerdebild bestehen bleiben“, heißt es auf der Website des MCFC. Eine im Juli 2021 veröffentlichte Studie um ein Forschungsteam der kanadischen University of Calgary kommt aber zu dem Schluss, dass solche Folgen nach leichten und mittelschweren Infektionen ohne Krankenhausaufenthalt bei Kindern sehr selten sind. Aber dennoch sei das Risiko nicht null, sagte Dr. Kevin Messacar, MD, vom Kinderkrankenhaus Colorado in Aurora, der die Studie kommentierte, aber nicht daran beteiligt war. In der kanadischen Studie heißt es, dass etwa 6 Prozent der infizierten Kinder Long Covid entwickeln. Kinder, die wegen der Corona-Infektion in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, haben ein höheres Risiko. Und: Bei Kindern im Alter von 10 bis 17 Jahren traten laut der Studie häufiger anhaltende Symptome auf als bei Kleinkindern beziehunsgweise Babys unter 1 Jahr.
Das sind die häufigsten Symptome des Post-Covid-Syndroms:
  • extreme Abgeschlagenheit (Fatigue)
  • Atem- und Kreislaufprobleme
  • Schlafstörungen
  • und/oder Schmerzen
Während noch am Post-Covid-Syndrom (Long Covid) geforscht wird, meldet das MCFC allerdings bereits, dass sich viele junge Patientinnen und Patienten von den langwierigen Symptomen der Krankheit erholen können.

Impfung und dann doch Long-Covid? Aktuelle Erkenntnisse

Das Risiko, an Long Covid zu erkranken, obwohl man geimpft und einen milden Verlauf hatte, kann derzeit noch nicht ganz ausgeschlossen werden. Eine Studie der Universität Oxford zeigt dies und kommt zu dem Schluss, dass es beim Risiko, an Long Covid zu erkranken, keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften gibt. Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité sieht das anders, allerdings kommt es darauf an, welche Definition von Long-Covid verwendet wird: Geht es darum, dass die Covid-19-Symtome über 28 Tage hinaus bleiben, dann halbiert sich durch die Impfung das Risiko, dass diese erkältungsartigen Symptome bleiben. Verstehe man Long Covid aber als chronisches Fatigue Syndrom, gebe es laut Drosten noch keine guten Daten, wie er in einer Folge des Podcasts „Das Coronavirus-Update“ sagte.