Streik in Bayern: Diese Städte sind betroffen - Wann und wo der Nahverkehr zum Erliegen kommt

Verdi hat bundesweit zu Streiks im Nahverkehr aufgerufen. Die Auswirkungen in Bayern im Überblick.
Sven Hoppe/dpaFahrgäste in zahlreichen deutschen Städten müssen sich am Freitag und Samstag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen in fast allen Bundesländern zu Warnstreiks bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Davon ist auch Bayern betroffen. Wo müssen Fahrgäste jetzt mit Ausfällen rechnen?
Streik in Bayern: Wann und wo drohen Ausfälle?
Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag und Samstag München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Würzburg, Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. In den Städten ist mit massiven Ausfällen im ÖPNV zu rechnen.
In den betroffenen Städten werden voraussichtlich nur einzelne Busse fahren, vorwiegend dort, wo der Betrieb an externe Firmen vergeben ist. S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalbusse sind in der Regel nicht betroffen, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden.
Nahverkehr: Warum wird im ÖPNV gestreikt?
Die Forderungsliste der Gewerkschaft ist lang: Unter anderem enthält sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Weitere Aspekte sind ein um 5 Prozentpunkte höherer Sonntagszuschlag von 30 Prozent, eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden sowie für die Arbeitnehmer günstigere Regelungen dazu, was vor Fahrtbeginn und nach Fahrtende als Arbeitszeit angerechnet wird. Als Laufzeit strebt Verdi zwölf Monate an.
In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten.
Gegenseitige Vorwürfe
In der Verhandlungsrunde am 13. Februar war es nach Einschätzung von Verdi zu keiner Annäherung gekommen. Statt die Forderungen „als überzogen zurückzuweisen, sollten die Arbeitgeber/innen endlich den Druck erkennen, der finanziell und aufgrund der Arbeitsbedingungen auf den Beschäftigten lastet und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns führen“, fordert der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk.
Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte die Warnstreiks zuletzt kritisiert. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar. „Daran können auch die derzeitigen Streiks nichts ändern. Sie belasten daher die Bevölkerung zu Unrecht“, teilte der Verband vergangene Woche mit. Zudem würden die Kostensteigerungen durch höhere Löhne „zwangsläufig zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen“.
Mit Material der dpa
