Streik am Flughafen heute: An diesen Flughäfen wird am 22.03.2022 gestreikt

Während Fluggäste in einer langen Schlange an der Sicherheitskontrolle anstehen, streiken Mitarbeiter des Sicherheitspersonals. Am 22.03. findet erneut ein Streik am Flughafen statt.
Paul Zinken/dpaKurz vor den Osterferien wird wieder mal gestreikt: Verdi hat für heute, den 22.03.2022 zu einem Warnstreik an acht deutschen Flughäfen aufgerufen. Für viele Passagiere wird das erhebliche Behinderungen und sogar Flugausfälle bedeuten.
- Welche Flughäfen sind vom Streik betroffen?
- Welche Fluglinien werden ausfallen?
- Zu welchen Uhrzeiten findet der Streik statt?
Flugstreik heute: Flughafen Stuttgart, Frankfurt, Berlin, ,Düsseldorf, Köln Bonn
Die Gewerkschaft Verdi hat an acht Flughäfen die privaten Luftsicherheitskräfte zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt werden wegen fehlender Kontrollen erneut keine Passagiere zusteigen können, wie der Betreiber Fraport am Montag mitteilte. Lediglich Transitreisende würden abgefertigt. Außerdem sollen Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn bestreikt werden.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Verdi zeitversetzt an mehreren Flughäfen ganztägige Warnstreiks durchgezogen, was zu Protesten bei den Flughäfen und Airlines führte. Hintergrund sind die Tarifverhandlungen, die Verdi aktuell mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) führt. Eine fünfte Runde ist für diesen Donnerstag (24. März) in Raunheim bei Frankfurt angesetzt.
Streik am Flughafen: Wann beginnt der Warnstreik heute?
Der Warnstreik der Luftsicherheitsdienste wird 24 Stunden gehen. Passagiere sollten also davon ausgehen, dass ganztägig der Flugverkehr eingeschränkt wird. Die Verdi NRW informiert, dass am Flughafen Köln/Bonn ab 0 Uhr gestreikt wird und in Düsseldorf ab 3 Uhr morgens.
Warnstreik heute: Diese Fluglinien sind betroffen
Es gibt keine genauen Informationen darüber, welche Airlines bestreikt werden. Da es sich um einen Streik beim Sicherheitspersonal handelt, sind die Airlines nur indirekt betroffen. Die Flughäfen bitten jedoch ihre Passagiere, sich vor Abflug zum Stand ihrer Flüge bei den Airlines zu melden. Diese würden konkret über die Auswirkungen informieren. Das kann entweder auf den Webseiten der Airlines oder per Telefon / Mail passieren.
Lufthansa, Eurowings, Turkish Airlines & Co.: Das sagen die Airlines
Die Airlines haben auf die Streikankündigung reagiert und auf ihren Webseiten zu den Auswirkungen informiert.
So schreibt die Lufthansa, dass Passagiere, die vom Streik am 22.03. betroffen sind, ihre Flüge bis zum 27. März kostenlos umbuchen können. Dabei können sie auf alle Flugangebote der Lufthansa Group zurückgreifen. Dazu gehören auch Eurowings, Swiss und Austrian Airlines. Eine Kostenerstattung ist bei der Lufthansa auch möglich.
Wer nur am Flughafen Frankfurt umsteigen möchte, kann nach Angaben der Lufthansa das regulär tun. „Lufthansa plant einen geregelten Flugplan über das Drehkreuz Frankfurt anzubieten“, so die Airline. Wer am Flughafen Frankfurt landet, aber nicht abfliegt, sollte keine Beeinträchtigungen erfahren, so die Airline weiter.
Streik am Flughafen 2022: Warum wird gestreikt?
Die Gewerkschaft fordert, die Gehälter in den Luftsicherheitsdiensten um mindestens einen Euro pro Stunde zu erhöhen. Wesentlich kostspieliger für die Unternehmen könnten regionale Angleichungen sowie vereinheitlichte Tarifgruppen werden, die laut den Arbeitgebern für einzelne Beschäftigte bis zu 40 Prozent mehr Gehalt bringen würden. Der BDLS habe bis zu 22 Prozent angeboten, hatte BDLS–Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser am vergangenen Donnerstag in Berlin erklärt. Lediglich der ebenfalls beteiligte Beamtenbund (dbb) habe seine Forderungen leicht reduziert. Friebertshäuser hielt Verdi vor, den Konflikt in die Osterreisezeit verlängern zu wollen.
Verdi–Verhandlungsführer Wolfgang Pieper bezeichnete das neue Angebot als unzureichend, da es die Preisentwicklung nicht aufgreife und Nullmonate vorsehe. Man sei bei der Angleichung der regionalen Löhne und der Angleichung Ost an West weitergekommen. „Aber bei der Lohnerhöhung sind die Arbeitgeber mit ihrem Angebot weit unter der Forderung der Beschäftigten geblieben.“
Warnstreik an Flughäfen heute — Sicherheitskontrollen in Bayern streiken nicht mit
Die Sicherheitskontrollen stehen unter Aufsicht der Bundespolizei und sind weitgehend an private Dienstleister ausgelagert. Lediglich in Bayern werden Kontrolleure nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und streiken daher nicht mit. Verdi fordert, die Gehälter in den Luftsicherheitsdiensten um mindestens einen Euro pro Stunde zu erhöhen. Wesentlich kostspieliger könnten regionale Angleichungen sowie vereinheitlichte Tarifgruppen werden, die den Arbeitgebern zufolge für einzelne Beschäftigte bis zu 40 Prozent mehr Gehalt bringen würden.
Luftverkehrsverband BDL kritisiert Verdi–Streikaufruf an Flughäfen scharf
Nach dem Start der neuerlichen Streiks an deutschen Flughäfen hat der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) scharfe Kritik an der Gewerkschaft Verdi geübt. Der erneute Aufruf „überspannt den Bogen eines Warnstreiks“, erklärte BDL–Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow am Dienstag. Obwohl weder Flughäfen noch Airlines mit Verdi im Tarifkonflikt stünden, „trifft dieser Streik in erster Linie den Luftverkehr und viele tausende Reisende“.
Das sei „unfair“ und erschwere den Firmen der Branche und deren Beschäftigten die wirtschaftliche Wiederbelebung nach der Corona–Krise, fuhr der BDL fort. Er sprach von einer „unverhältnismäßigen flächendeckenden Lahmlegung des Luftverkehrs“. Damit verlasse Verdi die „Grundlage einer verantwortungsvollen Tarif– und Arbeitskampfpolitik“.