Orkan Zeynep
: LIVETICKER zum Sturm in Bayern, BW und ganz Deutschland

Kaum flaut der erste Sturm ab, fegte Orkan Zeynep über Deutschland. Wie ist die Unwetterlage in Bayern, Baden-Württemberg und ganz Deutschland? Ein Liveticker.
Von
Florian Huth
Ulm
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Das stürmische Tiefdruckgebiet "Zeynep" sorgt derzeit für stürmische bis orkanartige Verhältnisse in weiten Teilen Deutschlands. Im Liveticker gibt es die Unwetterlage für Baden-Württemberg, Bayern und ganz Deutschland.

Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Nach Sturm Ylenia tobte Orkan Zeynep in Deutschland. Wie ist die Unwetterlage aktuell in Bayern, Baden-Württemberg und in ganz Deutschland? Alle Infos gibt es hier im Liveticker:

  • Für welche Regionen gibt es aktuell Unwetterwarnungen?
  • Wo ist Orkan Zeynep jetzt?
  • Wie ist die Sturm-Lage in Bayern und Baden-Württemberg?
  • Hat der Orkan Schäden verursacht?
  • Welche Schutzmaßnahmen werden empfohlen?
  • Und wie sind die weiteren Aussichten?

Sturm Zeynep fordert drei Tote

Update: 19.02.2022, 13:40 Uhr

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) geht von zwei Sturmtoten in NRW aus. Zuvor war im Zusammenhang mit dem Sturm ein Todesfall in Nordrhein-Westfalen und ein weiterer in Niedersachsen bekannt.

„Nordrhein-Westfalen blickt auf eine traurige Orkan-Bilanz: Nach bisherigem Stand hat der Sturm „Zeynep“ zwei Menschen das Leben gekostet“, sagte Reul am Samstag. Wie eine Sprecherin erläuterte, handelt es sich dabei zum einen um einen Autofahrer auf der Bundesstraße 54 in der Nähe von Altenberge im Kreis Steinfurt, dessen Wagen von einem Baum getroffen worden war. Das zweite Sturmopfer sei nach vorläufigen Erkenntnissen ein 17 Jahre alter Beifahrer, der mit zwei Gleichaltrigen in Hopsten im Kreis Steinfurt unterwegs gewesen war. Der Fahrer war nach Polizei-Angaben möglicherweise einem Ast ausgewichen und dadurch von der Fahrbahn abgekommen.

In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste starb in der Nacht auf Samstag nach dortigen Polizeiangaben ein Mann, der während des Sturms das beschädigte Dach eines Stalls reparieren wollte. Der 68-Jährige sei durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

Wetterdienst hebt Warnung vor Orkanböen deutschlandweit auf

Update: 19.02.2022, 9:33Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Samstagmorgen alle Warnungen vor Orkanböen aufgehoben. Es werde aber weiterhin vor Sturmböen und schweren Sturmböen in der Nordhälfte Deutschlands gewarnt, teilte der DWD mit.

Orkanböen sind Böen mit einer Geschwindigkeit ab 120 Kilometern pro Stunde. In Büsum (Schleswig-Holstein) an der Nordsee hatte der DWD am Freitagabend während Orkan „Zeynep“ eine Böe mit 143,3 Kilometern pro Stunde gemessen.

Sturmtief „Zeynep“: Ein Mann im Südwesten schwer verletzt

Beim Durchzug des Sturmtiefs „Zeynep“ ist im Südwesten ein 68 Jahre alter Mann schwer verletzt worden. Wie ein Sprecher der Polizei berichtete, wurde der Mann in der Nacht zum Samstag im südlich von Pforzheim gelegenen Monbachtal (Landkreis Calw) nach ersten Erkenntnissen durch herabstürzende Baumteile getroffen. Er sei erst am Samstagmorgen gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden.

„Zeynep“ brachte auch im Südwesten extreme Orkanböen. Wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach mitteilte, wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald eine Böe gemessen, die 137,5 Kilometer pro Stunde erreichte.

Bahnverkehr im Norden weiterhin stark eingeschränkt

Update: 19.02.2022, 8:18 Uhr

Der Bahnverkehr im Norden Deutschlands und in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens ist infolge des Sturms weiterhin stark eingeschränkt. Wie die Deutsche Bahn in Berlin am Samstagmorgen berichtete, fahren weiterhin keine Züge des Fernverkehrs in den betroffenen Regionen. Dies gelte für Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin sowie zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig. Nur auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt führen einzelne Züge.

