Schneechaos in Österreich Lage in Österreich angespannt: Straßen gesperrt, Dörfer abgeschnitten

Bundesheer-Soldaten bei Räumarbeiten auf einen Dach in der Steiermark.
Bundesheer-Soldaten bei Räumarbeiten auf einen Dach in der Steiermark. © Foto: Gunter Pusch/BUNDESHEER/dpa
Wien / dpa/afp/SWP 14.01.2019
Ab Dienstag soll der Schneefall in den Alpen nachlassen. Doch es besteht weiter Lawinengefahr.

Durch den anhaltenden Schneefall in den Alpen sind in Österreich nach wie vor zahlreiche Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wie der ORF berichtet, waren unter anderem in Niederösterreich am Montag rund 180 Personen eingeschlossen, weil eine Straße gesperrt werden musste. Viele weitere Dörfer waren ebenfalls durch die Schneemassen nicht erreichbar. Von Niederösterreich bis Vorarlberg waren mehr als 180 Straßen gesperrt.

Höchste Lawinenwarnstufe

Während laut bayerischem Lawinenwarndienst im deutschen Alpenraum die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier galt, wurde im österreichischen Bundesland Tirol die höchste Lawinenwarnstufe fünf für weitere Regionen ausgerufen. „Es fiel vor allem im Karwendel mehr Schnee als erwartet“, hieß es im Lagebericht vom Montag. Aufgrund von Regen könne es im Laufe des Tages unterhalb von 1500 Metern Seehöhe vermehrt zu „Gleitschneelawinen und nassen Rutschen“ kommen.

Die höchste der fünf Lawinenwarnstufen gilt derzeit regional in drei österreichischen Bundesländern und auch in Teilen der Schweiz. Seit Sonntag fielen in Tirol 60 bis 100 Zentimeter Neuschnee, lokal laut Lawinenbericht auch mehr. Für den Montag rechneten die Experten mit weiteren 50 Zentimetern.

Bis Dienstag soll es in Österreich noch stark schneien, danach soll der Schneefall laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nachlassen. Durch den Neuschnee und den stürmischen Wind kann die Lawinengefahr aber nochmals ansteigen.

Zahlreiche Skipisten gesperrt

Fast die Hälfte der Skipisten in Österreich ist nach Angaben des Skiportals skiresort.de aufgrund der Wetterverhältnisse und der teils sehr großen Lawinengefahr geschlossen. Komplett still standen die Lifte am Montag in kleinen Skigebieten wie der Planneralm, dem Gebiet am Hochkar sowie der Region Loser-Altaussee, wie auf den Internetseiten der Gebiete gemeldet wurde.

In den großen Skigebieten waren ebenfalls viele Pistenabschnitte nicht befahrbar. So waren in der Skiregion Arlberg laut eigener Webseite zeitweise nur 49 von 306 Pistenkilometer geöffnet, in der Skiregion Sölden waren es gerade einmal 15 von 140 Kilometern. In Saalbach-Hinterglemm waren 40 von 69 Liften in Betrieb und 62 von 114 Kilometern Piste befahrbar. Insgesamt gibt es laut skiresort.de knapp 7000 Kilometer Skipiste in ganz Österreich.

Tote durch Lawinen

In Salzburg ist ein Mann von einer Dachlawine verschüttet und tödlich verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher am Montag sagte, wurden der 47-Jährige und drei weitere Männer beim Abschaufeln eines Hausdachs von den Schneemassen mitgerissen. Sie stürzten etwa sechs Meter in die Tiefe. Ein 26 und ein 28 Jahre alter Mann wurden nach dem Unfall in der Nähe von Salzburg ins Krankenhaus gebracht. Ein 38-Jähriger blieb unverletzt.

Nach dem Lawinen-Tod eines 16 Jahre alten Deutsch-Australiers in der vergangenen Woche ermittelt die Polizei, ob ein Ersthelfer die Lawine ausgelöst hat. Zuvor hatten die Eltern des Opfers in australischen Medien behauptet, ein Bergretter habe die Lawine ausgelöst. Der 16 Jahre alte Deutsch-Australier war am Mittwoch beim Skifahren in St. Anton am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden und ums Leben gekommen. Die Familie sei abseits der Pisten unterwegs gewesen und am späten Nachmittag in sehr steilem Gelände nicht weitergekommen, sagte ein Polizeisprecher vor einigen Tagen. Der 16-Jährige habe daher einen Notruf abgesetzt.

Als sie ihre Abfahrt sicherheitshalber gestoppt hätten, seien sie „unverletzt und in keiner unmittelbaren Gefahr gewesen“, sagten die Eltern der australischen Associated Press. Ein Bergretter habe ihnen geraten, zu warten. Während er dann versuchte, zur Familie zu fahren, sei die Lawine ausgelöst worden, so die Eltern. Der Junge sei zwar nach 20 Minuten geborgen worden, habe jedoch nicht reanimiert werden können.

Die Polizei Tirol betonte, dass sich ihre Ermittlungen nicht auf einen Bergretter oder ein Mitglied anderer Einsatzkräfte beziehen, sondern auf eine Privatperson aus Österreich.

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