SSB Stuttgart
: Gibt es diese Woche einen Streik?

Diese Woche kommt es wieder zu Warnstreiks im ÖPNV. Müssen auch Fahrgäste in Stuttgart mit Einschränkungen rechnen?
Von
David Hahn
Stuttgart
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Verdi-Warnstreiks im Nahverkehr - Baden-Württemberg: ARCHIV - 02.02.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Streikende der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) gehen am frühen Morgen zu einem Straßenbahn-Depot. (zu dpa: «Warnstreiks im Nahverkehr vom Tisch – Einigung in Tarifrunde») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Diese Woche wird erneut der Nahverkehr in mehreren Bundesländern bestreikt. Ist auch Stuttgart betroffen?

Marijan Murat/dpa

Die Gewerkschaft ver.di hat diese Woche in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. Davon sind Nordrhein-Westfalen, Bayern, Brandenburg, Hamburg und das Saarland betroffen. In Stuttgart kommt es im ÖPNV allerdings zu keinen Warnstreiks.

Kein SSB-Streik in Stuttgart: Tarifeinigung in BW bereits erzielt

Im Nahverkehr von Stuttgart, Karlsruhe und Co. drohen aktuell keine Ausstände mehr. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber haben sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Baden-Württemberg bereits am 10. März 2026 mit dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) geeinigt. Die Tarifparteien hatten seit Mitte Januar verhandelt. Anfang Februar hatten die Bus- und Bahnfahrer einen Tag lang ihre Arbeit niedergelegt. Im Mittelpunkt der Tarifverhandlungen standen die Arbeitsbedingungen.

Der Abschluss umfasst demnach ein Gesamtpaket, das sowohl Verbesserungen für die Beschäftigten als auch Planungssicherheit für die Betriebe schafft. Alle wesentlichen Ungerechtigkeiten bei Zuschlägen und Eingruppierung werden behoben, so Verdi. So steigt beispielsweise der Nachtzugang um ein Viertel - und auch andere Zuschläge werden schrittweise erhöht. Die Bezahlung von Überstunden werde ebenfalls verbessert. Der KAV betonte, dass die Einigung einen ausgewogenen Kompromiss darstellt. Sie ermögliche Verbesserungen, ohne die kommunalen Haushalte übermäßig zu belasten.

Die kommunalen Nahverkehrsbetriebe beschäftigen rund 6.700 Menschen im Südwesten. Der Manteltarifvertrag mit allen Regelungen wird bis Ende Dezember 2029 verlängert. Die Friedenspflicht in diesem Kontext gilt bis Januar 2030.

Aktuelle Warnstreiks diese Woche

Die Warnstreiks diese Woche finden im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde statt, in der laut Verdi die Arbeitsbedingungen für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen in allen Bundesländern verhandelt werden. Zugleich geht es in Bayern, Brandenburg, Thüringen, dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn auch um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten.

„Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände“, sagte die ver.di-Vizevorsitzende Christine Behle vor den nächsten Warnstreiks im ÖPNV. „Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht“, sagte sie. Während in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bereits ein Tarifergebnis vorliegt, wird in fast allen anderen Bundesländern noch verhandelt. Wegen der unterschiedlichen Tarifverträge hat ver.di in jedem Land eigene Forderungen aufgestellt.

Mit Material der dpa