Streik am Flughafen Frankfurt (FRA)
: Was Reisende jetzt wissen müssen

Verdi hat für Montag einen Streik am Frankfurter Flughafen angekündigt. Alle Infos zu den Auswirkungen und Fluggastrechten gibt es hier zusammengefasst.
Von
David Hahn
Frankfurt am Main
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Erneut mehr Klagen von Fluggästen gegen Airlines: ARCHIV - 10.04.2018, Hessen, Frankfurt/Main: Annullierte Flüge werden im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens auf einer Anzeigetafel angezeigt. Immer mehr Fluggäste beklagen verspätete oder annullierte Flüge. (zu dpa: «Mehr Klagen von Fluggästen gegen Airlines») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auf einer Anzeigetafel auf dem Flughafen Frankfurt werden gestrichene Flüge angezeigt. Am Montag sind aufgrund des Streiks wieder erhebliche Einschränkungen zu erwarten.

Arne Dedert/dpa

Am Montag weitet die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks auf zahlreiche deutsche Flughäfen aus – darunter auch der Flughafen in Frankfurt. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der Bodenverkehrsdienste legen ihre Arbeit nieder, was zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr führt.

Flughafen in Frankfurt (FRA): Streik am Montag

Der Streik dauert am Montag, dem 10. März 2025, ganztägig an. Sollte keine Einigung erzielt werden, sind weitere Streiks in den kommenden Wochen nicht ausgeschlossen. Neben dem Flughafen Frankfurt sind aktuell auch die Flughäfen in Stuttgart, München, Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg und Leipzig-Halle betroffen.

Flüge, Verspätungen, Ausfälle: Welche Auswirkungen hat der Streik?

Den Flughafen Frankfurt werde am Montag kein Passagierflugzeug verlassen, teilte ein Sprecher der Verkehrsleitung am Morgen mit. Von 1.116 Starts und Landungen mit zusammen rund 150.000 Passagieren wurden in Frankfurt den Angaben zufolge 1.054 annulliert. Laut dem Sprecher soll es nur einige Ankünfte geben. Das gab die Deutsche Presse-Agentur am 10.03.2025 bekannt. Der Flughafen schreibt auf seiner Webseite: „Alle Aufgaben, die einen vollumfänglichen Flugbetrieb ermöglichen, sind aufgrund des Streiks ausgesetzt. Ein Beginn der Reise in Frankfurt wird nicht möglich sein. Fraport bittet Passagiere daher dringend, von einer Anreise zum Flughafen abzusehen. Auch Umsteigeverkehre sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen betroffen und können nicht stattfinden.“

Bei dem Streik sind insbesondere Bodenverkehrsdienste betroffen. Diese umfassen Leistungen wie das Be- und Entladen oder die Betankung und Enteisung der Flugzeuge. Darüber hinaus streikt auch ein Großteil des Personals, welches nach den Tarifregeln des öffentlichen Diensts beschäftigt ist. Passagiere sollten sich unbedingt bei ihrer Airline über den aktuellen Flugstatus informieren.

Warnstreik am Flughafen Frankfurt: Welche Rechte haben Passagiere?

Wenn ein Flug aufgrund eines Streiks gestrichen wird oder sich um mehr als drei Stunden verspätet, können Passagiere unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung erhalten. Die Höhe der Ausgleichszahlung beträgt je nach Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Falls der Streik als außergewöhnlicher Umstand gilt, ist die Airline von der Entschädigungspflicht befreit.

Laut ADAC kommt es dabei auf den Einzelfall an:

  • Externe Streiks, etwa von Flughafenpersonal oder Fluglotsen, werden in der Regel als außergewöhnlicher Umstand gewertet, sodass Fluggesellschaften keine Entschädigung zahlen müssen.
  • Interne Streiks, also Arbeitskämpfe des Airline-Personals, können als unternehmerische Entscheidung angesehen werden. In diesem Fall kann ein Anspruch auf Entschädigung bestehen.

Unabhängig davon ist die Airline verpflichtet, die gebuchte Beförderung sicherzustellen.

Streik: Rechte der Passagiere bei Flugausfällen

Wenn ein Flug wegen eines Streiks ausfällt, haben Reisende folgende Ansprüche:

  • Ersatzbeförderung: Die Airline muss eine alternative Transportmöglichkeit anbieten, notfalls per Bahn oder Bus. Falls dies nicht geschieht, können Reisende die Kosten einer selbst organisierten Ersatzbeförderung erstattet bekommen. Eine Frist von zwei bis drei Stunden für eine Lösung ist dabei angemessen.
  • Erstattung des Ticketpreises: Hat ein Flug mehr als fünf Stunden Verspätung, können Passagiere das Ticket zurückgeben und eine vollständige Rückerstattung verlangen – Gutscheine müssen nicht akzeptiert werden.
  • Betreuungsleistungen: Falls sich Passagiere länger am Flughafen aufhalten müssen, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, Verpflegung bereitzustellen. Die Regelung hängt von der Flugdistanz ab: Bei Flügen bis 1.500 km ab zwei Stunden Verspätung; bei Flügen zwischen 1.500 und 3.000 km ab drei Stunden Verspätung; bei längeren Flügen ab vier Stunden Verspätung.

Falls eine Übernachtung notwendig ist, muss die Airline die Hotelkosten übernehmen.

Stornierung der Reise wegen Streik – was tun?

Wer aufgrund eines Streiks nicht mehr reisen möchte, kann das Ticket in vielen Fällen zurückgeben und den vollen Preis erstattet bekommen. Bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung zuständig. Falls sich die Ankunft verzögert, kann sogar eine Reisepreisminderung möglich sein.

Wie lässt sich eine Entschädigung durchsetzen?

Passagiere können ihre Ansprüche mithilfe des ADAC-Entschädigungsrechners prüfen und über ein Musterformular oder spezialisierte Dienstleister geltend machen. Auch die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr bietet kostenlose Unterstützung, falls es zu Problemen mit der Airline kommt. Zudem können Verbraucherzentralen mit der Flugärger-App helfen, Ansprüche durchzusetzen.