Sturm
: Welche Versicherung zahlt bei Schäden?

Angenommen, ein Sturm zerstört das Haus, den Garten oder das Auto – Welche Versicherung übernimmt die Kosten?
Von
Theresa Thiem
Berlin
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Sturmschäden am Haus

Welche Versicherung übernimmt, wenn durch einen Sturm Schäden am Haus entstehen?

Sven Hoppe/dpa

Ab einer Windgeschwindigkeit von 62 bis 74 km/h spricht man von einem Sturm. Auf der Windstärke-Skala entspricht das einer 8. Entsteht ein solcher Wind, der zu einem Sturm heranwächst, können viele Gegenstände Schaden nehmen. Welche Versicherungen greifen, wenn Eigentum beschädigt wird oder gar kaputtgeht?*

Je nachdem, um welchen Schaden es sich handelt, haften bei Sturmschäden beispielsweise Gebäudeversicherungen, Hausratversicherungen und Kaskoversicherungen. Grundsätzlich gilt für all diese Versicherungen, dass sie erst greifen, wenn es sich tatsächlich um einen Sturm handelt, also ab einer Windgeschwindigkeit von 62 km/h.

Versicherungen bei Naturkatastrophen

Grundsätzlich gilt, dass bei Naturkatastrophen eine Grundversicherung der erste Schritt ist. Dabei haben nur etwa 50 % der Menschen eine erweiterte Elementarschadenversicherung. Aber nur mit dieser erhalten Betroffene auch Leistungen für Hotelübernachtungen und Soforthilfe für den Wiederaufbau. Zwar haben die meisten eine Wohngebäudeversicherung und eine Hausratversicherung, aber im Fall von Naturkatastrophen decken diese beiden nur gewöhnliche Schäden wie beispielsweise Blitzeinschläge, Feuer, Sturm und Hagel ab. So sind Zerstörungen durchbeispielsweise Starkregen nur dann mit abgedeckt, wenn zusätzlich eine erweiterte Elementarschadenversicherung besteht. Im Extremfall ist man ohne erweiterte Elementarschadenversicherung also auf die Unterstützung durch den Bund, das jeweilige Bundesland oder auf Spenden angewiesen.

Eine erweiterte Elementarschadenversicherung abzuschließen, ist je nach Größe des Eigentums glücklicherweise auch nicht besonders teuer. So kann die erweiterte Elementarschadenversicherung für beispielsweise ein Reihenmittelhaus mit 136 Quadratmetern 20 Euro im Jahr kosten. Grundsätzlich deckt die erweiterte Elementarschadenversicherung alle Risiken sowie sogenannte erweiterte Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch, Erdsenkung sowie Erdbeben ab. Die Elementarschadenversicherung - oder auch erweiterter Naturgefahrenschutz genannt - gibt es meist als Zusatz zur bestehenden Wohngebäude- oder Hausratsversicherung. Oftmals ist die Elementarschadenversicherung, besonders in neueren Policen, bereits enthalten.

Wie verhindert man möglichen Schaden durch Stürme?

In vielen Bereichen ist es möglich, schwerere Schäden schon von Vornherein zu verhindern oder zu minimieren. Hierfür ist es zunächst einmal wichtig, Unwetter- oder Orkan-Warnungen des Deutschen Wetterdienstes ernst zu nehmen. So empfiehlt es sich beispielsweise bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel ins Innere zu bringen, Markisen einzuziehen, Grundstücksbestandteile zu befestigen und das Auto sicher zu parken. Auch das Hochziehen von Rollläden ist sinnvoll, um diese vor Hagelschlag zu schützen. Grundsätzlich ist es außerdem hilfreich regelmäßig die Stabilität von Dachplatten, Kaminabdeckung, Antenne und Satellitenschüssel zu überprüfen und sie gegebenenfalls zu sichern oder auszutauschen. Um zuverlässig vor Hagel, Starkregen und Hochwasser geschützt zu sein, sollten auch die Dachrinnen sowie Fallrohre regelmäßig gereinigt werden. Hinzu kommt des Weiteren, dass die Bäume im eigenen Garten hin und wieder auf Sturmfestigkeit geprüft werden sollten.

