Streik in Wiesbaden: Verdi bestreikt Freitag und Samstag erneut den ÖPNV

Am Freitag und Samstag kommt es erneut zu einem Streik im Wiesbadener Nahverkehr.
Andreas Arnold/dpaFahrgäste in Wiesbaden müssen sich erneut auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat einen weiteren Streik im Nahverkehr angekündigt, wodurch zahlreiche Verbindungen ausfallen könnten.
ESWE: Nächster Streik in Wiesbaden
Am Freitag und Samstag (27. und 28. Februar) müssen sich Fahrgäste in Wiesbaden auf massive Ausfälle im ÖPNV einstellen. Bereits am 24. Februar werden die Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft Wiesbaden bestreikt. Die von Partnerunternehmen betriebenen Buslinien 5, 28, 39, 46 sowie die Regionalbuslinien sind nicht beziehungsweise nur geringfügig vom Streik betroffen. Mit diesen Auswirkungen ist auch am Freitag und Samstag zu rechnen, da erneut die ESWE bestreikt wird. S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse verkehren in der Regel regulär, da sie von der DB und anderen Unternehmen betrieben werden.
Vom Streik betroffen sind neben Wiesbaden (ESWE) auch Frankfurt (VGF) und Mainz (Mainzer Verkehrsgesellschaft). Auch in Gießen (Stadtwerke Gießen) und Marburg (Marburger Verkehrsgesellschaft MVG) hat die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen, bislang blieben die Einschränkungen dort jedoch überschaubar. In Offenbach (Offenbacher Verkehrsbetriebe OVB) soll ebenfalls gestreikt werden, allerdings ausschließlich am Freitag. Auch dort werden nur begrenzte Auswirkungen erwartet.
ÖPNV: Warum wird der Nahverkehr in Wiesbaden bestreikt?
In den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Nach Ansicht von Verdi kamen die Gespräche zuletzt kaum voran. Auch die Arbeitgeber beklagten zuletzt fehlenden Fortschritt bei den Verhandlungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), das größte ÖPNV-Unternehmen in Deutschland, kritisierte beispielsweise, dass Verdi bisher nicht klargemacht habe, welche Forderungen die Gewerkschaft am wichtigsten findet.
Wann ist mit einem Ende der Tarifrunde und damit der Warnstreiks zu rechnen?
Das ist nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Moment völlig offen. Die Verhandlungen sind regional sehr unterschiedlich - sowohl mit Blick auf die Forderungen, als auch mit Blick auf den Fortschritt der Verhandlungen. Auf der Zielgeraden schienen die Gespräche zuletzt aber nirgends zu sein.
Mit Material der dpa
