Stuttgart: Wann droht der nächste Streik bei der SSB?

Wann müssen Fahrgäste wieder mit einem Streik im Nahverkehr in Stuttgart rechnen?
Helena Dolderer/dpaDer öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands war am Montag wegen eines ganztägigen Warnstreiks weitgehend zum Erliegen gekommen. Bei zahlreichen kommunalen Verkehrsunternehmen blieben Busse sowie Straßen- und U-Bahnen aufgrund des Arbeitskampfes in den Depots. Nach Angaben von Verdi waren fast alle 16 Bundesländer betroffen. Auch in Stuttgart stand der ÖPNV am Montag still. Wann droht der nächste Streik bei Bus, Bahn und Co.?
Stuttgart: Aktueller Streik bei der SSB
In Stuttgart hat der Streik um 3:00 Uhr morgens begonnen und dauerte bis Dienstag um 3:00 Uhr morgens an. Laut der VVS waren Busse und Bahnen der SSB sowie die Seilbahn, die Zahnradbahn, der Zacke-Bus und der On-Demand-Service SSB Flex nicht im Einsatz. Die SSB-Nachtbusse von Sonntag auf Montag fuhren. Die Nachtbusse von Montag auf Dienstag fuhren nicht. Die Busse von Privatunternehmen, die im Auftrag der SSB auf den SSB-Linien fahren, waren weitestgehend wie gewohnt unterwegs (53, 54, 58, 59, 60, 64, 66, 71, 73, 90 und 99). Alle Buslinien der SVE in Esslingen standen am Montag still. Ein Notfahrplan für den Schülerverkehr wurde nicht eingerichtet. Die Züge der Deutschen Bahn fuhren ohne Einschränkungen. S-Bahnen, Regionalzüge, Nebenbahnen, weitere Busunternehmen in der Region und der VVS-Rider waren vom Streik der Gewerkschaft ver.di nicht betroffen.
Stuttgart: Wann droht der nächste Streik?
Nach dem Warnstreik zum Wochenstart soll es in Baden-Württemberg vorerst keine weiteren Stillstände im Nahverkehr geben. Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert betonte jedoch, dass neue Aktionen je nach Verlauf der Tarifverhandlungen jederzeit wieder möglich seien. Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen somit absehbar neue Streiks im ÖPNV in Stuttgart.
Warum wird 2026 im Nahverkehr gestreikt?
In den Tarifverhandlungen, die in allen Bundesländern meist mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen: kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Mit Material der dpa
