Streiks bei der Bahn: Mit diesen Alternativen kommen Sie Weihnachten auf jeden Fall ans Ziel

Bei der Bahn drohen wieder Streiks. Mit diesen Alternativen kommen Sie an Weihnachten trotzdem ans Ziel.
picture alliance/dpa | Thomas BanneyerPendler, Zug-Reisende und Urlauber müssen sich erneut auf weitreichende Einschränkungen im bundesweiten Bahnverkehr einstellen, denn die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat erneut mit Streiks gedroht und auch an einen Weihnachtsfrieden abgelehnt. Viele Menschen sehen sich daher nach Alternativen um – wir zeigen sie Ihnen.
Tarifgespräche gescheitert, neuer Streik angekündigt
Die Hoffnung auf eine schnelle Einigung im Tarifstreit der Deutschen Bahn hat sich endgültig zerschlagen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky erklärte die Tarifverhandlungen mit der Bahn am Mittag für grundsätzlich gescheitert und kündigte weitere Arbeitskämpfe an.
Derzeit läuft sogar eine Urabstimmung unter den GDL-Mitgliedern über die Durchführung unbefristeter Streiks, wobei das Ergebnis voraussichtlich Ende Dezember bekannt gegeben wird.
Drohen auch an Weihnachten GDL-Streiks?
Weselsky, lässt weiter offen, ob die Gewerkschaft auch kurz vor oder kurz nach Weihnachten streiken würde. Die GDL habe noch nie über Weihnachten gestreikt und werde das auch dieses Jahr nicht machen, sagte Weselsky in einem Interview mit „The Pioneer“. „Ich lasse mir nur nicht von Herrn (DB Personalvorstand Martin) Seiler vorschreiben, von wann der Weihnachtsfrieden beginnt und bis wann er zu laufen hat. Das ist nicht sein Metier, sondern das entscheiden wir“, sagte Weselsky.
Der GDL-Chef hatte vergangene Woche Arbeitskämpfe auf der Schiene an Weihnachten ausgeschlossen. Besonders viele Menschen reisen aber nicht an den Weihnachtstagen mit der Bahn, sondern in der Woche davor und der Woche danach, viele auch erst nach dem Jahreswechsel.
Bahnstreik: Fahrgastrechte geltend machen
Wird der eigene Zug bestreikt, dann sollte man sich zunächst auf das Angebot der Deutschen Bahn konzentrieren. Denn im Falle von Zugverspätungen und -ausfällen können alternative Züge genutzt werden.
Bei regulären Nahverkehrstickets gilt folgende Regelung: Falls der gebuchte Zug das Ziel mit einer Verspätung von mehr als 20 Minuten erreicht, können Fahrgäste einen nicht-reservierungspflichtigen Zug im Fernverkehr nutzen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Regelung nicht für „stark ermäßigte“ Tickets wie das Deutschlandticket, Länder-Tickets oder Schönes-Wochenende-Tickets gilt.
In der Vergangenheit hat die Deutsche Bahn im Nahverkehr bereits Taxifahrten von größeren Bahnhöfen für ihre Passagiere organisiert. In solchen Fällen suchen Bahnmitarbeiter nach Mitreisenden mit identischen Fahrtzielen, um die Taxis voll auszulasten. Es ist jedoch zu beachten, dass es Einschränkungen gibt, wenn Sie eigenständig nach einem Taxi suchen. Nicht jede Taxirechnung muss anschließend von der Eisenbahngesellschaft übernommen werden.
Es ist auch möglich, dass das Eisenbahnunternehmen an einigen Bahnhöfen Sammelbeförderungen mit Fernbussen organisiert.
Wenn Sie an einem Streiktag auf Ihr eigenes Auto umsteigen, müssen Sie beachten, dass das Bahnunternehmen Ihnen keine Kosten erstattet, die durch die Nutzung eines Autos entstehen.
Alternativen auf der Schiene
Das deutsche Schienennetz wird nicht nur von der Bahn genutzt. Auch Flixtrain fährt hier mit seinen Zügen. Die Züge des Anbieter fahren künftig 60 Ziele in Deutschland an, darunter etwa Berlin, Hamburg, Köln, Freiburg und Dresden. Mit dem neuen Fahrplan kommen unter anderem Mülheim an der Ruhr, Bensheim in Hessen und Schönefeld beim Berliner Flughafen hinzu.
Bahn Alternativen: Fernbusse
Nach einer Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) führen Streiks bei der Bahn zu mehr Gästen bei Fernbussen. Sie gelten als echte Alternative, sollte auf der Schiene mal wieder nichts gehen. Anbieter wie etwa Flixbus haben ein gut ausgebautes Netz aus Fahrten in fast alle Regionen in Deutschland.
Flixbus stockt über die Weihnachtszeit sein Angebot auf. Auf 60 Prozent der Fernbusstrecken in Deutschland, Österreich und der Schweiz würden zusätzliche Fahrten angeboten, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Hinzu komme eine 25-prozentige Angebotserweiterung des Bahnangebots Flixtrain mit dem Fahrplanwechsel ab dem 10. Dezember.
Allerdings sind die Busse meist langsamer als die Bahn, weshalb man mit längeren Fahrzeiten rechnen muss.

Fernbusse wie Flixbus sind eine echte Alternative, wenn auf der Schiene mal wieder gestreikt wird.
Fabian Sommer/dpaAutovermietung oder eigenes Auto nehmen
Wird auf der Schiene wieder mal gestreikt, kann man sich auch ein Auto mieten. Verschiedene Anbieter in Internet bieten Autos zur Vermietung an. Falls man ein eigenes Auto hat, kann man natürlich auch selbst fahren. Sowohl mit einem Mietwagen als auch mit dem eigenen Auto kann man sich nämlich sicher sein, dass man definitiv an sein Ziel kommt. Doch für beides gilt: wird auf der Schiene gestreikt, so ist laut ADAC auch auf den Straßen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Autofahrer sollten deshalb mit verlängerten Fahrzeiten vor allem während des Berufsverkehrs am Morgen und am Abend einplanen. Hier gibt es die aktuelle Verkehrslage.
Per Mitfahrgelegenheit doch noch ans Ziel kommen
Falls kein Auto zur Verfügung steht, kannst man auch nach einer Mitfahrgelegenheit suchen, denn diese stellen eine gute Alternative während Streiks dar. Mit Mitfahrgelegenheiten kann man flexibel und schnell in Kontakt mit anderen Reisenden treten. Es gibt verschiedene Anbieter wie BlaBlaCar, Mitfahren und Hitchhikers, bei denen man fündig werden kann.
Bahn Alternativen: Flugzeug
Wer keine Möglichkeit mehr hat, anders an sein Ziel zu kommen, kann auch auf das Flugzeug umsteigen. Es gibt Verbindungen zwischen allen größeren Städten in Deutschland. Diese Alternative ist sicherlich die umweltunfreundlichste Methode. Doch wenn man dringend an sein Ziel muss und keine Alternative hat, ist es vielleicht die letzte Möglichkeit.
(mit Material von dpa und AFP)