Der Weihnachtbummel bei Ikea könnte für manche Kunden in Deutschland ausfallen - oder zumindest behindert werden. Wie die Gewerkschaft Verdi am Montag (12.12.) mitteilt, sollen die 17.500 Menschen in 54 Ikea-Einrichtungshäusern in Deutschland in den Warnstreik treten. Der Schritt sei eine Reaktion auf „die Ablehnung jeglicher Verhandlungen zu einem zukunftsweisenden Tarifvertrag“.

Arbeitsbelastung der Ikea-Beschäftigten steigt erheblich

Verdi fordert von Ikea bessere Maßnahmen zum Schutz vor Überlastung der Beschäftigten. Der Möbelhändler ist im Umbruch und baut das Digitalgeschäft aus. Ikea ist im Einzelhandel tarifgebunden. Zusätzliche Themen rund um die Digitalisierung seien aber nicht im Flächentarifvertrag geregelt, kritisiert Verdi.
Aus Sicht der Gewerkschaft müssen in einem zusätzlichen Tarifvertrag unter anderem Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, zur Beschäftigungssicherung und zu Weiterbildungen vereinbart werden. Ikea Deutschland erwirtschafte ein deutliches Umsatzplus, aber das Personal wachse nicht im gleichen Maß, sagte Verdi-Vertreterin Stefanie Nutzenberger. „Die Arbeitsbelastung der Beschäftigten steigt weiterhin erheblich.“

Wird auch Ikea in Ulm bestreikt?

Wann genau gestreikt werden solle, werde jeweils in dieser Woche vor Ort entschieden. Ikea Rostock zum Beispiel wird bereits bestreikt. Die Belegschaft fordert ein Tarifvertrag für die etwa 260 Beschäftigten. Ob die Ikea-Filiale in Ulm auch betroffen sein wird, ist noch unklar. Eine erste Anfrage bei Ikea ergab, dass aktuell noch kein Streik im Ulmer Möbelhaus stattfinde und Ankündigungen zu Streiks derzeit nicht vorliegen würden. Das Unternehmen erklärt weiter, keine Verhandlungen mit ver.di aufnehmen zu wollen. Man biete an, direkt mit den Betriebsräten zu verhandeln.
Die Warnstreiks könnten laut Verdi zu Einschränkungen im Betriebsablauf und Teilschließungen etwa an Kassen oder in Restaurants führen. Die Gewerkschaft hat ein Video zu dem Streik in den Möbelhäusern erstellt.
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Wirkt sich der Streik auf das Weihnachtsgeschäft aus?

Nach Angaben von Verdi wurden die Tarifverhandlungen im Mai 2021 angestoßen. Ikea lehnte nach Gesprächen im Sommer den Tarifvorschlag im November ab. „Nach intensiver Beratung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, bei unserer ursprünglichen Entscheidung zu bleiben und keine Verhandlungen mit Verdi aufzunehmen“, teilte Ikea Deutschland mit. Stattdessen wolle man intern über die notwendigen Vereinbarungen und Regelungen verhandeln. Ikea bemühe sich, die Folgen für Kunden so gering wie möglich zu halten. „Größere Auswirkungen auf unser Weihnachtsgeschäft erwarten wir nicht.“