Strompreise in BW: Diese Grundversorger in Baden-Württemberg erhöhen ab März 2024 ihre Strompreise

Ab März passen viele Grundversorger deutschlandweit ihre Strompreise an. Auch in Baden-Württemberg sind viele Kunden betroffen. Bei einzelnen Anbietern kommt es jedoch auch zu Preissenkungen.
Klaus-Dietmar Gabbert/dpaIm Haushaltskompromiss strich die Bundesregierung den Bundeszuschuss von 5,5 Milliarden Euro für die Stromnetze. Die vier großen Fernleitungsbetreiber Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetW kündigten daraufhin an, die Netzentgelte zum Jahreswechsel von 3,1 auf 6,4 Cent pro Kilowattstunde mehr als zu verdoppeln. Die höheren Netzentgelte, die bereits seit 1. Januar gelten, wurden jedoch nicht sofort auf den Strompreis der Verbraucher aufgeschlagen. Erst am 13. Dezember wurde sich darauf geeinigt, den Zuschuss zum Stromnetz zu streichen. Wegen der kurzen Frist sei es den Versorgern nicht möglich gewesen, dies bereits zum 1. Januar an ihre Kunden weiterzugeben, sagte Kerstin Andreae, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Zum März und April passen die Grundversorger nun deutschlandweit ihre Preise an. Zum Teil kommt es in Baden-Württemberg zu erheblichen Preissteigerungen, vereinzelt jedoch auch zu –Senkungen. Die Strompreisentwicklung der Grundversorger in Baden-Württemberg im Überblick.
Ab März 2024: Strompreiserhöhungen in BW
Zahlreiche Haushalte müssen ab März deutlich mehr für ihren Strom zahlen. Der Energieversorger EnBW mit seinen rund 5,5 Millionen Kundinnen und Kunden hebt die Strompreise beispielsweise zum 1. April um 15,9 Prozent an. Ein Kostentreiber sei die Erhöhung der Netzentgelte für Haushaltsstrom, teilte der Karlsruher Konzern am Dienstag mit. „Gleichzeitig sind auch die staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern insgesamt gestiegen, die ebenfalls Teil des Strompreises für Haushalte sind.“
Die Strompreiserhöhung gelte für die Grund- und Ersatzversorgung, teilte EnBW mit. Für Wärmestrom-Kunden mit gemeinsamer Messung erhöhen sich demnach die Preise um 4,5 Prozent. „Mit der Preismaßnahme zum 1. April 2024 liegt der Preis beim Haushaltsstrom der EnBW in der Grund- und Ersatzversorgung zum aktuellen Zeitpunkt leicht über dem Durchschnittspreis im Markt“, schrieb der Versorger. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2900 Kilowattstunden bedeute dies Mehrkosten von monatlich rund 16 Euro.
Unterschiedliche Strompreisentwicklungen
Nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher müssen mit derartigen Sprüngen beim Strompreis rechnen. Andere Stromanbieter hatten angekündigt, die Preise weniger stark anheben zu wollen. In einigen Fällen sollen sie sogar sinken.
Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, hatte dies jüngst mit den zuletzt gesunkenen Beschaffungskosten erklärt. „Da die Beschaffungsstrategien der Energieversorger sehr unterschiedlich sind, können im Einzelfall günstigere Beschaffungskosten eventuell die gestiegenen Netzentgelte teilweise kompensieren.
Ab März: Strompreiserhöhung bei Grundversorgern in BW
Mehrere Millionen Kundinnen und Kunden sind allein in Baden-Württemberg von den Erhöhungen der Strompreise betroffen. Nimmt der eigene Grundversorger Preisanpassungen vor? Hier gibt es nach Angaben von Focus eine Liste der Grundversorger, die ihre Strompreise ab März und April erhöhen werden.
- EnBW Energie Baden-Württemberg (ab April)
- Energieversorgung Filstal (ab März)
- Gemeindewerke Baiersbronn (ab März)
- Gemeindewerke Baiersbronn (ab März)
- Stadtwerke Bad Saulgau (ab April)
- Stadtwerke Bad Wildbad (ab März)
- Stadtwerke Emmendingen (ab März)
- Stadtwerke Freudenstadt (ab März)
- Stadtwerke Gaggenau (ab März)
- Stadtwerke Mühlacker (ab März)
- Stadtwerke Rottenburg am Neckar (ab März)
- Stadtwerke Stockach (ab März)
- Stadtwerke Waldkirch (ab März)
- Stadtwerke Wertheim (ab März)
- Stadtwerke Wertheim (ab März)
- SWP Stadtwerke Pforzheim (ab März)
- SWU Energie (ab März)
Baden-Württemberg: Hier sinken die Strompreise
Viele Kundinnen und Kunden müssen ab März und April 2024 mit höheren Ausgaben für Strom rechnen. Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: Nicht bei allen Grundversorgern kommt es zu Strompreiserhöhungen. Hier gibt es nach Angaben von Focus eine Liste von Anbietern, die ihre Preise demnächst sogar senken werden.
- Stadtwerke Karlsruhe
- Stadtwerke Sigmaringen
- Stadtwerke Villingen-Schwenningen
- Vattenfall Europe Sales
ENBW: Preiserhöhung und Milliarden-Gewinne
Prinzipiell laufen die Geschäfte beim drittgrößten Energieversorger Deutschlands gut: 2022 hatte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 3,29 Milliarden Euro betragen – ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der jüngsten Prognose zufolge erwartet der Konzern für 2023einen Anstieg auf bis zu 6,5 Milliarden Euro. Die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr soll Ende März vorgelegt werden.
Mit den Gewinnen will die EnBW Investitionen etwa in den Ausbau erneuerbarer Energien, die Netz- und Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sowie klimafreundliche CO₂-arme Erzeugung investieren. In diesem Jahrzehnt sollen 50 Milliarden Euro in Projekte der Energiewende gesteckt werden, mehr als 80 Prozent davon werden in Deutschland investiert. „Für das Gelingen der Energiewende und den Umbau des Energiesystems braucht es Investitionen“, sagte Bloch.
EnBW-Chef Andreas Schell hatte vor kurzem Verständnis für Ärger über hohe Energiekosten gezeigt. „Es ist wichtig, dass wir die Menschen mitnehmen, ihnen wieder Zuversicht und Stabilität geben“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Wichtig sei dabei, die Fakten klar und deutlich zu benennen: „Die Energiewende ist nötig, aber sie dauert lange, kostet viel und bringt erhebliche Veränderungen mit sich.“
(Mit Material der dpa)