Auch der Regionalverkehr falle noch flächendeckend aus, berichtete die Bahn weiter. „Die DB arbeitet mit Hochdruck daran, Strecken freizuräumen und den Verkehr Stück für Stück wieder aufzunehmen“, hieß es weiter. „Wir gehen daher davon aus, dass der Betrieb im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf den genannten Strecken frühestens ab 9 Uhr am Samstagmorgen sukzessive wieder aufgenommen werden kann“, hieß es in einer Kundeninformation. In Bereichen mit starken Sturmschäden sei jedoch auch eine deutlich spätere Wiederaufnahme möglich.

Am Freitag zwei Tote in Deutschland durch Orkantief „Zeynep“

Update: 19.02.2022, 7:18 Uhr

Zwei Menschen sind am Freitag in Deutschland durch das Orkantief „Zeynep“ ums Leben gekommen. Ein Autofahrer starb nach Angaben der Polizei am Freitagabend bei Altenberge in Nordrhein-Westfalen, als er mit dem Auto gegen einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum prallte. Der eingeklemmte 56-Jährige sei noch am Unfallort gestorben.

In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste ist ein Mann während des Sturms von einem Dach gestürzt und gestorben. Der 68-Jährige habe in der Nacht auf Samstag versucht, das beschädigte Dach eines Stalls zu reparieren, teilte die Polizei mit. Dabei sei er durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

„Es sieht verheerend aus“ - 55 Meter großer Baukran stürzt in Bremen ein

Update: 19.02.2022, 7:03 Uhr

Ein 55 Meter großer Baukran ist während des Sturmtiefs „Zeynep“ in Bremen eingestürzt. Der Kran sei dabei in der Nacht auf den Samstag in ein im Rohbau befindliches Bürogebäude gekracht, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Es sieht verheerend aus“ so der Sprecher. Auch ein gerade vorbeifahrender Laster sei von dem Kran erwischt worden. Der Fahrer sei unverletzt geblieben. Ein weiterer 90 Meter hoher Kran wurde nicht beschädigt. Die Trümmerteile blockieren nun die umliegenden Straßen. Die Beseitigung des Krans werde noch bis zum Anfang der kommenden Woche dauern. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei keine Angaben machen.

Berliner Feuerwehr fährt mehr als 800 Einsätze wegen „Zeynep“

Update: 19.02.2022, 5:37 Uhr

In Berlin rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus. Sie fuhr bis gegen etwa 03.00 Uhr nach eigenen Angaben bereits mehr als 800 Einsätze wegen „Zeynep“: „Viele lose Bauteile, umgeknickte Bäume. Wir räumen Verkehrswege frei“, schrieb die Feuerwehr der Hauptstadt im Onlinedienst Twitter.

Zugausfälle und umgestürzte Bäume: „Zeynep“ fegt über NRW

Update: 18.02.2022, 21.52 Uhr

Orkantief „Zeynep“ ist am Freitag mit Kraft über Nordrhein-Westfalen gebraust und hat bis zum Abend etliche Spuren hinterlassen. Bäume, Bauzäune und Straßenschilder fielen um. Im Zugverkehr gab es starke Beeinträchtigungen. Am Freitagnachmittag stellte die Deutsche Bahn erst den Regionalverkehr in dem Bundesland komplett ein, wie ein Sprecher sagte. Später wurde auch der Fernverkehr im ganzen Land eingestellt, wie die Bahn auf Twitter mitteilte.

Mindestens neun Tote durch Orkantief in Europa

Update: 18.02.2022, 21.22 Uhr

Wie Deutschland haben auch mehrere weitere Länder in Europa am Freitag mit den Auswirkungen eines neuen Orkantiefs gekämpft. Durch den international „Eunice„ und in Deutschland „Zeynep“ genannten Sturm kamen in Großbritannien, Irland, Belgien und den Niederlanden mindestens neun Menschen ums Leben. Vielerorts stürzten Bäume um, der Bahn- und Flugverkehr war europaweit massiv behindert, teilweise wurde die Stromversorgung unterbrochen.

Orkantief „Ylenia“ bringt Windstrom-Rekordwert

Update: 18.02.2022, 19.44 Uhr

Orkantief „Ylenia“ brachte nach einer Analyse des Energiekonzerns Eon einen Windstrom-Rekordwert. Am Mittwoch sei mit 47,12 Gigawatt in der Spitze so viel Windstrom in das deutsche Stromnetz eingespeist worden wie nie zuvor, hieß es von Eon am Freitag in München nach Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur. Erreicht worden sei der neue Höchstwert am Mittwochabend.

Schätzung: „Ylenia“ kostet Versicherer eine halbe Milliarde Euro

Update: 18.02.2022, 17.34 Uhr

Der Wintersturm „Ylenia„ könnte Deutschlands Versicherer eine halbe Milliarde Euro kosten. Das schätzt die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln. Nahezu alle Regionen Deutschlands seien von dem Sturm getroffen worden, teilten die Experten am Freitag mit. Eine Schadensumme dieser Größe komme alle ein bis zwei Jahre vor.

