Streik der BVG in Berlin
: Wann streikt diese Woche der Nahverkehr?

Die Verhandlungen zwischen BVG und Verdi sind gestartet – und die Gewerkschaft plant direkt Warnstreiks. Jetzt ist ein Datum bekannt geworden …
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Die Gewerkschaft Verdi plant Warnstreiks bei der BVG in Berlin. Alle Infos im Überblick.

Sebastian Gollnow/dpa

Der Bahnstreik der GDL ist gerade beendet, da kommen schon die nächsten schlechten Nachrichten für Reisende in Berlin. Verdi erhöht bundesweit den Druck bei den Verhandlungen für den Öffentlichen Nahverkehr – auch in Berlin und Brandenburg. Sie hat noch diese Woche zu einem mehrstündigen Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Wann sollen jetzt Streiks bei der BVG stattfinden?

Wann wird die BVG in Berlin streiken?

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag, den 02.02.2024 zu einem mehrstündigen Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) aufgerufen. Der Warnstreik werde von Betriebsbeginn am frühen morgen bis 10.00 Uhr andauern, teilte die Gewerkschaft am Montag in Berlin mit. In Brandenburg werde der ÖPNV ganztägig bestreikt, hieß es. „Wir sind sicher, dass dieser Arbeitskampf deutlich zeigen wird, wie ernst es den Kolleginnen und Kollegen ist“, sagte Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer für Berlin und Brandenburg. „Wenn der Warnstreik um 10.00 Uhr beendet ist, ist davon auszugehen, dass es auch darüber hinaus noch Einschränkungen gibt.“ Wie lange das dauere, hänge von den Organisationsmöglichkeiten der BVG ab.

Verdi verhandelt parallel in fast allen Bundesländern über Tarifverträge im öffentlichen Nahverkehr. Am Freitag wird daher bundesweit in zahlreichen Städten gestreikt. Lediglich in Bayern sind keine Warnstreik geplant, dort wird derzeit nicht verhandelt.

Möglicher BVG-Streik: Wäre der gesamte ÖPNV in Berlin betroffen?

Nein, die Berliner S-Bahnen werden von der Deutschen Bahn betrieben. Doch die BVG betreibt U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse und Fähren. Diese wären im Falle eines Streiks potenziell betroffen.

Was ist der Hintergrund für Streiks bei der BVG?

Bei den Verhandlungen in Berlin geht es um den sogenannten Manteltarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N). Es werden also die Arbeitsbedingungen verhandelt, nicht die Löhne und Gehälter. Auch wenn in Berlin die Fronten aufgrund der fehlenden Entgeltthematik weniger verhärtet sind, galt ein Warnstreik in der Hauptstadt wegen des Symbolcharakters Berlins und der bundesweiten Koordination der Nahverkehrsverhandlungen schon länger als wahrscheinlich.

In Brandenburg will Verdi 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr rausholen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

In Brandenburg betrifft der Tarifkonflikt Verdi zufolge 15 kommunale Verkehrsunternehmen mit insgesamt rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bundesweit wirkt sich die Tarifrunde laut Gewerkschaft auf mehr als 130 kommunale Unternehmen und rund 90 000 Beschäftigte in den Städten und Landkreisen aus.

Bei den Verhandlungen mit der BVG fordert Verdi längere Wendezeiten auf allen Linien, Urlaubsgeld von 500 Euro im Jahr oder 33 Tage Urlaub für alle Beschäftigten ohne Staffelung. Die Forderungen unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern.

Verhandlungsauftakt zwischen Verdi und BVG war vergangenen Mittwoch. „Zum Auftakt der Verhandlungen haben beide Tarifpartner die jeweiligen Erwartungen abgeglichen, Themenschwerpunkte gesetzt, Schnittmengen definiert sowie die weiteren Schritte im Prozess vereinbart“, teilte die BVG anschließend mit. Verdi-Verhandlungsführer Arndt nannte den Ausgang des Treffens ernüchternd. Die Arbeitgeberseite habe zu keiner der Gewerkschaftsforderungen eine klare Aussage treffen können. Es habe zwar den Hinweis auf Verhandlungsbereitschaft zu allen Punkten gegeben. „Aber man konnte oder wollte uns nicht mitteilen, was das im Kern bedeutet“, sagte Arndt vor einigen Tagen der Deutschen Presse-Agentur.

(mit Material von dpa)