Star-Koch vor Gericht: Vier Jahre und drei Monate Haft für Alfons Schuhbeck

Alfons Schuhbeck (l) steht mit seinem Anwalt Norbert Scharf im Gerichtssaal des Landgericht München I. Gegen Schuhbeck wird unter anderem wegen des Vorwurfs des Subventionsbetrugs verhandelt.
Peter Kneffel/dpa- Sternekoch Alfons Schuhbeck zu 4 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt – u. a. wegen Betrugs.
- Strafe umfasst auch frühere Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, Vollzug derzeit ausgesetzt.
- Schuhbeck räumte ein, Corona-Hilfen trotz finanzieller Probleme rechtswidrig beantragt zu haben.
- Insolvenzverfahren: Schulden von 27 Mio. Euro, nur minimaler Teil wird zurückgezahlt.
- Richter: „Zu groß geworden“ – Verteidigung betonte Schuhbecks Kooperation und Reue.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Landgericht München I hat den Star-Koch Alfons Schuhbeck unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs verurteilt. Es verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. In die Strafe eingerechnet ist seine frühere Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Deren Vollzug ist derzeit aus Gesundheitsgründen ausgesetzt.
„Letztendlich sind Sie zu groß geworden“, sagte Richter Uwe Habereder an den 76-Jährigen gerichtet. Schuhbeck habe seine „Firmen auf eine Art und Weise betrieben, wie es sich für einen Geschäftsmann zumindest nicht gehört“.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten gefordert, die Verteidigung keine konkrete Forderung gestellt. Schuhbeck selbst entschuldigte sich in seinem letzten Wort bei „allen, die durch mich Probleme erfahren haben.“ Er betonte: „Das wird mich für den Rest meines Lebens belasten und tut mir sehr leid.“
Staatsanwältin spricht von „grobem Eigennutz“
Die Staatsanwältin sagte in ihrem Plädoyer, das Firmenimperium, das Schuhbeck aufgebaut hatte, sei ihm „leider Gottes über den Kopf gewachsen“. Er habe aber auch „aus grobem Eigennutz“ gehandelt. Besonders verwerflich sei es, dass Schuhbeck die „beispiellose nationale Notlage in der Pandemie“ ausgenutzt habe. Schuhbeck habe viel zu lange versucht, „das Lebenswerk und den Schein aufrechtzuerhalten“.
Bereits im Jahr 2022 hatte das Landgericht München I Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Der Vollzug der Haftstrafe ist allerdings derzeit ausgesetzt, weil Schuhbeck an Krebs erkrankt ist und außerhalb des Gefängnisses behandelt wird.
Schuhbeck hatte die Vorwürfe im neuen Prozess gegen ihn eingeräumt und zugegeben, schon lange vor der offiziellen Insolvenz von den massiven finanziellen Problemen seiner Firmen gewusst und dennoch rechtswidrig Corona-Hilfen beantragt zu haben.

Alfons Schuhbeck steht während einer Pause im Gerichtssaal des Landgericht München, hinter seinem Platz an der Anklagebank. Gegen Schuhbeck wird unter anderem wegen des Vorwurfs des Subventionsbetrugs verhandelt.
Peter Kneffel/dpaSchuhbecks Geständnis ist Teil eines Deals
Sein Geständnis war Teil eines sogenannten Deals, in dessen Rahmen Staatsanwaltschaft und Verteidigung sich mit dem Gericht auf einen Strafrahmen von zwischen vier Jahren bis vier Jahren und acht Monaten geeinigt hatten. Schuhbecks Verteidiger Norbert Scharf betonte die Kooperation des Angeklagten und dass es auch darum aus seiner Sicht möglich wäre, „am unteren Rahmen“ der Vereinbarung zu bleiben.
Sein zweiter Anwalt Joachim Eckert betonte Schuhbecks „eisernen Willen“ sowie „die Bereitschaft, immer zu arbeiten“. Heute mache er den „Eindruck eines gebrochenen, alten kranken Mannes“. „Über Jahre hinweg hat er mit seinem Kochen, seinen Shows im Zelt oder im Fernsehen den Leuten glückliche Stunden beschert - und ich denke, das wird auch bleiben.“
Schuhbecks Firmen haben einen riesigen Schuldenberg hinterlassen: Gläubiger fordern nach Angaben des Insolvenzverwalters Max Liebig laut aktuellem Stand insgesamt 27 Millionen Euro. Seiner Einschätzung nach wird nur ein Bruchteil davon bei Abschluss der Insolvenzverfahren zurückgezahlt werden können.

Alfons Schuhbeck steht im Gerichtssaal des Landgericht München I vor seinem Platz an der Anklagebank. Gegen Schuhbeck wird unter anderem wegen des Vorwurfs des Subventionsbetrugs verhandelt.
Peter Kneffel/dpa