Sturm Zeynep hat massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Update: 18.02.22, 16.19 Uhr

Die Deutsche Bahn stellte in weiten Teilen des Landes ab Freitagnachmittag sukzessive ihren Verkehr ein. Im Fernverkehr wurden demnach ab dem Nachmittag alle Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin eingestellt. Auch auf den in Ost-West-Richtung quer verlaufenden Strecken von Köln über Hannover bis Berlin sowie zwischen Berlin und Frankfurt am Main nach Amsterdam sollten keine ICE- oder IC-Züge mehr verkehren.

Der Stopp des Regionalverkehrs betraf die kompletten Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sowie zusätzlich große Teile von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Zusätzlich ruhte nach Bahnangaben auch der Verkehr auf bestimmten Regionalstrecken in Rheinland-Pfalz, im Saarland sowie Sachsen-Anhalt. Teils sollten Busnotverkehre eingerichtet werden.

Zoo und Tierpark Berlin werden erneut wegen Sturmwarnung geschlossen

Update: 18.02.2022, 14.52 Uhr

Nach einer erneuten Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes werden sowohl der Zoo als auch der Tierpark Berlin am Samstag schließen. Sofern keine gravierenden Sturmschäden auftreten und sich die Unwetterlage beruhigt habe, planen Zoo und Tierpark am Sonntag wieder zu öffnen. Das Aquarium Berlin bleibe geöffnet, teilte eine Zoosprecherin am Freitag mit. Bereits am Donnerstag wurden die Pforten aufgrund der Gefahr durch herabfallende Äste geschlossen.

Achtung: Lebensgefahr im Wald wegen Sturm in Bayern

Update: 18.02.22, 9.16 Uhr: Wegen einer möglichen Gefahr für Leib und Leben warnt das Unternehmen Bayerische Staatsforsten während und nach den derzeitigen Winterstürmen vor dem Betreten der Wälder. Da viele Bäume an den Folgeschäden der vergangenen Dürrejahre leiden, besteht nach Angaben des Unternehmens erhöhtes Risiko, dass Äste brechen oder Bäume umstürzen. Die Gefahr endet demnach nicht, wenn der Wind nachlässt. „Angebrochene Bäume können auch Tage nach dem Sturm umfallen oder Äste herabfallen„, erklärte ein Sprecher der Staatsforsten am Freitag in Regensburg. „Wir bitten die Bevölkerung, Vorsicht walten zu lassen und zunächst von Waldspaziergängen abzusehen.“

Wetterdienst sagt Sturm und Orkan für die nächsten Tage voraus

Update: 18.02.22, 6.00 Uhr: Auch nach dem Sturmtief am Donnerstag wird es nicht ruhiger in Bayern, Baden-Württemberg und dem Rest Deutschlands. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für den Süden des Landes am Freitag, 18.02.22, im Tagesverlauf zunehmend auflebender Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen, abends Sturmböen voraus. Im Bergland erwarten die Experten abends schwere Sturmböen, auf Schwarzwaldgipfeln sogar orkanartige Böen. Und sehen auch die Vorhersagen für die Tage danach aus. Auch am Samstag und Sonntag erwarten die Meteorologen starken Wind mit Böen bis zur Orkanstärke.

Ylenia und Zeynep: Warum heißen die Stürme eigentlich so?

Update: 18.02.22, 5.30 Uhr: „Xandra“, „Ylenia“ und „Zeynep“ heißen die drei Tiefdruckgebiete, die zum Teil mit Sturmstärke hintereinander über Deutschland ziehen. Vergeben werden die Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete vom Verein Berliner Wetterkarte zusammen mit dem Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin (FU) im Rahmen der Aktion Wetterpate.

Für die Auswahl der Namen kann sich jeder bewerben. Ein Hoch kostet 360 Euro, ein Tief 240 Euro. Hochdruckgebiete haben eine deutlich längere Lebensdauer und bleiben daher länger auf den Wetterkarten sichtbar, heißt es zur Begründung. Im Jahr werden etwa 50 Hochs und 130 Tiefs getauft. In geraden Jahren bekommen die Tiefs weibliche, in ungeraden Jahren männliche Namen.

Der Sturm „Ylenia“ war von einer Frau mit diesem Vornamen getauft worden, wie auf der Internetseite des Vereins zu sehen ist. „Xandra“ hatte eine Sandra getauft und „Zeynep„ ein Julius K. Danach folgen demnächst die Tiefdruckgebiete „Antonia“, „Bibi“ und „Claudia“. Für das Jahr 2022 sind bereits alle Patenschaften vergeben. Namen für 2023 können ab dem 7. September um 2022 um 0 Uhr beantragt werden.