Sobald der Sturm abgezogen ist, empfiehlt es sich, einen Hausrundgang zu machen und zu überprüfen, ob der Sturm Schäden verursacht hat. Da die Folgeschäden von Stürmen nicht immer mit versichert sind, sollten potenzielle Schäden bestmöglich begrenzt werden. So sollten beispielsweise kaputte Fenster abgedeckt und herumliegende Äste weggeräumt werden, um Verletzungsgefahren zu vermeiden.

Welche Versicherungen zahlen bei den verschiedenen Sturmschäden?

Je nachdem, ob es sich nun um ein abgedecktes Dach, entwurzelte Bäume, einen überfluteten Keller oder Schäden am Auto handelt, werden diese Sturmschäden durch unterschiedliche Versicherungen übernommen. Welche Versicherung für Schäden durch Unwetter zahlt, kann auch davon abhängen, ob beispielsweise Wind, ein umgestürzter Baum oder Hagel ursächlich für den Schaden sind. So ist es wie bereits erwähnt in den meisten Fällen entweder eine Wohngebäudeversicherung, Hausratversicherung oder Kaskoversicherung. In manchen Fällen ist es auch nötig, einen Extra-Schutz durch eine Haftpflichtversicherung oder Zusatzversicherung zu haben.

Sobald allerdings andere Menschen oder fremdes Eigentum auf dem Grundstück Anderer zu Schaden kommen oder durch Eigentum Anderer verletzt oder beschädigt werden, haftet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung des Eigentümers.

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden am oder im Haus?

Wenn das eigene Haus, Nebengebäude, die Garage oder der Carport durch Sturm oder Hagel beschädigt werden, übernimmt die Wohngebäudeversicherung den Schaden. Allerdings ist die Voraussetzung hierfür, dass der Sturm mindestens Windstärke 8 hat. Entsteht durch den Sturm Schaden innerhalb des Hauses, deckt die Hausratsversicherung die Schäden ab. Grundsätzlich hilft es auch hier eine Elementarschadenversicherung zu haben, um bei Starkregen, Überschwemmungen, Hochwasser, Erdbeben und Erdrutsch ausreichend versichert zu sein.

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden im Garten?

Entstehen Sturmschäden im eigenen Garten, wie der Sturz eines eigenen Baumes auf das eigene Hausdach, tritt ebenfalls die Wohngebäudeversicherung in Kraft. Auch wenn das Dach durch herumfliegende Gegenstände oder einen umgestürzten Baum aus dem Nachbargarten beschädigt wird, kommt die Wohngebäudeversicherung dafür auf. Wenn allerdings Bäume, Äste oder herumfliegende Gartenmöbel des eigenen Grundstücks andere schädigen, übernimmt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht des Eigentümers.

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden am Dach?

Grundsätzlich zahlt auch bei Sturmschäden am Dach in der Regel die Wohngebäudeversicherung - unabhängig davon, ob ein eigener oder ein fremder Baum das Dach beschädigt hat. Solaranlagen müssen allerdings extra mitversichert werden.

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden am Auto?

In dem Fall, dass das Auto durch einen Sturm beschädigt wird, übernimmt die Teilkaskoversicherung den Schaden. Dies gilt allerdings erneut erst ab Windstärke 8. Bei einer Vollkaskoversicherung sind dagegen meist auch Schäden am Auto durch schwächere Stürme bzw. Winde abgesichert.

Welche Versicherung zahlt Schäden durch umgestürzte Bäume?

Wenn nun ein Baum auf eine Fahrspur stürzt und ein Unfall entsteht, haftet die Vollkaskoversicherung. Handelt es sich jedoch um einen nachweislich morschen Baum, der deshalb leichter umgestürzt ist und dadurch Haus oder Auto beschädigt hat, muss die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers für den Schaden aufkommen. Ist ein gesunder Baum umgefallen, wird das als "höhere Gewalt" bezeichnet und der Eigentümer haftet nicht für den Schaden. Allerdings ist die Beweislage in solchen Fällen meistens schwierig.

*Alle Angaben ohne Gewähr.

Quellen: