Wintervögel: Blaumeise oder Kohlmeise? Welche Vögel haben Sie gesehen?

Der Naturschutzbund Deutschland und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz rufen die Menschen dazu auf, eine Stunde lang die Vögel wie die Blaumeise auf dem Bild zu zählen und zu melden – im Garten, am Balkon, vor dem Fenster oder im Park.
Christophe GateauBlaumeise, Hausspatz, Rotkehlchen und Buchfink – welche Vögel zeigen sich am häufigsten am Futterhäuschen? Das wollen der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin erneut herausfinden. Zum 14. Mal rufen die beiden Verbände von Freitag bis Sonntag (5. bis 7. Januar) zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Bei der nach ihren Angaben größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands sollen Bürgerinnen und Bürger wieder eine Stunde lang Vögel beobachten.
Knapp 100.000 Menschen hatten sich nach Nabu-Angaben im vergangenen Jahr beteiligt und dabei am häufigsten Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise gesichtet. Aufgrund der milden Temperaturen hatten sich allerdings insgesamt weniger gefiederte Gäste an den Futterhäusern gezeigt als üblich. In diesem Jahr könnte die Situation trotz ähnlicher Witterung anders sein, meinte die LBV-Biologin Angelika Nelson. Im vergangenen Jahr habe es besonders viele Eicheln, Bucheckern und Fichtensamen gegeben, sodass Waldvögel in den Wäldern genügend Nahrung gefunden hätten. Das sei in diesem Jahr nicht so extrem der Fall.
Die Vogelwelt verändert sich
Mit der „Stunde der Wintervögel“ wollen die Naturschutzverbände wichtige Erkenntnisse über Veränderungen in der heimischen Vogelwelt in Städten und Dörfern bekommen. Ein wissenschaftlich fundierter Vergleich zwischen den Jahreswerten ist unter anderem wegen der immer etwas unterschiedlichen Datengrundlage nicht möglich, ein Hinweis auf mögliche Entwicklungen kann aber ablesbar sein. „Es geht nicht um die absoluten Zahlen, sondern um Trends“, erläuterte der Nabu-Experte Martin Rümmler. „Je länger man solche Datensätze erhebt, desto stabiler sind die Beobachtungen.“ Dadurch könne man dann Tendenzen erkennen.
Eine Stunde lang Vögel zählen
Wer sich bei der „Stunde der Wintervögel“ beteiligen möchte, soll in dem Zeitraum eine Stunde lang die Vögel im Garten, am Balkon, vor dem Fenster oder im Park zählen. Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können bis zum 15. Januar übers Internet, per App, Telefon oder Post gemeldet werden.
Stunde der Wintervögel
Mit der Zählung soll ein möglichst genaues Bild der Vogelwelt in den Städten und Dörfern entstehen. Es geht dabei nicht um die vollständige Erfassung aller Vögel, sondern darum, die schleichenden Veränderungen festzustellen.